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Teilhabe am Arbeitsleben > Leistungen

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

"Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" (LTA) umfassen alle Rehamaßnahmen, die die Arbeits- und Berufstätigkeit von kranken und/oder behinderten Menschen fördern (berufliche Reha). Teilhabe am Arbeitsleben umfasst Hilfen, um einen Arbeitsplatz erstmalig oder weiterhin zu erhalten, Vorbereitungs-, Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen, Zuschüsse an Arbeitgeber sowie die Übernahme vieler Kosten, die mit diesen Maßnahmen in Zusammenhang stehen, z.B. für Lehrgänge, Lernmittel, Arbeitskleidung, Prüfungen, Unterkunft und Verpflegung.

Die Leistungen werden von verschiedenen Trägern übernommen, meist aber von der Agentur für Arbeit, vom Rentenversicherungsträger oder der Berufsgenossenschaft.

Voraussetzungen und praktische Durchführung unter Teilhabe am Arbeitsleben > Rahmenbedingungen.

 

2. Umfangzum Inhaltsverzeichnis

Es gibt mehrere Arten von LTA, unter anderem:

  1. Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes sowie zur Förderung der Arbeitsaufnahme
  2. Berufsvorbereitung
  3. Berufliche Bildung
  4. Leistungen in Werkstätten für behinderte Menschen
  5. Übernahme weiterer Kosten
  6. Zuschüsse an den Arbeitgeber

 

Im Rahmen der beruflichen Reha können auch medizinische, psychologische und pädagogische Hilfen, z.B. zur Aktivierung von Selbsthilfepotentialen, zur seelischen Stabilisierung sowie zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen in Anspruch genommen werden, soweit sie im Einzelfall notwendig sind.

 

Nachfolgend ausführliche Bestimmungen zu den einzelnen Leistungen.

 

3. Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes oder selbstständigen Tätigkeitzum Inhaltsverzeichnis

Vorrangiges Ziel ist es, den bisherigen Arbeitsplatz zu erhalten. Ist dies nicht möglich, wird nach einem anderen geeigneten Arbeitsplatz im bisherigen oder aber in einem anderen Betrieb gesucht. In diesem Rahmen übernehmen vorwiegend die Berufsgenossenschaften und die Rentenversicherungsträger in Zusammenwirken mit der Agentur für Arbeit folgende Leistungen:

  • Kosten für Arbeitsausrüstung, Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen
    (sogenannte Ausrüstungsbeihilfe), welche die Folgeerscheinungen der Behinderung für eine bestimmte berufliche Tätigkeit ausgleichen. Ein Ausgleich von ausschließlich medizinischen Funktionsstörungen genügt nicht zur Kostenübernahme bei der Rentenversicherung.
  • Umsetzung im Betrieb, Vermittlung eines neuen Arbeitsplatzes
    in Form beruflicher Anpassung, Weiterbildung und Ausbildung.
  • Arbeitsassistenz
  • Kraftfahrzeughilfe
  • Gründungszuschuss
  • Fahrtkostenbeihilfe
    für die täglichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle, so weit der Versicherte ansonsten unzumutbar belastet und die berufliche Wiedereingliederung ansonsten gefährdet wäre.
  • Trennungskostenbeihilfe
    bei erforderlicher auswärtiger Arbeitsaufnahme und damit verbundener doppelter Haushaltsführung. Das tägliche Pendeln oder der Umzug der Familie zum Arbeitsort müssen unzumutbar sein.
  • Übergangsbeihilfe
    bei Arbeitsaufnahme bis zur ersten vollen Lohnzahlung. Die Übergangsbeihilfe wird in der Regel als Darlehen gewährt.
  • Umzugskostenbeihilfe
    so weit eine Arbeitsaufnahme am Wohnort unmöglich ist. Als Umzugskosten gelten z.B. Transportkosten und Reise des Familienversicherten samt Familie, nicht aber Wohnraumbeschaffungskosten wie Maklergebühren, Kautionen, Renovierungskosten. Der Umzug darf nicht später als 2 Jahre nach der Arbeitsaufnahme stattfinden.
  • Wohnungshilfen
    Förderbeträge für Um- und Ausbaumaßnahmen im Wohnbereich, die zum Erlangen oder Erhalten des Arbeits- oder Ausbildungsortes erforderlich sind.

 

4. Berufsvorbereitungzum Inhaltsverzeichnis

Zu den LTA zählt die Berufsvorbereitung einschließlich der wegen Behinderung erforderlichen Grundausbildung. Darunter fallen z.B. die blindentechnische Grundausbildung, Vorbereitungsmaßnahmen für Gehörlose oder das Erlernen der deutschen Sprache für Ausländer.

