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Stromkosten Stromschulden

 

1. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

Stromkosten oder -schulden sind bei Sozialhilfe- und ALG-II-Empfängern normalerweise im Regelsatz (Regelsätze der Sozialhilfe) enthalten. Sie werden vom Sozialamt/Jobcenter ausnahmsweise in folgenden Fällen extra übernommen:

  • Androhung des Stromversorgers, den Strom zu sperren
  • teure Nachtspeicherheizung
  • wenn eine Nachzahlung aus der Jahresstromabrechnung nicht geleistet werden kann

 

Stromkosten, die das Sozialamt/Jobcenter gezahlt hat, dürfen in der Regel nicht von der monatlichen Hilfe zum Lebensunterhalt abgezogen werden. 

 

Wenn Stromschulden über eine längere Zeit aufgelaufen sind, kann das Sozialamt/Jobcenter je nach Einzelfall auch ein Darlehen gewähren und die Rückzahlung fordern.

 

2. Praxistippszum Inhaltsverzeichnis

  • Mit der Rechnung oder Mahnung sofort zum Sozialamt/Jobcenter gehen. Der Strom darf nicht ohne weiteres abgestellt werden, vor allem nicht, wenn Kinder, behinderte oder alte Menschen, Patienten, Schwangere oder pflegebedürftige Menschen im Haushalt leben.
  • Wenn der Strom bereits abgestellt wurde: Kostenübernahme beim Sozialamt/Jobcenter beantragen. Wenn die Kostenübernahme nach Prüfung bewilligt wurde, diese Bewilligung beim Stromversorger vorlegen. Der Strom wird in der Regel am selben Tag wieder angestellt.
  • Das Sozialamt/Jobcenter kann die Stromschulden direkt an den Stromversorger überweisen, um zu verhindern, dass der Strom abgestellt wird (§ 43a (4) SGB XII).
  • Wenn das Sozialamt/Jobcenter die Kostenübernahme ablehnt (geht nur nach Beratung und mit ausführlicher Begründung), beim Stromversorger vorsprechen und um die Möglichkeit bitten, die Schulden als zinsloses Darlehen in kleinen Raten abzuzahlen.

 

3. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Individuelle Auskünfte erteilen Sozialamt und Jobcenter.

 

4. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Sozialhilfe

Sozialhilfe > Miete und Heizung

Schulden

 

Gesetzesquelle(n) 

§§ 29 f., 37 f. SGB XII - § 22 Abs. 8 SGB II

 

Letzte Aktualisierung am 02.08.2017   Redakteur/in: Johanna Wehle

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