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Verletztengeld

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Verletztengeld bekommen Patienten von der Unfallversicherung, wenn sie aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit arbeitsunfähig sind. Es ist eine sogenannte Lohnersatzleistung, d.h. es wird nur gezahlt, wenn der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leistet. Das Verletztengeld ist maximal so hoch wie das Nettoarbeitsentgelt. Es ist eine ähnliche Leistung wie das Krankengeld der Krankenkasse.

 

2. Voraussetzungenzum Inhaltsverzeichnis

Voraussetzungen für die Zahlung von Verletztengeld:

 

3. Höhezum Inhaltsverzeichnis

(§ 47 SGB VII)

Das Verletztengeld beträgt

  • 80 % des Bruttoarbeitsentgelts,
  • maximal aber das Nettoarbeitsentgelt.

Bei der Berechnung werden auch die Einmalzahlungen in den letzten 12 Monaten vor der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt.

Das Verletztengeld wird kalendertäglich für 30 Tage je Kalendermonat gezahlt.

 

3.1. Berechnungsbeispiel

Monatlich brutto 3.000,- €

3.000,- : 30 pro Kalendertag = 100,- €

davon 80 % = 80,- €

Monatlich netto 1.800,- €

1.800,- : 30 pro Kalendertag = 60,- €

folgt: Verletztengeld beträgt: 60,- € täglich.

 

Das Verletztengeld wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst (§ 50 Abs. 3 SGB IX), entsprechend der Anpassung beim Krankengeld. Näheres zur Anpassung unter Krankengeld > Höhe.

 

3.2. Sonderregelung

Bei Bezug von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung oder Kurzarbeitergeld wird Verletztengeld in Höhe des Krankengelds gezahlt. Bei Bezug von Arbeitslosengeld II oder anderen Leistungen des SGB II wird Verletztengeld in Höhe des ALG II gezahlt.

Tritt der Versicherungsfall im Strafvollzug ein oder ist der Berechtigte freiwillig in der Unfallversicherung versichert, gelten abweichende Regelungen. Dazu informieren die Unfallversicherungsträger.

 

3.3. Anrechnung

Auf das Verletztengeld werden z.B. angerechnet (§ 52 SGB VII):

  • Netto-Erwerbseinkommen - unter Außerachtlassung von einmalig gezahltem Entgelt
  • Mutterschaftsgeld, Versorgungskrankengeld, Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, langfristig bezogenes Arbeitslosengeld II.

 

3.4. Steuerfrei

Verletztengeld ist steuerfrei. Allerdings ist es bei der Steuererklärung anzugeben, da es bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt wird. Es unterliegt dem sogenannten Progressionsvorbehalt.

 

4. Dauerzum Inhaltsverzeichnis

(§ 46 SGB VII)

Die Zahlung des Verletztengelds beginnt

  • mit dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit
    oder
  • mit dem Tag des Beginns einer Heilbehandlungsmaßnahme.

 

Die Zahlung des Verletztengelds endet

  • mit dem letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit
    oder
  • mit dem letzten Tag der Hinderung an einer ganztägigen Erwerbstätigkeit durch eine Heilbehandlungsmaßnahme
    oder
  • bei Anspruch auf Übergangsgeld mit dem Tag vor Entstehen eines solchen Anspruchs
    oder
  • nach der 78. Woche ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit, außer eine weitere Behandlung als Folge des Versicherungsfalls ist medizinisch notwendig,
    oder
  • wenn die Arbeitsfähigkeit vermutlich nicht wieder hergestellt werden kann, auch nicht mit beruflichen Rehamaßnahmen (Berufliche Reha > Leistungen). Dann ist in der Regel ein Übergang zur Rente der Unfallversicherung oder der Rentenversicherung möglich.

 

5. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Auskünfte erteilen die Unfallversicherungsträger.

 

6. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Medizinische Rehabilitation

Berufliche Reha > Leistungen

Arbeitsunfall

Berufskrankheit

Unfallversicherung

Übergangsgeld

 

Gesetzesquellen: §§ 45 - 48 SGB VII

Redakteurin: Sabine Bayer

 

Letzte Aktualisierung am 14.11.2017   Redakteur/in: Sabine Bayer

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