Springe direkt zu: Inhalt, Suche.

betaCare

Sorgerecht

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Eltern haben laut Gesetz sowohl die Pflicht als auch das Recht für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Die elterliche Sorge kann von beiden oder nur von einem Elternteil ausgeübt werden und ist aufgeteilt in Personensorge und Vermögenssorge.

 

2. Gemeinsames Sorgerechtzum Inhaltsverzeichnis

Ein gemeinsames Sorgerecht liegt vor, wenn

  • die Eltern verheiratet sind, auch wenn sie erst nach der Geburt geheiratet haben.
  • die Eltern erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärung).
  • das Familiengericht den Eltern das Sorgerecht gemeinsam überträgt.

 

Nach einer Trennung oder Scheidung haben weiterhin beide Eltern das Sorgerecht. 

 

3. Alleiniges Sorgerechtzum Inhaltsverzeichnis

Wenn die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet sind und es weder eine Sorgeerklärung noch eine gerichtliche Entscheidung gibt, hat die Mutter das alleinige Sorgerecht. Der Vater kann jedoch einen Antrag beim Familiengericht stellen, um das Sorgerecht auch ohne Zustimmung der Mutter zu erhalten.

 

In bestimmten Fällen ist es für das Kind am besten, wenn nur ein Elternteil die elterliche Sorge ausübt. Eltern haben das Recht auf eine Beratung durch das Jugendamt. Können sie sich nicht einigen, entscheidet das Familiengericht.

 

4. Umfangzum Inhaltsverzeichnis

Die elterliche Sorge umfasst die Personensorge und die Vermögenssorge.

 

4.1. Personensorge

Die Personensorge beinhaltet alle Angelegenheiten, die das Kind direkt betreffen, z.B.:

  • Pflege
  • Erziehung
  • Beaufsichtigung
  • Vornamen bestimmen
  • Aufenthaltsbestimmung (Wohnort, Urlaub)
  • Einwilligung in medizinische Behandlungen und Operationen 
  • Umgangsbestimmung
  • Ausbildung und Berufswahl
  • Förderung von Hobbys, z.B. Musikunterricht, Sportangebote, …
  • Rechtsansprüche des Kindes vertreten, vor allem Schadensersatz- und Unterhaltsansprüche
  • Religionszugehörigkeit. Ab 14 sind Kinder jedoch religionsmündig und können selbst bestimmen.
  • Freiheitsentziehende Maßnahmen, z.B. Entziehungskur in geschlossener Einrichtung. Hierfür brauchen die Eltern die Genehmigung des Familiengerichts.

 

Bei der Personensorge geht es insbesondere um die Pflicht der Eltern, zum Wohl ihres Kindes zu handeln. Das Kind soll seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechend in Entscheidungen (z.B. Freizeitgestaltung, Ausbildungswahl, Umgang mit Freunden und Bekannten) eingebunden werden. Körperliche Bestrafung als Erziehungsmaßnahme ist durch das Gesetz untersagt.

 

4.2. Vermögenssorge

Eltern müssen für das Vermögen, z.B. Grundbesitz oder Wertpapiere, des Kindes sorgen, d.h: das Geld des Kindes erhalten oder bestenfalls vermehren.

 

Es gibt Ausnahmen. Nicht unter die Vermögenssorge fallen z.B.:

  • Erbschaft, Vermächtnis
  • Schenkung, wenn der Schenkende bestimmt, dass die Eltern das Geld nicht verwalten sollen
  • Taschengeld

 

4.3. Sonderregelungen

  • Bei verheirateten Jugendlichen steht den Eltern nur noch die gesetzliche Vertretung zu.
  • Minderjährige Eltern sind nur beschränkt geschäftsfähig und können aus diesem Grund weder die Vermögenssorge für ihr Kind ausüben noch dieses rechtlich vertreten.

 

5. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Das Jugendamt oder freie Träger der Jugendhilfe (z.B. gemeinnützige und kirchliche Verbände).

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Umgangsrecht

Jugendamt

Beratung Jugendamt

Erziehungsberatung

Erziehungshilfe

Kinder- und Jugendhilfe

 

Gesetzesquelle(n): §§ 1626 ff. BGB

Redakteurin: Janina Del Giudice

 

Letzte Aktualisierung am 04.10.2017   Redakteur/in: Janina DelGiudice

Bewerten Sie die obigen Informationen (Schulnoten-System) 

1 (sehr gut) 6 (ungenügend)