Corona Covid-19 > Selbstständige - Unternehmer

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus Covid-19 treffen Unternehmen jeder Größe, Selbstständige und Freiberufler. Um diese vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren, sind vom Bund verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, die von den Fördermöglichkeiten der Länder flankiert werden. Dazu gehören z.B. Erleichterungen bei der Anrechnung von Vermögen und Übernahme von Mieten bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende, staatliche Zuschüsse (Überbrückungsbeihilfe und Neustarthilfe Plus), Kredite und steuerliche Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität. Die meisten Hilfen und Sonderregelungen gelten derzeit bis Ende 2021.

2. Erleichterter Zugang zur Grundsicherung

Reicht das Einkommen nicht mehr zur Bestreitung des Lebensunterhalts aus, kann Grundsicherung beantragt werden. Für Bewilligungszeiträume, die zwischen dem 1.3.2020 und dem 31.12.2021 beginnen, entfällt die Vermögensprüfung, wenn der Antragsteller erklärt, kein erhebliches Vermögen (über 60.000 € für die erste Person einer Bedarfsgemeinschaft, über 30.000 € für jede weitere Person) zu besitzen. Ein weiteres Ziel ist, dass die bisher bezogene Wohnung als Lebensmittelpunkt erhalten bleibt. Deshalb werden bei Bewilligungszeiträumen mit Beginn im genannten Zeitraum die Wohn- und Heizkosten in voller Höhe übernommen. Bewilligungszeiträume mit Beginn innerhalb des genannten Zeitraums dauern jeweils 6 Monate.

Nähere Informationen zu den Sonderregelungen der Grundsicherung finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de > Grundsicherung und Sozialschutzpaket > Corona-Virus: FAQ zur Grundsicherung.

3. Überbrückungshilfe, Neustarthilfe Plus und Finanzielle Unterstützung durch die Bundesländer

Kleine und mittelständische Unternehmen, die aufgrund der Corona-Pandemie unter Umsatzrückgängen leiden, können Überbrückungshilfe beantragen, um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern. Diese Hilfe wurde verlängert bis Ende des Jahres 2021. Verlängert wird auch die Neustarthilfe Plus für Soloselbstständige. Nähere Informationen dazu gibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/informationen-zu-corona-hilfen-des-bundes.html.

 

Für die Monate November und Dezember 2020 gab es eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die sog. Novemberhilfe bzw. Dezemberhilfe, für Unternehmen, Betriebe, Einrichtungen und Selbstständige, die aufgrund der aktuellen Maßnahmen direkt von Umsatzeinbußen betroffen waren.

Auch viele Bundesländer unterstützen Unternehmen durch finanzielle Hilfen.

4. Finanzielle Hilfe durch Kredite

Die staatliche Förderbank KfW unterstützt durch verschiedene Kreditprogramme Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige, die durch die Corona-Krise unverschuldet in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind. Nähere Informationen unter www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

Fragen zu den Corona-Krediten beantwortet die KfW Mo–Fr von 8–18 Uhr kostenlos unter folgender Hotline: 0800 5399000.

Speziell für gemeinnützige Organisationen wie z.B. Sozialunternehmen oder Jugendherbergen wurde ein KfW-Sonderkreditprogramm aufgelegt. Weitere Informationen bietet die Bank für Sozialwirtschaft unter www.kfw.de > Suchbegriff: "279".

5. Steuerliche Maßnahmen

Für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler soll die Steuerlast durch eine Anpassung der Vorauszahlungen oder durch eine Erstattung bereits geleisteter Vorauszahlungen gemindert werden. Außerdem können Steuerschulden durch die Stundung von Steuerzahlungen und die Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden.

Nähere Informationen zu den steuerlichen Hilfsmaßnahmen bietet das Bundesministerium der Finanzen unter www.bundesfinanzministerium.de > Themen > Top-Themen > Corona-Schutzschild > Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte.

Die Fristen zur Abgabe der Steuererklärungen wurden verlängert. Menschen, die ihre Steuererklärungen selbst abgeben, haben für die Steuererklärungen des Jahres 2020 ausnahmsweise Zeit bis zum 31.10.2021. Wird ein Steuerbüro eingeschaltet, so können die Steuererklärungen für 2020 bis zum 31.5.2022 eingereicht werden.

6. Virtuelle Versammlungen

Damit die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie notwendige Beschlüsse und Veränderungen für Unternehmen nicht blockieren, sind 2021 virtuelle Versammlungen möglich, auch ohne dass dafür die Satzung geändert werden muss. Die Einberufungsfrist des Aktiengesetzes für Hauptversammlungen kann auf 21 Tage verkürzt werden, was Entscheidungen infolge der Corona-Pandemie beschleunigt.

7. Entschädigungen bei Schließungen und Quarantäne

Selbstständige und Arbeitnehmer können bei einem Verdienstausfall durch eine Quarantäne, ein Tätigkeitsverbot oder eine Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen Entschädigungen beantragen. Ausführliche Informationen zu den Voraussetzungen und der Antragstellung bietet das Portal "Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz" unter https://ifsg-online.de. Für viele Bundesländer kann der Antrag unter https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html direkt gestellt werden.

