Prostatakrebs > Früherkennung

1. Das Wichtigste in Kürze

Für eine Heilung von Prostatakrebs ist eine frühe Erkennung von größter Bedeutung und diese ist nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu erreichen.

2. Früherkennung

Für die Heilung ist es entscheidend, dass der Krebs frühzeitig erkannt wird. Eine Früherkennung ist nur durch Vorsorgeuntersuchungen möglich, da das Frühstadium der Erkrankung meist symptomlos verläuft. In manchen Fällen kann es zu Blasenentleerungsstörungen kommen. Im fortgeschrittenen Stadium engt die Prostata die Harnröhre zunehmend ein, was sich durch häufigen Harndrang vor allem nachts, Harntröpfeln und Impotenz bemerkbar macht. Wenn der Tumor außerhalb der Prostata weiter wächst, treten zudem Schmerzen im Genitalbereich auf. Oft findet sich Blut im Urin oder Sperma. Auch typische Begleitsymptome von Krebserkrankungen wie Fieber, Nachtschweiß, Abgeschlagenheit, Leistungsknick und ungewollter Gewichtsverlust treten häufig auf.

Vorbeugende Maßnahmen sind bisher nicht bekannt. Allerdings senkt eine gesunde Lebensweise und ein niedriges Lebensalter das Risiko zu erkranken. Näheres unter Prostatakrebs > Allgemeines und Prostatakrebs > Ernährung.

3. Vorsorgeuntersuchungen

Die Krankenkassen bezahlen Männern ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Patienten, bei denen nahe Verwandte (auch der Mutter) Prostatakrebs hatten, sollten dies mit dem Arzt besprechen. Wenn genetisch ein erhöhtes Risiko besteht, bezahlt die Krankenkasse bereits früher eine Früherkennungsuntersuchung.

3.1. Aufklärung

Eine Vorsorgeuntersuchung beginnt beim Arzt mit einer ergebnisoffenen Aufklärung über die Vor- und Nachteile der Früherkennungsmaßnahmen. Im Fokus stehen dabei die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen, möglichen Anschlussbehandlungen sowie Nutzen und Risiken (z.B. Falschdiagnosen).

3.1.1. Praxistipp

Patienten müssen von sich aus den Wunsch nach einer Früherkennungsuntersuchung bei ihrem Hausarzt äußern. Hausärzte sind grundsätzlich dazu angehalten einen Patienten nicht aktiv auf dieses sensible Thema anzusprechen.

3.2. Bestimmung des PSA-Werts

Nach der Aufklärung erfolgt auf Wunsch des Patienten, die Bestimmung des PSA-Werts im Blut. PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und im Blut nachweisbar ist. Bei Erkrankungen der Prostata (Entzündungen, gutartige Vergrößerung oder Tumor) wird dieser Stoff vermehrt ins Blut abgegeben.

Die Bestimmung des PSA-Werts ist jedoch unter Experten umstritten, da verschiedene Einflussfaktoren wie eine Harnwegsentzündung den Wert abmildern oder erhöhen können. Das bedeutet, dass ein Tumor übersehen oder fälschlicherweise diagnostiziert wird.

3.2.1. Praxistipp

Die Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Es handelt sich hierbei um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGel-Leistung). Das sind Diagnose- und Behandlungsmethoden, die vom Patienten privat bezahlt werden müssen, weil sie nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören. Wenn der Arzt bei einer Tastuntersuchung (siehe unten) allerdings Veränderungen findet und für die Abklärungsuntersuchung einen PSA-Test veranlasst, dann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

3.3. Tastuntersuchung der Prostata

Eine Tastuntersuchung der Prostata im Enddarm (digital-rektale Untersuchung, DRU) wird zur Ergänzung zu einer PSA vorgenommen. Dabei tastet der Arzt die Prostata durch den Enddarm mit dem Finger ab. Allerdings können damit nur größere Tumore erkannt werden und solche, die direkt auf der Oberfläche liegen. Kleinere Tumore in der falschen Lage können damit nicht entdeckt werden.

3.4. Ultraschalluntersuchung

Äußert der Arzt bei der Tastuntersuchung einen Verdacht, dann kann im Anschluss eine transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS) durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung wird der Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt. Dadurch können Veränderungen des Prostatagewebes festgestellt werden.

3.5. Biopsie

Im Verdachtsfall wird der Arzt außerdem eine Biopsie veranlassen. Durch einen kleinen operativen Eingriff wird Gewebe aus verschiedenen Prostatabereichen entnommen und anschließend in einem medizinischen Labor untersucht. Dieser Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und schließt ein bildgebendes Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) mit ein.

4. Wer hilft weiter?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt interessierten Männern zum Thema Früherkennung viele Informationen und auch Entscheidungshilfen: www.krebsinformationsdienst.de > Krebsarten > Prostatakrebs > PSA, Früherkennung.

5. Verwandte Links

Prostatakrebs > Behandlung

Prostatakrebs > Mobilität und Bewegung

Redakteur: Max Glaser

Letzte Bearbeitung: 12.09.2018

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