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Schlafhygiene

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Viele Erkrankungen gehen mit Schlafstörungen einher und beeinflussen sich wechselseitig. Schlafstörungen können sich auch zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln. Hier kann das Einhalten einer sog. Schlafhygiene hilfreich sein. Damit sind bestimmte Gewohnheiten gemeint, die einen gesunden Schlaf fördern.

 

2. Schlafstörungenzum Inhaltsverzeichnis

Wenn die Qualität, Dauer oder Erholsamkeit des Schlafs dauerhaft gestört ist, spricht man von einer Schlafstörung (= Insomnie). Sie kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit am Tag stark beeinträchtigen. Eine Schlafstörung entsteht oft im Zusammenhang mit einer Erkrankung (z.B. Depressionen, Atemwegs- und Lungenerkrankungen oder krankheitsbedingten Schmerzen), kann aber auch durch die Lebensumstände bedingt sein (z.B. Schichtarbeit, Koffein, Stress, Schlafumgebung).

 

Neben der Behandlung der Grunderkrankung können auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen in Form der sog. Schlafhygiene hilfreich sein, um den Schlaf zu verbessern. Eine medikamentöse Behandlung mit Schlafmitteln sollte nur in Ausnahmefällen, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, erfolgen.

 

3. Schlafhygienezum Inhaltsverzeichnis

Folgende Hinweise können bei Schlafstörungen helfen, einen gesunden Schlafrhythmus zu entwickeln:

  • Regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten: Die Zeiten sollten max. 30 Min. abweichen, um den biologischen Rhythmus zu unterstützen. Dabei ist vor allem eine regelmäßige Aufstehzeit (auch am Wochenende oder im Urlaub) wichtig, da sie den "Ankerpunkt" des Biorhythmus bildet.
  • Tagsüber keine Nickerchen: Diese können Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht zur Folge haben. Wer auf einen Kurzschlaf nicht verzichten möchte, sollte ihn auf keinen Fall nach 15 Uhr machen und durch einen Wecker nach 20 Minuten wieder beenden. Zudem sollte das Nickerchen immer zur gleichen Zeit stattfinden.
  • Bettliegezeiten reduzieren: Liegen Sie nicht länger im Bett als die Anzahl der Stunden, die Sie durchschnittlich pro Nacht in der letzten Woche geschlafen haben. Zu lange Bettliegezeiten tragen zur Aufrechterhaltung der Schlafstörung bei.
  • 3 Stunden vor dem Schlafen keinen Alkohol: Alkohol verhilft zwar zu einem leichteren Einschlafen, beeinträchtigt aber gravierend die Schlafqualität und führt gerade in der zweiten Nachthälfte oft zu Durchschlafproblemen. Bereits geringe Mengen verschlechtern die Schlaferholsamkeit. Daher sollte man nicht häufiger als 1- bis 2mal pro Woche am Abend Alkohol trinken - nach Möglichkeit mit genügend Abstand (pro Glas etwa eine Stunde) zum Zubettgehen.
  • 4-8 Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee: Die schlafschädigende Wirkung von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken wie grünem Tee und Cola kann 8-14 Stunden anhalten. Am besten wäre ein Verzicht auf Koffein für 4 Wochen und anschließend ein Konsum von nicht mehr als 3 Tassen Kaffee am Tag und dies nur vor 10 Uhr vormittags.
  • Nach 19 Uhr nicht mehr rauchen: Nikotin wirkt ähnlich negativ auf den Schlaf wie Koffein. Insbesondere die Wechselwirkung aus Nikotin und Alkohol wirkt schlafstörend. Langfristig beinträchtigt auch die infolge des Rauchens eingeschränkte Lungenfunktion den Schlaf.
  • 3 Stunden vor dem Zubettgehen keine größeren Mengen essen und/oder trinken: Ein voller Magen bzw. eine volle Blase kann den Schlaf stören. Ein kleiner Snack vor dem Zubettgehen (z.B. Milch mit Honig, eine Banane) kann aber hilfreich sein: Nahrungsmittel wie Milch, Bananen und Schokolade enthalten L-Tryptophan, das im Gehirn eine Rolle bei der Schlafregulation spielt. Zu meiden sind vor allem schwer verdauliche Speisen, z.B. Rohkost und Vollkornprodukte.
  • Nach 18 Uhr keine körperliche Überanstrengung: Starke körperliche Belastung regt ähnlich wie Kaffee und Nikotin das sympathische Nervensystem an, das für Aktivität und Stress zuständig ist. Es braucht mehrere Stunden bis diese Aktivität wieder abflaut.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßiges körperliches Training kann den Schlaf verbessern, insbesondere wenn Menschen mit Schlafstörungen keine oder sehr wenig Bewegung haben.
  • Schlaffördernde Umgebung: Nach Möglichkeit das Schlafzimmer nur zum Schlafen nutzen, nicht als Arbeits- oder Fernsehzimmer. Zudem sollte es die richtige Temperatur haben (nicht zu warm, empfohlen werden 16-18 Grad) sowie dunkel und leise sein.
  • "Pufferzone" zwischen Alltag und Schlaf: 2 Stunden vor dem Zubettgehen sollte eine Zeit der Erholung eintreten. Wenn einen die Aufgaben des nächsten Tages, Sorgen, Arbeit, Streit oder Grübeleien nicht loslassen, ist es oft hilfreich, diese rechtzeitig am Abend z.B. in einem Tagebuch aufzuschreiben und "abzulegen".
  • Regelmäßiges Zubettgeh-Ritual: Ein Reihe regelmäßiger, stets in der gleichen Abfolge durchgeführter Handlungen (z.B. Kontrolle, ob Haustür verschlossen ist, Licht in anderen Räumen löschen, Umziehen für die Nacht, Heizung abdrehen, Zähne putzen) kann helfen, den Körper bereits im Vorfeld auf die Schlafenszeit einzustimmen. Ihr Zubettgehritual sollte aber nicht länger als 30 Minuten dauern.
  • Nachts nichts essen: Regelmäßiges Essen in der Nacht führt innerhalb kurzer Zeit dazu, dass der Körper nachts von selbst wach wird, weil er erwartet, "gefüttert" zu werden.
  • Kein helles Licht bei nächtlichem Aufstehen: Helles Licht wirkt als "Wachmacher" und ist in der Lage, die "inneren Uhren" zu verstellen. Daher sollte es zur Schlafenszeit vermieden werden.
  • Nachts nicht auf die Uhr schauen: Der Blick zur Uhr löst meist direkt entsprechende gedankliche ("3 Uhr: Die Nacht kann ich mal wieder vergessen") und körperliche Reaktionen (Anspannung, Erregung) aus. Den Wecker so drehen, dass man ihn nicht sehen kann.
  • 30 Min. Tageslicht am Morgen: Tageslicht am Morgen (auch bei schlechtem Wetter) hilft den Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren und hat gleichzeitig eine stimmungsaufhellende Wirkung.

 

4. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bietet viele Informationen zum Thema Schlaf und Schlafstörungen und führt eine Adressliste mit Schlaflaboren und Selbsthilfegruppen: externer Linkwww.dgsm.de.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Asthma > Verhaltensempfehlungen

Chronische Schmerzen > Familie und Alltag 

Demenz > Umgang mit der Erkrankung

Depressionen > Allgemeines

Migräne > Allgemeines

Neurodermitis > Allgemeines

Nierenerkrankungen > Allgemeines

Parkinson > Allgemeines

Tinnitus > Allgemeines

 

Redakteurin: Jutta Meier

 

 

Letzte Aktualisierung am 17.10.2017   Redakteur/in: Jutta Meier

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