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Schwangerschaft Entbindung

 

1.  Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Die Kosten einer Schwangerschaft und Entbindung werden von der Krankenkasse übernommen. Gezahlt werden z.B. ärztliche Untersuchungen, Gymnastik, Entbindung und Hebammenbetreuung. Als Entbindungsort kommen Krankenhäuser, Geburtshäuser und das eigene Zuhause in Frage.

 

2. Voraussetzungzum Inhaltsverzeichnis

Für die Kostenübernahme ist der Nachweis der Schwangerschaft notwendig.

Keine Entbindung liegt vor bei:

 

3. Ärztliche Betreuung, Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittelzum Inhaltsverzeichnis

Die ärztliche Betreuung umfasst:

  • Feststellung der Schwangerschaft
  • Erstuntersuchung: Anamnese und ausführliche Beratung
  • Vorsorgemaßnahmen alle 4 Wochen, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle 2 Wochen, u.a. serologische Untersuchung auf Infektionen, 3 Ultraschalluntersuchungen
  • Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden, z.B. Übelkeit/Erbrechen am Morgen

Details zum Umfang der ärztlichen Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung stehen in den sogenannten Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter externer Linkwww.g-ba.de/informationen/richtlinien/19.

 

Schwangere leisten bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung keine Zuzahlungen zu Arznei- und Verbandmitteln, Heilmitteln und Hilfsmitteln

 

4. Hebammenhilfezum Inhaltsverzeichnis

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Hebammenhilfe inklusive aller Kosten für Hausbesuche bis zur 8. Woche nach der Entbindung, sofern die Mutter diese wünscht.

 

4.1. Umfang

Die Hebammenhilfe umfasst:

  • Beratung der Schwangeren
  • Vorsorgeuntersuchungen, wenn nicht vom Arzt vorgenommen
  • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden oder Wehen
  • Geburtsvorbereitung mit Gruppen- oder Einzelunterweisung
  • Geburtshilfe
  • Wochenbettbetreuung
  • Krankenhaus- und Hausbesuche
  • Tag- und Nachtwachen
  • Rückbildungsgymnastik

 

Die Hebammenhilfe deckt vorrangig regelgerecht verlaufende Schwangerschaften ab.

 

4.2. Adressen

  • Geburtskliniken und Gesundheitsämter halten Listen mit freiberuflichen Hebammen bereit.
  • Eine Liste kann auch beim Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD angefordert werden, Telefon 069 79534971, oder Onlinesuche unter externer Linkwww.bfhd.de/hebammensuche.html beim jeweiligen Bundesland.
  • In der Suchmaschine von HebRech kann unter externer Linkwww.hebammensuche.de nach Hebammen gesucht werden.

 

5. Entbindungzum Inhaltsverzeichnis

 

5.1. Stationäre Entbindung

Die Versicherte hat für sich und ihr Neugeborenes Anspruch auf zuzahlungsfreie stationäre Unterkunft, Pflege und Verpflegung.

 

5.1.1. Wahl des Krankenhauses

Wählt die Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes als das in der ärztlichen Einweisung genannte Krankenhaus, können ihr die Mehrkosten, d.h. sämtliche durch die Wahl des Krankenhauses verursachten höheren Aufwendungen, ganz oder teilweise auferlegt werden. Als zwingende Gründe gelten z.B. eine negative Vorbelastung mit den Behandlungen eines bestimmten Krankenhauses oder ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Die Entscheidung darüber liegt im Ermessen der Krankenkasse.

 

5.2. Hausgeburt

Die Krankenkasse übernimmt auch die Kosten einer Hausgeburt sowie die entsprechend entstehenden Kosten wie häusliche Pflege oder Haushaltshilfe (siehe unten). Eine Hausgeburt empfiehlt sich nur bei einer komplikationsfreien Schwangerschaft.

 

Auf Wunsch der Frau/des Paares ist eine Hausgeburt durchzuführen. Die Hebamme oder der betreuende Frauenarzt ist verpflichtet, die Schwangere über alle bekannten Risiken aufzuklären. Es ist empfehlenswert, diese Aufklärung mit Unterschrift der Frau/des Paares zu dokumentieren.

Eine gut ausgestattete Klinik sollte für den Notfall schnell zu erreichen sein.

 

5.3. Geburtshaus

Ein Geburtshaus ist für eine komplikationslose, in der Regel ambulante, Geburt ausgerüstet und wird von Hebammen geleitet. Geburtshäuser nehmen Risikoschwangerschaften wie Mehrlingsgeburten, Beckenendlagen oder Schwangerschaften mit einem komplizierten Verlauf nicht zur Entbindung an. Treten Komplikationen auf, wird die Mutter zur Notfallversorgung sofort ins nächste Krankenhaus gebracht.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Hebammenhilfe sowie die Betriebskosten des Geburtshauses, wie Unterhalt und Verpflegung bis zu einer maximalen Höhe von 707,- € für eine vollendete Geburt in einer von Hebammen geleiteten Einrichtung. Die Geburtshäuser rechnen die Betriebskosten direkt mit der Krankenkasse ab. Einzelheiten dazu sollten ebenso wie medizinische und praktische Fragen mit dem jeweiligen Geburtshaus direkt abgesprochen werden.

 

6. Häusliche Krankenpflegezum Inhaltsverzeichnis

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die häusliche Krankenpflege, wenn sie wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich ist, z.B. bei Hausgeburt oder einer drohenden Frühgeburt.

In der Regel wird eine Pflegekraft gestellt (Sachleistung), welche die Grundpflege und medizinische Pflege übernimmt.

Schwangere leisten bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung keine Zuzahlung zur Häuslichen Krankenpflege.

 

7. Haushaltshilfezum Inhaltsverzeichnis

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Haushaltshilfe, wenn sie

  • wegen Schwangerschaft oder Entbindung erforderlich ist,
  • eine Weiterführung des Haushalts unmöglich ist
    und
  • keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann.


Schwangere leisten bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung keine Zuzahlung zur Haushaltshilfe.

 

8. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Eine Haushaltshilfe kann auch schon vor der Geburt des Kindes beantragt werden, wenn der Arzt bestätigt, dass diese Hilfe einen Krankenhausaufenthalt voraussichtlich verhindert (in der Regel bei Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften).
  • Für Schwangere gelten die Bestimmungen des Mutterschutz-Gesetzes.
  • Informationen rund um das Thema Schwangerschaft bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter externer Linkwww.familienplanung.de/schwangerschaft.
  • Kostenloser Download: PDF-DownloadRatgeber Frau und Familie.

 

9. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

In der Regel die Krankenkassen.

Bei Notlagen:

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Mutterschaftsgeld

Elterngeld

Elternzeit

Mutter-Kind-Einrichtung

Fahrtkosten

Begleitperson

Künstliche Befruchtung 

 

Gestzesquellen: §§ 24 c - 24 i SGB V

Redakteurin: Ines Grocki

 

Letzte Aktualisierung am 13.10.2017   Redakteur/in: Ines Grocki

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