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Schmerzarten

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

In der Fachwelt gibt es unterschiedliche Ansätze, Schmerz zu definieren. Üblich sind Unterscheidungen nach akutem und chronischem Schmerz (zeitliche Dimension), nach der Entstehung (Ätiologie) oder nach den Schmerzqualitäten wie Nozizeptorenschmerz und neuropathischem Schmerz.

 

2. Definitionenzum Inhaltsverzeichnis

Die International Association for the Study of Pain definiert Schmerz als "... ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung einhergeht oder von betroffenen Personen so beschrieben wird, als wäre eine solche Gewebeschädigung die Ursache."

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Spitzenverbände der Ersatzkassen definierten 1996 die chronische Schmerzkrankheit folgendermaßen:  "Chronisch schmerzkrank sind Patienten, bei denen der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verloren und selbstständigen Krankheitswert erlangt hat. In diesen Fällen führt das Schmerzleiden zu psychopathologischen Veränderungen. Der Patient erhebt den Schmerz zum Mittelpunkt seines Denkens und Verhaltens. Dadurch wird er seinem sozialen Umfeld entfremdet, was zu einer Vertiefung des psychopathologischen Krankheitsbildes oder zu einem algogenen Psychosyndrom führen kann."

 

3. Akuter und chronischer Schmerzzum Inhaltsverzeichnis

  • Akuter Schmerz
    ist zeitlich begrenzt und hat eine Warnfunktion, die den Körper zur Schutzhandlung zwingt. Nach Behandlung der Ursache klingt dieser Schmerz in einem absehbaren Zeitraum wieder ab.
  • Chronischer Schmerz
    Beim chronischen Schmerz hält der Schmerz über einen Zeitraum von 6 Monaten und länger an. Die Ursache des chronischen Schmerzes ist nicht auffindbar oder bekannt und nicht ursächlich therapierbar. Die Warnfunktion ist verloren gegangen. Der Schmerz wird zur eigenständigen Erkrankung, die als chronische Schmerzkrankheit bezeichnet wird.

 

4. Nozizeptorenschmerz und neuropathischer Schmerzzum Inhaltsverzeichnis

Ein Nozizeptor ist ein Schmerzrezeptor, der auf eine drohende oder eingetretene Verletzung oder auf verschiedene Reize des Körpergewebes reagiert.

 

4.1. Nozizeptorenschmerz

Nozizeptorenschmerzen sind Gewebetraumen, bei denen die peripheren und zentralen Strukturen der Schmerzrezeptoren intakt bleiben. Beispiele für Nozizeptorenschmerz sind chronischer Rückenschmerz, Tumorschmerz, chronischer Entzündungsschmerz.

Unterschieden wird zwischen 2 Arten von Nozizeptorenschmerz:

  • Somatischer (den Körper betreffend) Nozizeptorenschmerz entsteht durch Reizung der Nozizeptoren der Haut, Gelenke, Skelettmuskulatur u.a. und ist scharf begrenzt, gut lokalisierbar und stechend.
  • Vom viszeralen (die Eingeweide betreffend) Nozizeptorenschmerz wird gesprochen bei der Reizung von Nozizeptoren in den inneren Organen des Becken-, Bauch und Brustraums. Diese Schmerzen sind drückend, ziehend und nicht gut lokalisierbar.

 

4.2. Neuropathischer Schmerz

Neuropathischer Schmerz entsteht durch Reizung oder Kompression peripherer Nerven oder durch Kompression von Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule. Beim neuropathischen Schmerz werden die Nozizeptoren, d.h. die zentralen und peripheren Reizleitungssysteme selbst, geschädigt.

Neuropathischer Schmerz hat zwei unterschiedliche Beschwerdebilder:

  • Schneidend, stechend und attackenweise auftretend.
  • Dauerschmerz, der als brennend oder bohrend beschrieben wird.

Beispiele für neuropathischen Schmerz sind Phantomschmerz nach Amputationen, Neuralgie bei Herpes Zoster, Polyneuropathie.

 

5. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Stufenschema der WHO

Chronische Schmerzen

Migräne

Chronische Schmerzen > Behandlung und Rehabilitation

Chronische Schmerzen > Opioidanwendung

 

 

Letzte Aktualisierung am 13.05.2011   Redakteur/in: Sabine Bayer

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