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Mehrbedarfszuschläge

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Sozialhilfeempfänger und Empfänger von Grundsicherung erhalten in besonderen Situationen, z.B. schwanger, alleinerziehend, behindert, einen finanziellen Zuschlag. Die Höhe errechnet sich prozentual vom Regelsatz der Sozialhilfe.

 

2. Arbeitslosengeld IIzum Inhaltsverzeichnis

Auch im Zusammenhang mit Arbeitslosengeld II (Hartz IV) kann es unter bestimmten Voraussetzungen einen Mehrbedarf zum Lebensunterhalt geben. Näheres unter Arbeitslosengeld II und Sozialgeld.

 

3. Voraussetzungen zum Inhaltsverzeichnis

Mehrbedarfszuschläge gibt es zusätzlich zum Regelsatz der laufenden Sozialhilfe bzw. der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

Mehrere Mehrbedarfszuschläge zusammen dürfen maximal so hoch sein wie der maßgebende Regelsatz. Nur der Mehrbedarf zur Warmwassererzeugung darf darüber hinausgehen.

 

4. Berechtigte Personenkreise und Höhezum Inhaltsverzeichnis

Die Höhe errechnet sich prozentual aus dem jeweils maßgebenden Regelsatz der Sozialhilfe, Näheres unter Regelsätze der Sozialhilfe.

 

4.1. Merkzeichen G und aG

Personen, die eine volle Erwerbsminderungsrente oder eine Regelaltersrente beziehen und Merkzeichen G oder Merkzeichen aG in ihrem Schwerbehindertenausweis haben: Mehrbedarfszuschlag von 17 % des maßgebenden Regelsatzes.

 

4.2. Schwangere

Schwangere mit Beginn der 13. Schwangerschaftswoche: Mehrbedarfszuschlag von 17 % des maßgebenden Regelsatzes.

 

4.3. Alleinerziehende

Alleinerziehende, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammenleben und diese(s) versorgen:

  • für ein Kind unter 7 Jahren oder für 2 bzw. 3 Kinder unter 16 Jahren: Mehrbedarfszuschlag 147,24 € monatlich (= 36 % der Regelbedarfsstufe 1).
  • für jedes Kind, das die oberen Voraussetzungen nicht erfüllt: Mehrbedarfszuschlag 49,08 €, insgesamt maximal 143,15 € monatlich (= 12 % bis max. 60 % der Regelbedarfsstufe 1).

 

4.4. Behinderte Menschen: Eingliederungshilfe

Behinderte Menschen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben und Eingliederungshilfe für behinderte Menschen zur Schul-, Aus- oder Fortbildung erhalten, erhalten einen Mehrbedarfszuschlag von 35 % des maßgebenden Regelsatzes (Regelsätze der Sozialhilfe).

 

4.5. Kranke, Genesende, behinderte Menschen: aufwendige Ernährung

Kranke, genesende, behinderte oder von einer Krankheit oder Behinderung bedrohte Menschen, die einer kostenaufwendigeren Ernährung bedürfen, erhalten Krankenkostzulage in angemessener Höhe nach den Richtlinien der Sozialämter und in der Regel unter Vorlage eines ärztlichen Attestes. Näheres unter Krankenkostzulage.

 

4.6. Warmwassererzeugung in der Wohnung

Die Kosten für Warmwasser gehören normalerweise zu Unterkunft und Heizung, Näheres unter Sozialhilfe > Miete und Heizung. Aber bei einer dezentralen Warmwasserversorgung (Durchlauferhitzer, Boiler) werden diese Kosten als Mehrbedarf abgerechnet.

Die Höhe des Mehrbedarfs für Warmwassererzeugung richtet sich nach dem Regelbedarf der jeweiligen Regelbedarfsstufe (Regelsätze der Sozialhilfe).

 

Regelbedarfsstufe

Mehrbedarf für Warmwasser

1

Volljährige Alleinstehende oder Alleinerziehende

9,41 € (2,3 % der Regelbedarfsstufe 1)

2

Volljährige Ehe- oder Lebenspartner in einer Bedarfsgemeinschaft
(= gemeinsamer Haushalt) jeweils

8,46 € (2,3 % der Regelbedarfsstufe 2)

3

Sonstige Volljährige in einer Bedarfsgemeinschaft jeweils

7,52 € (2,3 % der Regelbedarfsstufe 3)

4

Jugendliche vom 14. bis zum 18. Geburtstag jeweils

4,35 € (1,4 % der Regelbedarfsstufe 4)

5

Kinder vom 6. bis zum 14. Geburtstag jeweils

3,49 € (1,2 % der Regelbedarfsstufe 5)

6

Kinder bis zum 6. Geburtstag jeweils

1,90 € (0,8 % der Regelbedarfsstufe 6)

 

5. Praxistippzum Inhaltsverzeichnis

Der Regelbedarf ist mit den Regelsätzen abgedeckt und der ergänzende Mehrbedarf ist eindeutig festgelegt. Hat jedoch ein Sozialhilfeempfänger einen individuellen Bedarf, der laufend (nicht nur einmalig) höher ist als der durchschnittliche Bedarf, muss der Sozialhilfeträger diesen besonderen Bedarf anerkennen und einen abweichenden Regelsatz festsetzen (§ 27a Satz 4 SGB XII), Näheres unter Regelsätze der Sozialhilfe.

 

6. Wer hilft weiter?zum Inhaltsverzeichnis

Individuelle Auskünfte erteilt das Sozialamt.

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Sozialhilfe

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Regelsätze der Sozialhilfe

Hilfe zum Lebensunterhalt

Krankenkostzulage

 

Gesetzesquelle(n) 

(§ 30 SGB XII)

 

Letzte Aktualisierung am 23.06.2017   Redakteur/in: Andrea Nagl

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