Corona Covid-19 > Selbstständige - Unternehmer

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus Covid-19 treffen Unternehmen jeder Größe, Selbstständige und Freiberufler. Um diese vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren, sind vom Bund verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, die von den Fördermöglichkeiten der Länder flankiert werden.

2. Erleichterter Zugang zur Grundsicherung

Reicht das Einkommen nicht mehr zur Bestreitung des Lebensunterhalts aus, kann Grundsicherung beantragt werden. Bei der Antragstellung zwischen 1.3.2020 und 31.12.2020 entfällt die Vermögensprüfung für das erste halbe Jahr, wenn der Antragsteller erklärt, kein erhebliches Vermögen zu besitzen. Ein weiteres Ziel der neuen Gesetzgebung ist, dass die bisher bezogene Wohnung als Lebensmittelpunkt erhalten bleibt. Deshalb werden in den ersten 6 Monaten die Wohn- und Heizkosten in voller Höhe übernommen.

Nähere Informationen zu den Sonderregelungen der Grundsicherung finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de > Grundsicherung und Sozialschutzpaket > Corona-Virus: FAQ zur Grundsicherung.

3. Überbrückungshilfe und Finanzielle Unterstützung durch die Bundesländer

Kleine und mittelständische Unternehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie unter Umsatzrückgängen leiden, können für die Monate September bis Dezember Überbrückungshilfe beantragen, um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern. Informationen zur Überbrückungshilfe und zur Antragstellung unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Auch viele Bundesländer unterstützten Unternehmen durch finanzielle Hilfen. Einen Überblick über die verschiedenen Hilfsprogramme bietet die Sparkasse unter www.sparkasse.de/aktuelles/corona-hilfe-der-bundeslaender.html.

Der Deutsche Bauernverband bietet hilfreiche Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Landwirtschaft betreffen unter www.bauernverband.de/topartikel/corona-virus-und-landwirtschaft

4. Finanzielle Hilfe durch Kredite

Die staatliche Förderbank KfW unterstützt durch verschiedene Kreditprogramme Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige, die durch die Corona-Krise unverschuldet in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind. Nähere Informationen unter www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

Fragen zu den Corona-Krediten beantwortet die KfW Mo–Fr von 8–18 Uhr kostenlos unter folgender Hotline: 0800 5399000.

Speziell für gemeinnützige Organisationen wie z.B. Sozialunternehmen oder Jugendherbergen wurde ein KfW-Sonderkreditprogramm aufgelegt. Weitere Informationen bietet die Bank für Sozialwirtschaft unter www.sozialbank.de/covid-19/corona-helpdesk/bundesrecht/kfw-sonderkreditprogramm.html.

5. Steuerliche Maßnahmen

Für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler soll die Steuerlast durch eine Anpassung der Vorauszahlungen oder durch eine Erstattung bereits geleisteter Vorauszahlungen gemindert werden. Außerdem können Steuerschulden durch die Stundung von Steuerzahlungen und die Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

Nähere Informationen zu den steuerlichen Hilfsmaßnahmen bietet das Bundesministerium der Finanzen unter www.bundesfinanzministerium.de > Themen > Top-Themen > Corona-Schutzschild > Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte.

6. Pflicht zum Insolvenzantrag ausgesetzt

Die Insolvenzantragspflicht wird für Unternehmen, die zwar überschuldet aber nicht zahlungsunfähig sind, bis zum 31.12.2020 ausgesetzt. Weitere Informationen bietet die Bundesregierung unter www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/insolvenzaussetzungsgesetz-1781394.

7. Virtuelle Versammlungen

Damit die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie notwendige Beschlüsse und Veränderungen für Unternehmen nicht blockieren, sind 2020 virtuelle Versammlungen möglich, auch ohne dass dafür die Satzung geändert werden muss. Die Einberufungsfrist kann auf 21 Tage verkürzt werden, was Entscheidungen infolge der Corona-Pandemie beschleunigt.

8. Entschädigungen bei Schließungen und Quarantäne

Selbstständige und Arbeitnehmer können bei einem Verdienstausfall durch eine Quarantäne, ein Tätigkeitsverbot oder eine Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen Entschädigungen beantragen. Ausführliche Informationen zu den Voraussetzungen und der Antragstellung bietet das Portal "Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz" unter https://ifsg-online.de.

9. Kurzarbeit

Die Möglichkeit, Kurzarbeit für das Unternehmen anzumelden, ist vereinfacht worden und das Kurzarbeitergeld wird nach einer längeren Bezugsdauer erhöht. Zudem sind Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld, die zusammen mit dem Kurzarbeitergeld max. 80 % des ausgefallenen Arbeitsentgelts betragen, steuerfrei.

