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Psychosen > Schwerbehinderung

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Bei schweren Psychosen, zu denen auch die Schizophrenien zählen, kann vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung (GdB) bzw. Grad der Schädigungsfolgen (GdS) festgestellt werden. Der GdB/GdS richtet sich nach der Dauer der Akutphasen und nach dem Maß der sozialen Einschränkungen.

Es ist in jedem einzelnen Fall abzuwägen, ob die Anerkennung als schwerbehindert eine Stigmatisierung und/oder Belastung darstellt, die für den Patienten zusätzliche Probleme bereiten kann, oder ob die Anerkennung hilfreich ist, weil dadurch Leistungen in Anspruch genommen werden können, die nur schwerbehinderten Menschen offenstehen, z.B. in Zusammenhang mit der beruflichen Integration.

 

2. Allgemeineszum Inhaltsverzeichnis

Unterstützung und Hilfen für behinderte Menschen sind hauptsächlich im SGB IX - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen geregelt. Nachfolgend Links zu den allgemeinen Regelungen:

 

3. Versorgungsmedizinische Grundsätzezum Inhaltsverzeichnis

Das Versorgungsamt richtet sich bei der Feststellung der Behinderung nach den "Versorgungsmedizinischen Grundsätzen". Diese enthalten Anhaltswerte über die Höhe des Grads der Behinderung (GdB) bzw. des Grads der Schädigungsfolgen (GdS).

Die "Versorgungsmedizinischen Grundsätze" ersetzen seit 1.1.2009 die "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht" und können beim Bundesjustizministerium unter externer Linkwww.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html eingesehen werden.

 

4. Anhaltswerte bei Psychosenzum Inhaltsverzeichnis

Nachfolgend die Anhaltswerte für schizophrene und affektive Psychosen.

 

4.1. Langdauernde Psychose

Langdauernde (über ein halbes Jahr anhaltende) Psychose

GdB/GdS

im floriden Stadium je nach Einbuße beruflicher und sozialer Anpassungsmöglichkeiten

50-100

 

4.2. Schizophrener Residualzustand

Schizophrener Residualzustand (z.B. Konzentrationsstörung, Kontaktschwäche, Vitalitätseinbuße, affektive Nivellierung) mit geringen und einzelnen Restsymptomen

GdB/GdS

ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten

10-20

mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten

30-40

mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten

50-70

mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten

80-100

 

4.3. Affektive Psychose

Affektive Psychose mit relativ kurz andauernden, aber häufig wiederkehrenden Phasen

GdB/GdS

bei 1 bis 2 Phasen im Jahr von mehrwöchiger Dauer je nach Art und Ausprägung

30-50

bei häufigeren Phasen von mehrwöchiger Dauer

60-100

 

5. Heilungsbewährungzum Inhaltsverzeichnis

Nach dem Abklingen langdauernder psychotischer Episoden ist im Allgemeinen (Ausnahme siehe unten) eine Heilungsbewährung von 2 Jahren abzuwarten.

GdB/GdS während dieser Zeit

wenn bereits mehrere manische oder manische und depressive Phasen vorangegangen sind

50

sonst

30

 

Ausnahme: Eine Heilungsbewährung braucht nicht abgewartet zu werden, wenn eine monopolar verlaufene depressive Phase vorgelegen hat, die als erste Krankheitsphase oder erst mehr als 10 Jahre nach einer früheren Krankheitsphase aufgetreten ist.

 

Eine Schizophrenie kann zu bleibenden Behinderungen eines Betroffenen führen. Unterstützung und Hilfen für behinderte Menschen sind hauptsächlich im SGB IX - Rehabilitation und Teilhabe geregelt. Als schwerbehindert gilt, wem vom Versorgungsamt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 zugesprochen wurde.

 

6. Hilfen und Nachteilsausgleiche für behinderte und/oder schwerbehinderte Menschenzum Inhaltsverzeichnis

Wurde bei einem Patient mit Psychosen eine Schwerbehinderung anerkannt, können für ihn folgende Hilfen und Nachteilsausgleiche infrage kommen:

 

7. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Depressionen > Behinderung

Grad der Behinderung

Behinderung

Psychosen Schizophrenie

Psychosen > Allgemeines

Psychosen > Behandlung

 

 

Letzte Aktualisierung am 21.03.2016   Redakteur/in: Andrea Nagl

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