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Stationäre Hospize

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Stationäre Hospize sind Pflegeeinrichtungen, die unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase umfassend begleiten und betreuen. Die durchschnittliche Verweildauer in einem stationären Hospiz beträgt 2 bis 4 Wochen. Hospize arbeiten ganzheitlich, sie begleiten auch die Angehörigen - auch über den Tod des Patienten hinaus. Die Kosten trägt zum Teil die Krankenkasse, teilweise auch die Pflegekasse und der Hospizträger. Patienten müssen nichts zuzahlen. In Deutschland gibt es nach Angaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands  235 stationäre Hospize.

Eine in Deutschland seltene Hospizform sind Tageshospize. 

 

2. Aufgabenzum Inhaltsverzeichnis

Die Hospizmitarbeiter gehen ganzheitlich auf die Bedürfnisse des Schwerkranken/Sterbenden und seiner Angehörigen ein - immer im Sinne des Kranken. Das Angebot umfasst die palliativ-pflegerische, soziale, psychologische und spirituelle Betreuung:

  • Symptome der Erkrankung überwachen.
  • Beschwerden lindern, der Schwerpunkt liegt meist auf der Schmerztherapie.
  • Unterstützung der Angehörigen bei der Begleitung.
  • Sterbebegleitung.
  • Unterstützung der Trauernden in Einzelgesprächen und Trauergruppen.

Die ärztliche Betreuung wird meist von niedergelassenen Ärzten (Hausärzten) übernommen. Großer Wert wird auf eine qualifizierte Versorgung und kompetente Betreuung rund um die Uhr gelegt.

 

3. Voraussetzungen für die Aufnahmezum Inhaltsverzeichnis

Menschen, die an einer schweren, unheilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, können in einem stationären Hospiz aufgenommen werden, wenn

 

3.1. Antrag

Die medizinische Begründung beinhaltet die Diagnose und eine Aussage zur Notwendigkeit der Pflege in einem Hospiz. Aufgrund dieses ärztlichen Gutachtens wird dann ein entsprechender Antrag bei der Kranken- oder Pflegekasse gestellt. Antragsformulare sind beim Hospiz oder bei der Kasse erhältlich. In der Regel sollte vor Aufnahme eine Kostenübernahmeerklärung der Kasse vorliegen.

 

4. Finanzierungzum Inhaltsverzeichnis

Grundsätzlich wird der Aufenthalt in einem stationären Hospiz von der Krankenkasse, der Pflegekasse und dem Hospizträger finanziert. Patienten müssen nichts zuzahlen.

  • Die Krankenkasse
    zahlt einen Zuschuss zu den Kosten.
  • Der Anteil der Pflegekasse
    richtet sich nach dem Pflegegrad des Versicherten und wird in gleicher Höhe wie die Leistung bei vollstationärer Pflege gezahlt.
  • Der Hospizträger
    kommt für die restlichen Kosten auf.

 

5. Mitarbeiterzum Inhaltsverzeichnis

Normalerweise arbeitet in einem stationären Hospiz ein multiprofessionelles Team. Bestehend aus:

  • hauptamtlich palliativmedizinisch geschulten Mitarbeitern und
  • ehrenamtlichen Mitarbeitern.
  • Die medizinische Betreuung wird überwiegend durch niedergelassene Ärzte sichergestellt. Ärzte sind im Hospiz nicht fest angestellt. Zum Teil unterstützt auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).

 

Man unterscheidet in der Praxis zwischen Hospizen für erwachsene Menschen und Kinderhospizen. Einen Überblick über alle Formen der Hospiz- und Palliativversorgung finden Sie unter Sterbebegleitung.

 

6. Tageshospizezum Inhaltsverzeichnis

Tageshospize (auch teilstationäre Hospize oder ambulante Hospize genannt) sind in Deutschland recht seltene Angebote. Sie verstehen sich als Ergänzung zur ambulanten Begleitung oder als Bindeglied zur stationären Betreuung von Palliativpatienten. Sie werden von manchen stationären oder ambulanten Hospizen angeboten. Palliativpatienten, die zu Hause leben und versorgt werden, wird in teilstationären Hospizen die Möglichkeit eröffnet, tagsüber in Kontakt mit Menschen zu kommen anstatt alleine zu Hause zu sein. Die Inanspruchnahme kann tageweise oder stundenweise erfolgen. Die Angehörigen können diese Zeit nutzen, um sich zu erholen.

 

Im Vordergrund stehen die medizinische, pflegerische und soziale Betreuung der Palliativpatienten. Eine große Rolle dabei spielt die Entlastung der Angehörigen und die Unterstützung der Patienten. Charakteristisch für Tageshospize ist ein vielfältiges Beschäftigungsangebot mit Tagesstruktur. Patienten müssen transportfähig sein, um das Angebot wahrzunehmen.

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Adressen von Hospizen finden sich im Wegweiser Hospiz und Palliativversorgung.

Adressen der wenigen Tageshospize in Deutschland erhalten Sie am ehesten von stationären Hospizen oder von ambulanten Hospizdiensten.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Sterbebegleitung

Palliativversorgung

Ambulante Hospizdienste

Palliativstationen

Kinderhospize

Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung

 

Gesetzesquelle: § 39a SGB V

Redakteurin: Ines Grocki

 

Letzte Aktualisierung am 06.10.2017   Redakteur/in: Ines Grocki

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