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Trauer > Überblick

 

1. Das Wichtigste in Kürzezum Inhaltsverzeichnis

Trauer ist ein natürlicher und normaler Prozess. Das Gefühl der Traurigkeit gehört zu den ersten Basisemotionen, die schon Kinder im Kindergartenalter erleben und erlernen. Dennoch ist die Trauer in unserer Gesellschaft ein oft verdrängter Gefühlszustand. Wissen über Trauer gibt Sicherheit im Umgang mit Trauernden und hilft, zusätzliche Belastungen und Verletzungen der Betroffenen zu vermeiden.

 

2. Was ist Trauer?zum Inhaltsverzeichnis

Der Verlust von Dingen, Lebensumständen oder geliebten Personen löst Trauer aus. Trauer ist ein Zustand, der den Menschen emotional, spirituell, sozial und körperlich betrifft. Trauer kann auf vielfältige Weise ausgedrückt werden, z.B. im Gesichtsausdruck, in der Körperhaltung und im Verhalten. Die Dauer der Trauer und der Umgang damit sind sehr individuell.

In der Palliativversorgung ist die Trauerbegeleitung ein wesentlicher Teil der Arbeit und Aufgabe des gesamten Teams.

 

3. Wissen zur Trauerzum Inhaltsverzeichnis

Das Nicht-Wissen um den Ablauf von Trauer ist weit verbreitet, entsprechend unsicher sind die meisten Menschen (Betroffene, Angehörige und Berufstätige im Sozial- und Gesundheitswesen) im Umgang mit Trauer und Trauernden.

 

3.1. Wissen schützt

Wissen zur Trauer schützt alle Beteiligten davor, dass sie durch vermeintliches "Schonen" den Schmerz der unmittelbar Betroffenen noch verstärken. Allerdings soll hier auch klar gesagt werden, dass Trauer ein starkes Gefühl ist, meist stärker als alles, was die unmittelbar Betroffenen bis dahin erlebt haben. Dies lässt sich auch durch "Wissen" nicht lindern. Aber Wissen reduziert die Angst der Betroffenen ("Bin ich überhaupt noch normal?") und es gibt Begleitern die Chance, einerseits zu helfen (weil sie wissen, was der Betroffene brauchen könnte), andererseits zusätzlichen Schmerz zu vermeiden (weil sie wissen, was weh tut.).

 

3.2. Falsche Annahmen über die Trauer

Trauer wird im Allgemeinen nur begrenzt und in bestimmten Formen zugestanden. Angehörige und Begleiter sollten sich vor weit verbreiteten, aber falschen Annahmen über die Trauer hüten. Näheres unter Trauer > Falsche Annahmen.

 

4. Trauer während der Palliativversorgungzum Inhaltsverzeichnis

 

Trauer bei Angehörigen

Der bevorstehende Verlust lässt die Trauer schon vor dem Tod des Schwerstkranken beginnen. Der Weg der akuten Trauer beginnt mit dem Eintritt des Todes.

 

Trauer bei Helfern

Professionelle und ehrenamtliche Helfer begleiten und unterstützen den Palliativpatienten und dessen Angehörige bis zum Tod. Auch wenn der Tod bei ihnen zum normalen Berufsalltag gehört, sollten sie bewusst mit der eigenen Trauer und der Trauer im Team umgehen.

 

Trauer bei Schwerstkranken und Sterbenden

Auch Schwerstkranke und Sterbende trauern. Ab der Diagnose "unheilbar krank" nehmen sie Abschied von allem.

 

5. Funktionen der Trauerzum Inhaltsverzeichnis

 

Reinigende Funktion

Der Trauer wird eine reinigende Funktion zugeschrieben.

 

Neubeginn

Der Hinterbliebene kann auf seinem Trauerweg zu einem neuen Selbst- und Weltverständnis gelangen.

 

6. Formen der Trauerzum Inhaltsverzeichnis

 

Akute Trauer

Wird ausgelöst durch einen aktuellen Verlust oder ein aktuelles Ereignis des Abschieds.

 

Alte (ungelöste) Trauer

Der Trauer wohnt etwas lange Währendes bzw. Ungelöstes inne.

