Prostatakrebs > Allgemeines

1. Das Wichtigste in Kürze

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Folgen der Krebsbehandlung können Inkontinenz und sexuelle Probleme sein, nicht selten auch psychische Probleme.

2. Kurzinfo zur Krankheit

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine kastanienförmige Drüse unterhalb der Harnblase des Mannes, die den oberen Teil der Harnröhre wie ein Ring umschließt. Die Prostata bildet ein Sekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit ausmacht. Beim Prostatakrebs verändern sich die Prostatadrüsenzellen und vermehren sich unkontrolliert. Es bildet sich ein Tumor, der das umliegende Gewebe zerstört. Diese entarteten Zellen können sich über die Blut- oder Lymphbahnen auch auf andere Organe ausbreiten und dort zu Metastasen (Tochtergeschwülste) führen. Von den Metastasen des Prostatakarzinoms sind vor allem Lymphknoten im Becken und Knochen betroffen, seltener Lunge oder Leber. Prostatatumore wachsen in der Regel sehr langsam, häufig sind ältere Männer davon betroffen.

Näheres zur Behandlung unter Prostatakrebs > Behandlung.

3. Risikofaktoren und Ursachen

Nach Angaben des "Leitlinienprogramms Onkologie" der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. erkranken in Deutschland ca. 60.000 Männer jährlich an Prostatakrebs. Die Erkrankung ist damit die häufigste Krebsart bei Männern. Die wichtigsten Risikofaktoren sind das zunehmende Alter und die erbliche Veranlagung. Die Ursachen für Prostatakrebs sind jedoch weitgehend unbekannt. Diskutiert werden neben den erst genannten Risikofaktoren auch Umwelteinflüsse und eine ungesunde Lebensweise (näheres unter Prostatakrebs > Ernährung).

4. Begleit- und Folgeerkrankungen

Durch die Behandlung von Prostatakrebs können sowohl körperliche wie auch psychische Begleit- und Folgeerkrankungen auftreten.

Häufige Folgen nach einer Operation sind z.B. Inkontinenz oder Erektile Dysfunktion, Näheres zur Sexualität unter Prostatakarzinom > Partnerschaft und Sexualität). Eine Chemotherapie wird in der Regel begleitet durch Übelkeit, Erbrechen, starke Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) und Haarausfall.

4.1. Inkontinenz

Ursache für die Inkontinenz ist das Versagen des Verschlussmechanismus am Blasenausgang. Konsequentes und gezieltes Beckenbodentraining oder eine Elektrostimulationstherapie können diese Störung in vielen Fällen beheben, sodass der Patient die Kontrolle über seine Ausscheidungen wiedererlangt, Näheres unter Inkontinenzhilfen. Sollte Training und Stimulation nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann auch mit operativen Maßnahmen eine Besserung erreicht werden.

4.2. Fatigue

Fatique bezeichnet den absoluten Erschöpfungszustand bei Krebspatienten. Anders als bei üblicher Müdigkeit kann Fatigue nicht durch ausreichenden Schlaf und Erholung überwunden werden. Typische Merkmale sind eine anhaltende körperliche und seelische Erschöpfung und Abgeschlagenheit trotz ausreichender Schlafphasen, schnelle Überforderung, Reizbarkeit und Interesselosigkeit.

4.3. Psychische Folgen

Auch psychische Beeinträchtigungen wie Stimmungsschwankungen, Depressionen, Verzweiflung, Ängste, Niedergeschlagenheit, Verlust des Selbstwertgefühles oder ein sozialer Rückzug können Folgen der Krebserkrankung bzw. deren Behandlung sein.

5. Patientenverfügung und Sterbebegleitung

Da die Erkrankung erst im späteren Lebensalter (Durchschnitt 69 Jahre) auftritt, führt diese nur selten zum Tod. Die meisten Patienten sterben zuvor durch andere Krankheiten.

Dies gilt jedoch nicht für jeden Betroffenen. Es ist schwierig, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, andererseits kann genau dies für den Patienten sehr hilfreich sein.

In einer Patientenverfügung, die im Idealfall in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt und den Angehörigen erstellt wird, kann festgelegt werden, wie der Patient seine medizinische Behandlung am Lebensende wünscht. Das setzt eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen über das Lebensende und ein offenes und umfassendes Beratungsgespräch seitens des behandelnden Arztes voraus.

Eine professionelle Palliativversorgung ermöglicht Leben und Lebensqualität bis zuletzt.

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Redakteur: Max Glaser

Letzte Bearbeitung: 12.09.2018

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