Prostatakrebs > Früherkennung

1. Das Wichtigste in Kürze

Je früher Prostatakrebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung können dabei helfen, einen Tumor frühzeitig zu erkennen.

2. Früherkennung und Vorsorge

Krebsvorsorge ist nicht gleichbedeutend mit Krebsfrüherkennung. Bei einer Vorsorgeuntersuchung soll durch Entdeckung von möglichen Krebsvorstufen (z.B. Darmpolypen) die Entstehung von Krebs verhindert werden. Bei der Früherkennung soll eine bereits bestehende Krebserkrankung früher entdeckt werden und so eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet werden und ein Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden.

2.1. Aufklärung

Eine Vorsorgeuntersuchung oder Untersuchung zur Krebsfrüherkennung beginnt beim Arzt mit einer ergebnisoffenen Aufklärung über die Vor- und Nachteile der Untersuchungen. Im Fokus stehen dabei die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen, möglichen Anschlussbehandlungen sowie Nutzen und Risiken (z.B. Falschdiagnosen).

2.2. Tastuntersuchung

Die Krankenkassen bezahlen Männern ab 45 Jahren jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata zur Früherkennung von Prostatakrebs. Patienten, bei denen nahe Verwandte (auch der Mutter) Prostatakrebs hatten, sollten dies mit dem Arzt besprechen. Wenn genetisch ein erhöhtes Risiko besteht, bezahlt die Krankenkasse schon vorher eine Früherkennungsuntersuchung.
Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Prostata durch den Enddarm mit dem Finger ab. Allerdings können damit nur größere Tumore erkannt werden und solche, die direkt auf der Oberfläche liegen. Schwer tastbare Tumore können dadurch nicht entdeckt werden.

2.3. Bestimmung des PSA-Werts

Die alleinige Tastuntersuchung zur Früherkennung ist ebenso wie der Test auf das prostataspezifische Antigen (PSA Test) unter Experten umstritten. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Untersuchung zur Krebsfrüherkennung oder Vorsorge nur, wenn deren Nutzen sicher nachgewiesen ist. Dies konnte beim PSA Test bisher (noch) nicht nachgewiesen werden. Dennoch wird er von vielen Experten empfohlen.

Nach einer ausführlichen Aufklärung über Vor- und Nachteile der Früherkennung, erfolgt auf Wunsch des Patienten, die Bestimmung des PSA-Werts im Blut. PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird und im Blut nachweisbar ist. Bei Erkrankungen der Prostata (Entzündungen, gutartige Vergrößerung oder Tumor) wird dieser Stoff vermehrt ins Blut abgegeben. Ist der PSA-Wert erhöht, kann die Ursache Krebs sein, oft handelt es sich aber auch um entzündliche Prozesse der Prostata.

2.4. Ultraschalluntersuchung

Äußert der Arzt bei der Tastuntersuchung einen Verdacht, dann kann im Anschluss eine transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS) durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung wird der Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt. Dadurch können Veränderungen des Prostatagewebes festgestellt werden.

2.5. Biopsie

Im Verdachtsfall kann der Arzt außerdem eine Biopsie veranlassen. Durch einen kleinen operativen Eingriff wird Gewebe aus verschiedenen Prostatabereichen entnommen und anschließend in einem medizinischen Labor untersucht. Dieser Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und schließt ein bildgebendes Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) mit ein.

Vorbeugende Maßnahmen sind bisher nicht bekannt. Durch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung kann evtl. das Risiko einer Erkrankung gesenkt werden. Näheres unter Prostatakrebs > Allgemeines und Prostatakrebs > Ernährung.

2.5.1. Kostenübernahme

Die Kosten für einen PSA Test, einen Ultraschall oder weitere Blutuntersuchungen werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Es handelt sich hierbei um eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGel-Leistung). Das sind Diagnose- und Behandlungsmethoden, die vom Patienten privat bezahlt werden müssen, weil sie nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören. Wenn der Arzt bei einer Tastuntersuchung (siehe unten) allerdings Veränderungen findet und für die Abklärungsuntersuchung einen PSA Test veranlasst, dann werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Während einer Krebsbehandlung und der Nachkontrolle werden die Kosten für einen PSA Test ebenfalls von den Krankenkassen übernommen.

3. Praxistipps!

4. Verwandte Links

Ratgeber Prostatakrebs

Prostatakrebs > Behandlung

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Letzte Bearbeitung: 26.07.2021

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