 

5. Berufliche Bildungzum Inhaltsverzeichnis

Zur beruflichen Bildung zählen Maßnahmen zur Anpassung an den Beruf, Ausbildung und Weiterbildung einschließlich des dafür erforderlichen Schulabschlusses. Nicht dazu zählen allgemeinbildende Maßnahmen.

Wenn die Fähigkeit beeinträchtigt ist, einen angemessenen Beruf zu erlernen, werden auch Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung einschließlich der Vorbereitung hierzu oder zur Entwicklung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten vor Beginn der Schulpflicht geleistet, z.B.:

  • Übernahme erhöhter Kosten für eine private Heimsonderschule
  • Maßnahmen, die Schulreife nach einem Kindergartenunfall zu erlangen

 

6. Leistungen in Werkstätten für behinderte Menschenzum Inhaltsverzeichnis

Die Berufsgenossenschaften und die Rentenversicherungsträger übernehmen vorwiegend die folgenden berufsfördernden Maßnahmen:

  • bis zu 4 Wochen, maximal 3 Monaten in einer anerkannten Werkstatt für Behinderte zur Arbeits- und Berufsförderung im Eingangsverfahren,
  • bis zu 2 Jahren im Berufsbildungsbereich als berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme,
    aber nur dann über 1 Jahr hinaus, wenn die Leistungsfähigkeit des Behinderten weiterentwickelt oder wiedergewonnen werden kann.
  • bei Bedarf sind über Unterstützte Beschäftigung Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung oder Berufsbegleitung möglich

 

7. Weitere Kostenzum Inhaltsverzeichnis

Die Berufsgenossenschaften und die Rentenversicherungsträger übernehmen auch Kosten, die mit den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Hierzu zählen z.B.:

  • Lehrgangskosten
  • Prüfungsgebühren
  • Lernmittel
  • Arbeitskleidung einschließlich Schuhwerk und Schutzkleidung
  • Arbeitsgeräte (z.B. Werkzeuge, Kleinmaschinen)
  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung, wenn für die Teilnehmer einer Maßnahme eine Unterbringung außerhalb des eigenen oder des elterlichen Haushalts nötig ist (z.B. unzumutbar weiter Anfahrtsweg) - wegen Art und Schwere der Behinderung oder zur Sicherung des Erfolgs der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

 

8. Zuschüsse an den Arbeitgeberzum Inhaltsverzeichnis

Die Rehaträger können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben auch als Zuschüsse an den Arbeitgeber leisten. Anspruchs- und antragsberechtigt ist der Versicherte; der Arbeitgeber ist "nur" Begünstigter ohne eigenes Antragsrecht.

 

Die Gewährung eines Zuschusses kann von Auflagen und Bedingungen abhängig gemacht werden. Zuschüsse an den Arbeitgeber gibt es z.B. als:

  • Ausbildungszuschüsse zur betrieblichen Ausführung von Bildungsleistungen
    Zuschusshöhe: 100 % der laut Ausbildungsvertrag für das letzte Ausbildungsjahr vereinbarten monatlichen Vergütung.
    Dauer: gesamte Dauer der Maßnahme.
  • Eingliederungszuschüsse
    Zuschusshöhe
    : bis zu 50 %, für Behinderte und Schwerbehinderte bis zu 70 % (in der Regel mit einer jährlichen Kürzung von mindestens 10 %) des tariflichen bzw. ortsüblichen Bruttoarbeitsentgelts.
    Dauer: in der Regel bis zu 1 Jahr, für Behinderte und Schwerbehinderte in der Regel bis zu 2 Jahre, unter bestimmten Voraussetzungen für Schwerbehinderte und Gleichgestellte bis zu 5 Jahre bzw. bis zu 8 Jahre (ab dem 55.Geburtstag).
  • Zuschüsse für Arbeitshilfen im Betrieb
  • Kostenerstattung für eine befristete Probebeschäftigung
    Sie soll die vollständige und dauerhafte berufliche Eingliederung verbessern oder überhaupt erst erreichen.
    Zuschusshöhe: teilweise oder voll
  • Umschulung, Aus- oder Weiterbildung im Betrieb
  • Technische Veränderung des Arbeitsplatzes 

 

9. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Rentenversicherungsträger, Integrationsamt und Integrationsfachdienst

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Teilhabe am Arbeitsleben > Rahmenbedingungen

Rehabilitation

Rehabilitation > Zuständigkeit

Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

Behinderung

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 16 SGB VI - § 35 SGB VII - jeweils i.V.m. §§ 33 ff. SGB IX)

 

Letzte Aktualisierung am 22.11.2014   Redakteur/in: Ines Grocki

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