Einmalzahlung bei 1 Prozent Belastungsgrenze

1. Frage

Ein chronischer Schmerzpatient, 75 Jahre alt, hat durch seine Zuzahlungen im laufenden Jahr die Belastungsgrenze von 1 % (vom Bruttoeinkommen) bereits im Juli erreicht. Nun hat ihm seine Krankenkasse angeboten, dass er im nächsten Jahr einmalig 1 % seines Bruttoeinkommens an sie zahlt und dann für das Jahr eine Zuzahlungsbefreiung erhält. Ist dieses Vorgehen für ihn zu empfehlen?

2. Antwort

Sinnvoll ist die Einmal-Zahlung der 1 % an die Krankenkasse, wenn die Belastungsgrenze (Zuzahlungsbefreiung für chronisch Kranke) im letzten Jahr bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt überschritten wurde und wenn absehbar ist, dass sich bei den Einnahmen und den Zuzahlungen des Versicherten nicht viel ändert.
Dies trifft z.B. bei Rentnern mit geringem Einkommen zu, die aufgrund ihrer chronischen Erkrankung dieselben Arzneimittel wie im Vorjahr nehmen müssen. In solchen Fällen kann man davon ausgehen, dass die 1-%-Belastungsgrenze überschritten wird.

Das Problem bei dieser Variante ist, dass der Versicherte keinen Überblick hat, wie viel Zuzahlungen er leisten würde, da er ein Befreiungskärtchen hat. Er kann also im Nachhinein nicht mehr beurteilen, ob er durch die Zuzahlungen, z.B. zu Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln, tatsächlich 1 % erreicht hätte. Die bereits bezahlte Einmalzahlung wird auch nicht zurückerstattet. Es könnte sein (z.B. falls seine Medikamente zuzahlungsfrei werden), dass er die 1-%-Grenze gar nicht erreicht hätte.

Grundsätzlich ist dies nur in der genauen Betrachtung des Einzelfalls erkennbar. Unterstützung finden Patienten in diesen Fragen bei ihrer Krankenkasse oder über das Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit zum Thema Krankenversicherung 030 3406066-01, Mo-Do 8-18 Uhr und Fr 8-12 Uhr.

Letzte Bearbeitung: 15.08.2019

{}Einmalzahlung bei 1 Prozent Belastungsgrenze{/}{}Fallbeispiel{/}