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Versorgungskrankengeld

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Das Versorgungskrankengeld ist eine Entgeltersatzleistung bei Arbeitsunfähigkeit oder stationärer Reha nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG). Es wird u.a. an Kriegsbeschädigte, Impfgeschädigte oder Opfer von Gewalttaten gezahlt. Es beträgt 80 % des Regelentgelts, jedoch nicht mehr als das entgangene regelmäßige Nettoarbeitsentgelt.

 

2. Voraussetzungen zum Inhaltsverzeichnis

Die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Versorgungskrankengeld sind:

  • anerkannter Gesundheitsschaden, für dessen Folgen die staatliche Gemeinschaft in Abgeltung eines besonderen Opfers oder aus anderen Gründen einsteht, z.B. Kriegsbeschädigung, Impfschaden, Schädigung durch Gewalttaten (§ 5 SGB I)
    und
  • Arbeitsunfähigkeit
    oder
    stationäre Maßnahme der Heil- oder Krankenbehandlung oder Reha-Maßnahme (Medizinische Rehabilitation)

 

Anspruch auf Versorgungskrankengeld haben auch Hinterbliebene des Geschädigten, z.B. Witwen, hinterbliebene Lebenspartner, Waisen, Eltern.

 

Wer unmittelbar vor der Arbeitsunfähigkeit Arbeitslosengeld II bezogen hat, erhält kein Versorgungskrankengeld.

 

3. Höhezum Inhaltsverzeichnis

Das Versorgungskrankengeld beträgt 80 % des regelmäßigen Bruttoentgelts, jedoch nicht mehr als das entgangene regelmäßige Nettoarbeitseinkommen. Einmalzahlungen bleiben unberücksichtigt. Bei Selbstständigen orientiert sich die Berechnung des Regelentgelts an den Einkünften des letzten Kalenderjahres, für das ein Einkommensteuerbescheid vorliegt.

 

Das Versorgungskrankengeld beträgt höchstens 169,34 €/152 € (West/Ost) täglich.

 

Wird von einem anderen Reha-Träger Krankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld bezogen und besteht anschließend Anspruch auf Versorgungskrankengeld, so wird dieses von dem bisher zugrunde gelegten Entgelt berechnet.

 

Wer vor dem Bezug von Versorgungskrankengeld Arbeitslosengeld erhalten hat, erhält in der Regel 10/8 des Arbeitslosengelds.

 

Das Verletztengeld wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst (§ 50 Abs. 3 SGB IX), entsprechend der Anpassung beim Krankengeld. Näheres zur Anpassung unter Krankengeld > Höhe.

 

4. Dauer zum Inhaltsverzeichnis

Versorgungskrankengeld wird gezahlt, solange die Voraussetzungen vorliegen (siehe oben), jedoch maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren.

 

Das Versorgungskrankengeld endet, wenn

  • ein Dauerzustand festgestellt wird, d.h. die Arbeitsunfähigkeit wird in den nächsten 78 Wochen voraussichtlich noch bestehen.
  • eine Altersrente bewilligt wurde.
  • Vorruhestandsgeld gezahlt wird.

 

Besteht nach einer Heil- oder Krankenbehandlung Anspruch auf berufliche Rehaleistungen (Teilhabe am Arbeitsleben), wird für die Zeit zwischen den Maßnahmen Versorgungskrankengeld weitergezahlt, wenn

  • Arbeitsunfähigkeit vorliegt und kein Anspruch auf Krankengeld besteht
    oder
  • eine zumutbare Beschäftigung nicht vermittelt werden kann.

 

5. Ruhen des Anspruchs zum Inhaltsverzeichnis

Der Anspruch auf Versorgungskrankengeld ruht bei Bezug von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung, Mutterschaftsgeld und Kurzarbeitergeld. Auch während der Elternzeit ruht der Anspruch, wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht bereits vor Beginn der Elternzeit eingetreten ist.

 

6. Antrag zum Inhaltsverzeichnis

Um Versorgungsgeld zu erhalten, ist ein Antrag erforderlich. Wer regional zuständig ist, entscheiden die Bundesländer. In der Regel ist es das Versorgungsamt.

 

7. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

In der Regel das Versorgungsamt, Krankenkassen.

 

8. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Krankengeld

Merkzeichen

Soziale Entschädigung

 

Gesetzesquelle(n) 

§§ 16 ff. BVG, § 60 IfSG, OEG)

 

Letzte Aktualisierung am 27.02.2017   Redakteur/in: Maria Kästle

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