 

Normale Trauer

Angehörige zeigen physische, psychische, soziale und spirituelle Reaktionen auf den Verlust eines Menschen. Näheres unter Normale Trauer.

 

Krisenhafte/Pathologische Trauer 

In einigen Fällen bewältigen Betroffene den Verlust nicht oder geraten in eine Krise, die professioneller Hilfe bedarf. Unterschiedliche pathologische Reaktionen können auftreten. Näheres unter Krisenhafte Trauer.

 

7. Einzelaspekte der Trauerzum Inhaltsverzeichnis

 

7.1. Abschied

Nach dem Tod ist der Abschied vom Verstorbenen ein unerlässlicher Schritt. Wichtige Elemente (positive Erinnerungsanker für die folgende Trauerzeit) können sein: die Totenwaschung und Einkleidung, die (offene) Aufbahrung mit Totenwache, die Bestattung und die Trauerfeier (mit Ritualen).

 

7.2. Erstreaktionen auf den Tod naher Angehöriger

Nicht alle Menschen haben Tränen: Das Wissen um die 4 typischen Erstreaktionen (fühlen, tun, denken, vermeiden) auf den Tod naher Angehöriger fördert das Verständnis für das Verhalten Betroffener und verhindert Fehlurteile im Umgang mit ihnen. Näheres unter Erstreaktionen auf den Tod naher Angehöriger.

 

7.3. Auswirkungen der Trauer 

Viele Trauernde haben irgendwann die Angst, sie seien nicht mehr normal, der Verlust habe sie verrückt gemacht. Jeder Mensch reagiert anders, aber bestimmte Probleme wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit oder Stimmenhören kommen häufig vor und sind normal. Zudem laufen viele körperliche Reaktionen ab. Das Wissen um die Auswirkungen der Trauer verhindert Fehldiagnosen und unnötige Therapien. Näheres unter Trauer > Auswirkungen.

 

8. Trauerbewältigungzum Inhaltsverzeichnis

 

8.1. Trauermodelle 

Trauer verläuft nicht in vorgegebenen Phasen, die ein Betroffener "durcharbeiten" muss, und sie ist auch nicht nach einem halben Jahr beendet. Forscher haben sich mit dem Thema beschäftigt und Trauermodelle erarbeitet. Diese Modelle versuchen, bei aller Individualität, wiederkehrende Prozesse und Entwicklungen zu beschreiben. Näheres unter Normale Trauer.

 

8.2. Umgang mit Trauernden 

Wie hilft man Trauernden wirklich, insbesondere im ersten Jahr und ganz bewusst  über den Jahrestag des Todes hinweg? Womit bedrängt und belastet man sie nur zusätzlich? Näheres unter Umgang mit Trauernden.

 

8.3. Trauersymbole

Trauersymbole schaffen den Angehörigen Raum, ihre Gefühle auch ohne Worte auszudrücken. Näheres unter Trauersymbole.

 

8.4. Kindertrauer 

Wenn Angehörige oder gar Gleichaltrige sterben, sind Kinder doppelt betroffen: durch die Trauer der Eltern und den eigenen Verlust. Aber von Trauerfeiern und Bestattungen werden Kinder meist ferngehalten, um sie zu schonen und weil "die Kleinen" das ohnehin nicht verstehen. Wann verstehen Kinder den Tod? Wie können sie altersgerecht einbezogen werden? Näheres unter Kindertrauer.

 

9. Wer hilft weiter? zum Inhaltsverzeichnis

Folgende Institutionen helfen beim Tod eines Angehörigen weiter:

  • Selbsthilfegruppen
  • Professionelle Gespräche
  • Trauertelefon, 0821 3497349, erreichbar Mi 19-22 Uhr.

Mehr unter Trauer > Hilfen und Anlaufstellen.

 

10. Verwandte Linkszum Inhaltsverzeichnis

Normale Trauer

Krisenhafte Trauer

Einrichtungen der Sterbebegleitung

Palliativversorgung

Kindertrauer

Trauer > Sterbende

 

 

Letzte Aktualisierung am 14.09.2011   Redakteur/in: Sabine Bayer

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