Bei angeordneter Quarantäne wegen Corona sollen Ungeimpfte ab dem 1.11.2021 in der Regel keinen Anspruch mehr auf die Entschädigung haben. Es soll Ausnahmen geben:

  • wenn eine Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht sinnvoll oder möglich ist,
  • wenn eine Impfung nicht oder noch nicht empfohlen war.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bleibt aber auch für Ungeimpfte bestehen, wenn sie wegen Covid-19 arbeitsunfähig erkrankt sind.

8. Kurzarbeit

Zum Schutz von Arbeitsplätzen vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden die Regelungen zum Kurzarbeitergeld vorübergehend geändert (derzeit bis zum Ende des Jahres 2021). Unter anderem sind Zuschüsse des Arbeitgebers zum KUG steuerfrei, sofern diese zusammen höchstens 80 % des ausgefallenen Arbeitsentgelts betragen. Betriebe bekommen außerdem auf Antrag die Sozialversicherungsbeiträge, die sie während des Bezugs von Kurzarbeitergeld allein tragen müssen, in Form einer Pauschale erstattet. Näheres zu den Sonderregelungen rund um das Kurzarbeitergeld unter Corona Covid-19 > Kurzarbeitergeld.

9. Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Situation hat sich in der vergangenen Zeit deutlich verschlechtert, sodass viele Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder bereits ihre Anstellung verloren haben. Um weiterhin sozial abgesichert zu sein, müssen Betroffene sich arbeitslos melden. Die Verpflichtung, sich persönlich vor Ort bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden besteht trotz der Corona-Pandemie.

Für Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) wurde die Bezugsdauer einmalig um 3 Monate verlängert, wenn deren Anspruch zwischen dem 1.5. und dem 31.12.2020 geendet hat.

10. Sonderzahlungen steuerfrei

Beihilfen und Unterstützungsleistungen in Form von Barzuschüssen oder Sachbezügen, die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern von 1.3.2021 bis 31.3.2022 ausgezahlt haben, sind bis zu einer Höhe von 1.500 € steuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung ist, dass die Sonderleistungen zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt wurden.

11. Senkung der Umsatzsteuer

In der Gastronomie galt für Speisen vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 der Umsatzsteuersatz in Höhe von 5 %. Seit dem 1.1.2021 voraussichtlich bis zum 31.12.2022 gilt ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 7 %. Weitere Umsatzsteuersenkungen endeten zum 31.12.2020.

12. Unterstützung für Start-ups

Ein 2-Milliarden-€-Hilfspaket soll die speziellen Bedürfnisse von Start-ups in Corona-Zeiten berücksichtigen. Es geht insbesondere um eine Erweiterung der Wagniskapitalfinanzierung.

Ausführliche Informationen zur Beteiligungsfinanzierung für Start-ups und kleine Unternehmen bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau unter www.kfw.de > Unternehmen > Überblick: Unternehmen > KfW-Corona-Hilfe: Beteiligungsfinanzierung.

13. Sicherung von Ausbildungsplätzen

Kleine und mittlere Unternehmen erhielten einmalig eine Prämie von 2.000 € für jeden für das Ausbildungsjahr 2020/2021 neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Für das Ausbildungsjahr 2021/2022 wurde diese Prämie auf 4.000 € erhöht. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen ihr Ausbildungsplatzangebot verglichen mit den letzten 3 Jahren nicht verringert haben.

Für jeden zusätzlich geschaffenen Ausbildungsplatz wurde im Ausbildungsjahr 2020/2021 eine Prämie in Höhe von 3.000 € gezahlt. Für das Jahr 2021/2022 wurde diese Ausbildungsprämie plus auf 6.000 € erhöht. Auch für die Übernahme eines Auszubildenden, der wegen Insolvenz seines Ausbildungsbetriebs seine Ausbildung dort nicht fortsetzen kann, gibt es eine Prämie. Die bisherige Prämie von 3.000 € wurde auf 6.000 € erhöht.

Ausbildende Kleinstunternehmen erhielten 1.000 € als Lockdown-II-Sonderzuschuss, wenn der Ausbildungsbetrieb im letzten Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgesetzt hat.

Ausführliche Informationen zu den Unterstützungsmöglichkeiten bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter www.bmbf.de > Suchbegriff: "Ausbildungsplätze sichern".

14. Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 600 Milliarden € soll insbesondere großen Unternehmen dabei helfen, ihre Kapitalbasis zu stärken und Liquiditätsengpässe zu überwinden. Ausführliche Informationen zu den Zugangskriterien und zur Antragstellung bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de/Redaktion/DE/Coronavirus/WSF/wirtschaftsstabilisierungsfonds.html.

15. Sonderprogramm Kinder- und Jugendhilfe

Viele Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Kinder- und Jugendbildung haben aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen finanzielle Schwierigkeiten. Um diese Einrichtungen zu unterstützen, stehen bis Ende 2021 Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen zur Verfügung. Nähere Informationen bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/hilfen-fuer-soziale-einrichtungen/sonderprogramm-kinder-jugend-bildung-arbeit.

16. Wer hilft weiter?

Eine übersichtliche Darstellung der Corona-Hilfen finden Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter www.bmwi.de > Informationen für Selbständige und Unternehmen. Dieses Ministerium bietet auch telefonische Beratung an:

  • Allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus: 030 12002-1031 / -1032, Mo–Fr von 9–17 Uhr
  • Neustarthilfe: 030 12002-1034

17. Verwandte Links

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Letzte Bearbeitung: 13.10.2021

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