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Demenz > Allgemeines

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

In Deutschland sind etwa 1,2 Million Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Die Krankheit beginnt meist mit Erinnerungsproblemen und verändert Patienten in ihrem Wesen. Die typischen Symptome Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit und Sprachstörungen machen es den Angehörigen schwer, mit den Patienten umzugehen. Die Therapie der Demenz erfordert einen umfassenden, ganzheitlichen Ansatz, dabei werden Medikamente und nichtmedikamentöse Therapien eingesetzt. Therapieziel ist, die kognitiven Fähigkeiten und die Alltagskompetenz der Patienten zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

 

2. Grundsätzlicheszum Inhaltsverzeichnis

Für Angehörige ist es schwer mit anzusehen, wie Ehemann, Ehefrau, Vater oder Mutter sich verändern, unselbstständig, verwirrt, misstrauisch und hilflos werden. Um besser mit dem Patienten und seiner Erkrankung umgehen zu können, ist es wichtig, die Demenz zu verstehen. Deshalb sollen sich Angehörige mit dem Krankheitsbild beschäftigen und sich über die Abläufe im Gehirn und die dadurch eintretenden Verhaltensänderungen informieren. Wissen erleichtert das Verständnis für den Kranken, das Hineinfühlen in seine Welt.

 

Demenz zählt zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Unter 65 Jahren sind nur vereinzelt Menschen betroffen.

 

3. Symptomezum Inhaltsverzeichnis

Demenz bedeutet den Verlust erworbener intellektueller und kognitiver Fähigkeiten, vor allem des Gedächtnisses, des Denkens und der Orientierung, begleitet von Persönlichkeitsveränderungen aufgrund von hirnorganischen, degenerativen Veränderungen. Typische Symptome für eine Demenz sind:

  • Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses, Vergesslichkeit
  • Zeitliche, räumliche und persönliche Orientierungslosigkeit, zielloses Herumirren
  • Nachlassendes Denkvermögen, Rechenstörungen, eingeschränkte Urteilsfähigkeit
  • Abnehmende körperliche Beweglichkeit, Störung von Reflexen, führt zu Sturzgefahr
  • Persönlichkeitsveränderung, Gereiztheit, Aggression
  • Sprachstörungen
  • Schlafstörungen, Näheres unter Schlafhygiene 
  • Depressive Symptome wie Antriebsarmut, Angst, Niedergeschlagenheit und Verlust der Eigeninitiative
  • Essstörungen: Essen von Nicht-Essbarem, Essen und Trinken vergessen
  • Wahnvorstellungen, selten auch Enthemmung, Halluzinationen oder Euphorie

 

Für die Diagnose einer Demenz müssen die Symptome über mindestens 6 Monate bestanden haben. Keines der genannten Symptome tritt nur bei einer Demenz­erkrankung auf. Sie können auch auf eine seelische Störung oder eine andere hirnorganische Erkrankung hinweisen. Daher ist eine gründliche Diagnostik wichtig.

 

4. Verlauf und Phasenzum Inhaltsverzeichnis

Demenzerkrankungen sind Erkrankungen, bei denen nach und nach Gewebeteile bzw. Nervenzellen im Gehirn abgebaut werden. Nur bei sehr wenigen Formen sind grundlegende Verbesserungen oder gar eine Heilung möglich. Häufig wird der Verlauf in 3 Phasen eingeteilt:

  • Frühes Stadium
    Störungen von Gedächtnis, Orientierung, Denkvermögen und Wortfindung. Der Betroffene kann sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr an Gespräche und Handlungen erinnern, Fragen wiederholen sich, Vereinbarungen werden vergessen, anspruchsvolle Tätigkeiten können nicht mehr ausgeführt werden, die Sprache wird unpräzise.
  • Mittleres Stadium
    Orientierungslosigkeit, ausgeprägte Störungen der Sprache, Verblassen der Erinnerung. Betroffene finden sich in fremder und vertrauter Umgebung nicht mehr zurecht und sind z.T. auf Unterstützung beim Waschen, Anziehen und Essen angewiesen. Sätze ergeben keinen Sinn mehr, die Erinnerung verblasst immer mehr. Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus und unkontrollierte Gefühlsausbrüche können hinzukommen.
  • Fortgeschrittenes Stadium
    Hochgradiger geistiger Abbau, zunehmende Pflegebedürftigkeit und körperliche Symptome. Das Gefühlsleben des Erkrankten bleibt jedoch erhalten. Unterstützung ist bei allen Verrichtungen im Alltag nötig. Verbale Kommu­nikation ist kaum mehr möglich, oft ist das Sprachvermögen des Patienten auf wenige Worte beschränkt. Durch die Schädigungen des Gehirns tritt ein Kontroll­verlust des Körpers ein, der sich z.B. in Schluckstörungen äußern kann.

 

Die Stadien gehen fließend ineinander über, die Fähigkeiten und Defizite sind bei jedem Patienten unterschiedlich.

 

5. Ursachen und Formenzum Inhaltsverzeichnis

Demenzen können bis zu 100 verschiedene Ursachen und Formen haben. Es wird unterschieden zwischen primären und sekundären Demenzen.

  • Primäre Demenzen
    Bei primären Demenzen beginnt der Krankheitsprozess direkt im Gehirn. Die Schädigungen sind bleibend (z.B. Alzheimer-Krankheit, gefäßbedingte Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz, frontotemporale Demenz, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit).
  • Sekundäre Demenzen
    Die Demenz ist die Folge einer anderen Grunderkrankung, z.B. Parkinson, Hirntumor, Depressionen, Korsakow-Syndrom. Die Grunderkrankungen sind zum Teil behandelbar und manchmal ist auch eine Rückbildung der Demenzsymptomatik möglich.

 

6. Diagnostikzum Inhaltsverzeichnis

Gedächtnisstörungen können viele verschiedene Ursachen haben, z.B. zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Vitaminmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Depressionen. Daher ist eine frühzeitige, gründliche körperliche und neurologische Untersuchung wichtig. Dabei werden andere Erkrankungen mittels Urin- und Blutanalysen, Elektrokardiogramm (EKG) sowie bildgebenden Verfahren (CT, MRT) ausgeschlossen.

 

Im Anamnesegespräch erhält der Facharzt vom Betroffenen und seinen Bezugspersonen Angaben über den Zeitpunkt und das Ausmaß der auftretenden Symptome und Verhaltensauffälligkeiten, ein­genommene Medikamente, andere Erkrankungen etc.

Zudem ermitteln psychologische Tests und Fragen das Gedächtnis, die Sprach- und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen. Das kann für Betroffene sehr unangenehm sein, da die Defizite unmittelbar spürbar werden.

 

Bei Betroffenen wechselt oft die Tagesform, sodass sie beim Arzt einen gesunden Eindruck machen. Zudem können viele im Anfangsstadium ihre Defizite gut überspielen. Eine Therapie ist aber umso wirksamer, je früher sie einsetzt.

 

Die Diagnose können erfahrene Ärzte bzw. Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie oder Memory-Kliniken stellen. Adressen von Memory-Kliniken, Gedächtnissprechstunden und Gedächtnisambulanzen unter externer Linkwww.deutsche-alzheimer.de > Unser Service > Gedächtnissprechstunden.

 

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Redakteurin: Jutta Meier

 

Letzte Aktualisierung am 08.02.2018   Redakteur/in: Jutta Meier

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