Nierenerkrankungen > Sexualität

1. Das Wichtigste in Kürze

Viele Patienten mit Nierenerkrankungen und unter Dialyse sind von Störungen der Sexualität betroffen. Vor allem Männer leiden unter Erektionsstörungen und haben einen verminderten Sexualtrieb. Zum Teil können Medikamente helfen. Nach einer Transplantation kann sich das Sexualleben normalisieren, aber es sind auch besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig.

2. Ursachen

Der Sexualtrieb wird vor allem durch Sexualhormone gesteuert, z.B. Testosteron bei Männern und Östrogen bei Frauen. Bei niereninsuffizienten und dialysepflichtigen Patienten ist häufig das Hormon Prolaktin vermehrt im Blut nachzuweisen. Es vermindert das sexuelle Verlangen bei vielen Patienten und Patientinnen.

Erschwerend kommt bei vielen dialysepflichtigen Menschen hinzu, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung einen allgemein schwachen Gesundheitszustand haben, Blutarmut ist keine seltene Begleiterscheinung. Auch dies senkt die Lust und den Sexualtrieb.

Weitere Begleiterkrankungen von Nierenerkrankungen, z.B. Koronare Herzkrankheit KHK, steigern zudem die Wahrscheinlichkeit für Männer, an Erektionsstörungen zu leiden.

3. Behandlung

Betroffene sollten mit dem behandelnden Arzt offen über Probleme in der Sexualität sprechen - das ist die Voraussetzung für jede therapeutische Hilfe.

  • Medikamente, z.B. potenzsteigernde Mittel,  können möglicherweise eine hormonelle Veränderung korrigieren. Diese sollten aber keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
  • Bei Erektionsproblemen gibt es medikamentöse und andere Behandlungsmöglichkeiten.
  • Wenn auch psychische Faktoren und Belastungen eine Rolle spielen, was bei einer schweren Nierenerkrankung und Dialyse häufig der Fall ist, kann auch ein Gespräch mit einem Psycho- oder Sexualtherapeuten helfen.
  • Gesunde Lebensführung, Verzicht auf Rauchen und andere Risikofaktoren sowie körperliche Betätigung können zur Behebung der sexuellen Probleme beitragen.

Näheres unter Erektile Dysfunktion.

4. Infektionsschutz

Patienten mit wechselnden Geschlechtspartnern sollten unbedingt Kondome benutzen, da diese den wirksamsten Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten darstellen. Dies gilt prinzipiell für jeden Menschen, doch Blase und Niere sind durch aufsteigende Keime besonders gefährdet.

5. Sexualleben nach Transplantation

Viele Patienten, die durch jahrelange Dialyse geschwächt waren, können nach einer erfolgreichen Transplantation ihre Sexualität wieder neu genießen. Mit aktivem Geschlechtsverkehr sollte gewartet werden, bis die Operationswunde gut verheilt ist. Dafür werden in der Regel 4-6 Wochen angegeben.

Grundsätzlich sollten beim Geschlechtsverkehr Stellungen bevorzugt werden, die nicht zu viel Druck auf die Niere ausüben.

Frauen sollten mindestens im ersten Jahr nach der Nierentransplantation sorgfältig verhüten, da eine Schwangerschaft in diesem Zeitraum zu risikoreich wäre. Näheres zu Schwangerschaft unter Transplantation.

Zudem kann zwar die Monatsblutung infolge von Medikamenten ausbleiben, die Empfängnisfähigkeit bleibt aber bestehen. Die Methode der Empfängnisverhütung sollte mit dem Arzt abgeklärt werden, da insbesondere die Pille oft nicht geeignet ist.

6. Verwandte Links

Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen > Dialyse

Transplantation

Erektile Dysfunktion

Redakteurin: Anna Yankers

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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