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Psychosen > Autofahren

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Ein Patient ist grundsätzlich für seine Fahrtüchtigkeit selbst verantwortlich. Er muss sich kritisch beobachten und sollte im Zweifel das Auto lieber stehen lassen. Problematisch kann sein, dass ein Mensch infolge von psychotischen Störungen Gefahren unterschätzt oder seine Fähigkeiten überschätzt. Hier sind auch Ärzte und das Umfeld zur Wachsamkeit aufgefordert.

In der Akutphase einer Psychose darf kein Fahrzeug geführt werden. Danach hängt das Autofahren von Art und Prognose der Grunderkrankung ab.

 

2. Begutachtung der Kraftfahreignungzum Inhaltsverzeichnis

Die "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung" (Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach, gültig ab 1. Mai 2014) legt bei Psychosen nachfolgende Leitsätze fest. Dabei werden zwei Fahrerlaubnisgruppen unterschieden, Gruppe 1 und 2.

 

2.1. Akutphase

In der Akutphase einer Psychose darf kein Fahrzeug geführt werden.

 

2.2. Symptomfreie Zeit

Nach Abklingen der Symptome darf ein Fahrzeug geführt werden, allerdings abhängig von Art und Prognose des Grundleidens:

  • Organisch-psychische Störungen
    Ein Fahrzeug beider Gruppen darf wieder geführt werden, wenn das Grundleiden eine positive Beurteilung zulässt und weder Restsymptome noch ein relevantes chronisches, hirnorganisches Psychosyndrom vorliegen. In der Regel sind regelmäßige Nachuntersuchungen erforderlich. Die Zeitabstände legt der Gutachter fest.
  • Schizophrene Psychosen
    Ein Fahrzeug der Gruppe 1 darf wieder geführt werden, wenn keine Störungen (z.B. Wahn, Halluzination, schwere kognitive Störung) mehr nachweisbar sind, die das Realitätsurteil erheblich beeinträchtigen. Bei mehreren psychotischen Episoden sind regelmäßige Untersuchungen durch einen Facharzt für Psychiatrie durchzuführen.
    Psychopharmaka (auch bei Langzeitbehandlung) sind grundsätzlich kein Hindernis: Sie können sowohl stabilisierend wirken (also die Fahreignung fördern) als auch die Fahreignung beeinträchtigen. Die medikamentöse Behandlung sollte durch den behandelnden Facharzt dokumentiert werden.

 

2.3. Dauerbehandlung mit Arzneimitteln

Bei nachgewiesenen Intoxikationen und anderen Wirkungen von Arzneimitteln, die die Leistungsfähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeugs beeinträchtigen, ist bis zu deren völligem Abklingen keine Kraftfahreignung gegeben.

 

Arzneimitteleinnahme und Autofahren sind ein Thema mit zwei Seiten: Einerseits können Medikamente einen Patienten überhaupt erst wieder in die Lage versetzen, Auto zu fahren. Andererseits können gerade Psychopharmaka, die eine dämpfende Wirkung haben, die Reaktionszeit verlängern und somit die Fahrtauglichkeit einschränken. Der Patient muss grundsätzlich wissen, dass er für die Fahrtüchtigkeit selbst verantwortlich ist. Er muss sich kritisch beobachten, bevor er ein Fahrzeug steuert. Im Zweifel sollte er das Auto lieber stehen lassen. Autofahrer, die Psychopharmaka einnehmen, sollten auf jeden Fall mit ihrem Arzt besprechen, ob sie mit den verordneten Medikamenten fahrtauglich sind.

 

3. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

Die "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung" der Bundesanstalt für Straßenwesen enthalten Leitsätze für verschiedene geistig-seelische Störungen. Die Leitsätze zur Kraffahreignung bei affektiven Psychosen stehen auf Seite 42, bei schizophrenen Psychosen auf Seite 43, bei Dauerbehandlung mit Arzneimitteln auf Seite 48. Der Download ist kostenlos unter externer Linkwww.bast.de > Verhalten und Sicherheit > Fachthemen > Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung > zum Download.

 

4. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Bei Fragen helfen der behandelnde Arzt, Führerscheinstelle, TÜV oder DEKRA sowie Stellen, die medizinisch-psychologische Untersuchungen durchführen.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Führerschein

Kraftfahrzeugsteuer-Ermäßigung

Ermäßigungen bei Öffentlichen Verkehrsmitteln

Hilfen im Flugverkehr

Psychosen Schizophrenie

Psychosen > Arbeit

Psychosen > Behandlung

Psychosen > Rechtliche Aspekte 

Depressionen > Autofahren

 

 

Letzte Aktualisierung am 01.01.2016   Redakteur/in: Andrea Nagl

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