Prostatakrebs > Allgemeines

1. Das Wichtigste in Kürze

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt etwa bei 69 Jahren. Folgen der Krebsbehandlung können Inkontinenz und sexuelle Probleme sein, nicht selten auch psychische Probleme.

2. Kurzinfo zur Krankheit

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine kastanienförmige Drüse unterhalb der Harnblase des Mannes, die den oberen Teil der Harnröhre wie ein Ring umschließt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Prostata an Gewicht und Größe zu. Die Prostata bildet ein Sekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit ausmacht. Beim Prostatakrebs verändern sich die Prostatadrüsenzellen und vermehren sich unkontrolliert. Es bildet sich ein Tumor, der örtlich auf die Prostata begrenzt ist, im fortgeschrittenen Stadium das umliegende Gewebe zerstört oder mit Tumorabsiedelungen (Metastasen) auf andere Organe und Gewebe übergreift. Von den Metastasen des Prostatakarzinoms sind vor allem Lymphknoten im Becken und Knochen betroffen, seltener Lunge oder Leber. Prostatatumore wachsen in der Regel sehr langsam, häufig sind ältere Männer davon betroffen.

Näheres zur Behandlung unter Prostatakrebs > Behandlung.

3. Risikofaktoren und Ursachen

Nach Angaben des "Leitlinienprogramms Onkologie" der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. erkranken in Deutschland ca. 60.000 Männer jährlich an Prostatakrebs. Die Erkrankung ist damit die häufigste Krebsart bei Männern. Die wichtigsten Risikofaktoren sind das zunehmende Alter und die erbliche Veranlagung. Die Ursachen für Prostatakrebs sind jedoch weitgehend unbekannt. Global betrachtet tritt Prostatakrebs in südeuropäischen und asiatischen Ländern seltener auf als in nordeuropäischen Ländern und in den USA. Dies wird, neben den genannten Risikofaktoren, auf Umwelteinflüsse und unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten zurückgeführt (Näheres unter Prostatakrebs > Ernährung).

4. Begleit- und Folgeerkrankungen

Durch die Behandlung von Prostatakrebs können sowohl körperliche wie auch psychische Begleit- und Folgeerkrankungen auftreten.

Häufige Folgen nach einer Operation sind z.B. Inkontinenz oder Erektile Dysfunktion, Näheres zur Sexualität unter Prostatakarzinom > Partnerschaft und Sexualität). Eine Chemotherapie kann von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, starke Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) und Haarausfall begleitet werden.

4.1. Inkontinenz

Ursache für die Inkontinenz ist das Versagen des Verschlussmechanismus am Blasenausgang. Konsequentes und gezieltes Beckenbodentraining oder eine Elektrostimulationstherapie können diese Störung in vielen Fällen beheben, sodass der Patient die Kontrolle über seine Ausscheidungen wiedererlangt, Näheres unter Inkontinenzhilfen. Sollte Training und Stimulation nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann evtl. mit medikamentösen oder operativen Maßnahmen eine Besserung erreicht werden.
Betroffene sollten sich nicht mit den Problemen abfinden oder auf Besserung hoffen, sondern gemeinsam mit dem behandelnden Arzt nach Lösungen und einer bestmöglichen Behandlung suchen.

4.2. Fatigue

Fatique bezeichnet den absoluten Erschöpfungszustand bei Krebspatienten. Anders als bei üblicher Müdigkeit kann Fatigue nicht durch ausreichenden Schlaf und Erholung überwunden werden. Typische Merkmale sind eine anhaltende körperliche und seelische Erschöpfung und Abgeschlagenheit trotz ausreichender Schlafphasen, schnelle Überforderung, Reizbarkeit und Interesselosigkeit.

4.3. Psychische Folgen

Auch psychische Beeinträchtigungen wie Stimmungsschwankungen, Depressionen, Verzweiflung, Ängste, Niedergeschlagenheit, Verlust des Selbstwertgefühles oder ein sozialer Rückzug können Folgen der Krebserkrankung bzw. deren Behandlung sein.

5. Patientenverfügung und Palliativversorgung

In besonders schweren Fällen kann die Prostatakrebs-Erkrankung so weit fortschreiten, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Dann setzt die sog. Palliativversorgung ein, um dem Patienten eine bestmögliche Lebensqualität zu bieten. Dabei werden vor allem die Symptome gelindert, insbesondere der Schmerz.

In einer Patientenverfügung, die im Idealfall in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt und den Angehörigen erstellt wird, kann festgelegt werden, wie der Patient seine medizinische Behandlung am Lebensende wünscht. Das setzt eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen über das Lebensende und ein offenes und umfassendes Beratungsgespräch seitens des behandelnden Arztes voraus.

6. Praxistipp Ratgeber

Kostenloser Download: Ratgeber Prostatakrebs als PDF mit Informationen zu allen oben stehenden Themen und den Informationen in den nachfolgend verlinkten Artikeln.

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Letzte Bearbeitung: 21.07.2021

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