Die Sozialversicherungsbeiträge, welche Arbeitgeber während der Kurzarbeit zahlen müssen, werden bis zum 30.6.2021 zu 100 % erstattet. Vom 1.7.2021 bis zum 31.12.2021 erfolgt noch eine Erstattung von 50 %, sofern mit der Kurzarbeit bis zum 30.06.2021 begonnen wurde. Auch eine berufliche Weiterbildung während der Kurzarbeit wird gefördert: Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit weiterbilden (zusätzlich) 50 % der Sozialversicherungsbeiträge erstattet. D.h. Unternehmen, die Kurzarbeit bis zum 30.6.2021 eingeführt haben, bekommen ab dem 1.7. noch eine Erstattung von 100 %. Unternehmen, die Kurzarbeit erst nach dem 30.6.2021 eingeführt haben, erhalten eine Erstattung von 50 %. Die bisherige Voraussetzung, dass die Weiterbildung mindestens 50 % der Zeit des Arbeitsausfalls in Anspruch nehmen muss, entfällt.

Näheres zu den Sonderregelungen rund um das Kurzarbeitergeld unter Corona Covid-19 > Kurzarbeitergeld.

10. Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Situation hat sich in der vergangenen Zeit deutlich verschlechtert, sodass viele Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder bereits ihre Anstellung verloren haben. Um weiterhin sozial abgesichert zu sein, muss man sich arbeitslos melden. Über die eServices der Bundesagentur für Arbeit können sich Betroffene arbeitssuchend melden, Arbeitslosengeld beantragen oder Veränderungen mitteilen. Persönliche Termine finden aktuell nur nach Aufforderung statt. Aktuelle Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter www.arbeitsagentur.de > Aktuelle Informationen zum Bezug unserer Leistungen.

Für Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) wird die Bezugsdauer einmalig um 3 Monate verlängert, wenn deren Anspruch zwischen dem 1.5. und dem 31.12.2020 enden würde.

11. Sonderzahlungen steuerfrei

Beihilfen und Unterstützungsleistungen in Form von Barzuschüssen oder Sachbezügen, welche Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern zwischen dem 1.3. und dem 31.12.2020 auszahlen, sind bis zu einer Höhe von 1.500 € steuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung ist, dass die Sonderleistungen zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt werden.

12. Senkung der Umsatzsteuer

Vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gilt eine Senkung der regulären Umsatzsteuer von 19 auf 16 % sowie der ermäßigten Umsatzsteuer von 7 auf 5 %.

In der Gastronomie gilt für Speisen seit dem 1.7.2020 der Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 %. Vom 1.1.2021 bis zum 30.6.2021 gilt dann noch ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 7 %.

13. Unterstützung für Start-ups

Ein 2-Milliarden-€-Hilfspaket soll die speziellen Bedürfnisse von Start-ups in Corona-Zeiten berücksichtigen. Es geht insbesondere um eine Erweiterung der Wagniskapitalfinanzierung.

Ausführliche Informationen über das Maßnahmenpaket bieten das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200401-sart-ups-bekommen-2-milliarden-euro.html sowie die Bundesregierung unter www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-hilfen-fuer-start-ups-1778186.

14. Sicherung von Ausbildungsplätzen

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten einmalig eine Prämie von 2.000 € für jeden in den Jahren 2020 und 2021 neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot 2020 verglichen mit den letzten 3 Jahren nicht verringern.

Für jeden zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplatz wird eine Prämie in Höhe von 3.000 € gezahlt. Auch für die Übernahme eines Auszubildenden, der wegen Insolvenz seines Ausbildungsbetriebs seine Ausbildung dort nicht fortsetzen kann, gibt es eine Prämie in Höhe von 3.000 €.

Ausführliche Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Bundesregierung unter www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ausbildung-corona-1763542.

15. Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 600 Milliarden € soll insbesondere großen Unternehmen dabei helfen, ihre Kapitalbasis zu stärken und Liquiditätsengpässe zu überwinden. Ausführliche Informationen zu den Zugangskriterien und zur Antragstellung bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/WSF/wirtschaftsstabilisierungsfonds.html.

16. Sonderprogramm Kinder- und Jugendhilfe

Viele Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Kinder- und Jugendbildung haben aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen finanzielle Schwierigkeiten. Um diese Einrichtungen zu unterstützen, stehen Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen zur Verfügung. Nähere Informationen bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/hilfen-fuer-soziale-einrichtungen/sonderprogramm-kinder-jugend-bildung-arbeit.

17. Wer hilft weiter?

Eine übersichtliche Darstellung der Corona-Hilfen finden Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de > Informationen für Selbständige und Unternehmen.

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Letzte Bearbeitung: 07.10.2020

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