Frühe Hilfen

1. Das Wichtigste in Kürze

Frühe Hilfen sind Informations-, Beratungs- und Hilfsangebote für Eltern während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes. Sie sollen v.a. dazu beitragen, die Elternkompetenz zu stärken und den vorbeugenden Kinderschutz zu fördern. Die Angebote sind sehr vielfältig und haben je nach Bundesland unterschiedliche Ausrichtungen.

Frühe Hilfen sind nicht zu verwechseln mit der Frühförderung von Kindern mit Behinderungen nach dem SGB IX.

2. Ziele

Ziele Früher Hilfen sind:

  • Frühzeitige und nachhaltige Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft
  • Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Eltern
  • Gesundes Aufwachsen und Sicherung der Rechte von Kindern auf Schutz, Förderung und Teilhabe
  • Frühzeitiges Wahrnehmen und Reduzieren von Risiken für Kinder

Diese Ziele sollen durch eine enge Vernetzung von Institutionen und Angeboten aus der Schwangerschaftsberatung, dem Gesundheitswesen, der interdisziplinären Frühförderung, der Kinder- und Jugendhilfe und weiterer sozialer Dienste verwirklicht werden.

3. Angebote

Frühe Hilfen umfassen sowohl allgemeine als auch spezifische Angebote und richten sich an

  • (werdende) Eltern und Kinder bis zu 3 Jahren
  • alle Eltern im Sinne einer Gesundheitsförderung, d.h. das Auftreten einer Krankheit oder einer psychischen Störung soll verhindert werden (primäre Prävention)
  • Familien in Problemlagen mit dem Ziel des frühzeitigen Erkennens und Abwendens von Kindeswohlgefährdungen (sekundäre Prävention)

Zu den Angeboten Früher Hilfen zählen z.B. Informationsangebote, Willkommensbesuche, Vorsorgeuntersuchungen, Elternkurse, Beratungsangebote, Unterstützung durch Familienhebammen. Familienhebammen unterstützen Eltern und Familien in belastenden Lebenssituationen bis zu einem Jahr nach der Geburt des Kindes. Sie helfen den Eltern, den Familienalltag auf das Leben mit dem Baby umzustellen, geben Informationen und Anleitung zu Pflege, Ernährung, Entwicklung und Förderung des Kindes und vermitteln bei Bedarf zu weiteren Frühen Hilfen.

4. Wer hilft weiter?

Folgende Online-Adressen informieren zu Angeboten, Modellprojekten und Ansprechpartnern Früher Hilfen in den jeweiligen Bundesländern:

Baden-Württemberg: https://fruehehilfen-vorort.de

Bayern: www.stmas.bayern.de/kinderschutz/fruehe-hilfen/index.php

Berlin: www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kinderschutz/fruehe-hilfen

Brandenburg: https://mbjs.brandenburg.de > Kinder und Jugend > Unterstützen Stärken Schützen > Unterstützung für junge Familien > Frühe Hilfen

Bremen: https://familiennetz-bremen.de/fruehe-hilfen

Hessen: https://soziales.hessen.de//familie-soziales/familie/fruehe-hilfen-und-kinderschutz

Hamburg: www.hamburg.de/fruehe-hilfen

Mecklenburg-Vorpommern: www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/Familie/Familie/FrüheHilfen

Niedersachsen: www.soziales.niedersachsen.de > Kinder, Jugend und Familie > Kinder und Familie > Bundesstiftung Frühe Hilfen

Nordrhein-Westfalen: www.fruehehilfen-online.nrw.de

Rheinland-Pfalz: https://mifkjf.rlp.de/de/themen/familie/guter-start-ins-kinderleben

Saarland: www.saarland.de > Service > Publikationen > Familienförderung von Anfang an - Frühe Hilfen im Saarland

Sachsen: https://www.landesjugendamt.sachsen.de/landeskoordinierungsstelle-fruehehilfen.html

Sachsen-Anhalt: https://ms.sachsen-anhalt.de/themen/familie/fruehe-hilfen-fuer-familien

Schleswig-Holstein: https://schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/Themen/Soziales/FrueheHilfen/fruehe_hilfen.html

Thüringen: www.kinderschutz-thueringen.de/fruehe-hilfen

5. Kosten

Die Beratung sowie viele Unterstützungsangebote (z.B. Familienhebammen, Eltern-Kind-Gruppen, HaushaltsOrganisationsTraining, Vermittlung ehrenamtlicher HelferInnen, ...) sind in der Regel kostenlos. Vereinzelt wird ein Teilnahmebeitrag erhoben.

6. Praxistipps für Fachkräfte

  • Informationen zu Frühen Hilfen für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens bietet das Nationale Zentrum Frühe Hilfen unter www.fruehehilfen.de
  • Für Fachkräfte bietet das Universitätsklinikum Ulm den kostenlosen E-Learning Kurs "Frühe Hilfen und frühe Interventionen im Kinderschutz“ an: https://fruehehilfen-bw.de/login/index.php

7. Verwandte Links

Kinder- und Jugendhilfe

Jugendamt

Eltern in der Krise

Leistungen für Eltern, Kinder und Jugendliche

 

Gesetzesquelle: § 16 Abs. 3 SGB VIII

Letzte Bearbeitung: 04.08.2020

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