Familienorientierte Rehabilitation

1. Das Wichtigste in Kürze

Familienorientierte Rehabilitation ist eine stationäre Kann-Leistung zur medizinischen Rehabilitation ("Kur") für ein schwerst chronisch krankes Kind, bei der das Kind von seiner Familie begleitet wird.

2. Voraussetzungen

Für eine familienorientierte Reha gelten folgende Voraussetzungen:

  • Das Kind leidet an einer schwersten chronischen Erkrankung, z.B. Krebserkrankung oder Mukoviszidose
    und
  • die Alltagsaktivitäten der Familie werden durch die Krankheit des Kindes erheblich beeinträchtigt
    und
  • die Mitaufnahme der Familienangehörigen trägt maßgeblich zum Rehabilitationserfolg des erkrankten Kindes bei (eine eigene Rehabilitationsbedürftigkeit der Familienangehörigen ist nicht erforderlich). Diese Erfolgsprognose muss bei krebserkrankten Kindern nicht gegeben sein.

Eine Familienorientierte Rehabilitation kann in der Regel nur einmal nach Stellung der Erstdiagnose bzw. nach Abschluss der ersten Behandlung durchgeführt werden. Bei Rückfällen kann eine Wiederholung der Leistung in Betracht kommen.

Familienorientierte Reha kann nur Angehörigen gestattet werden, als Angehörige gelten in der Regel Eltern/Erziehungsberechtigte und Geschwister des erkrankten Kindes.

3. Antrag und Kostenübernahme

Leistungen der Familienorientierten Rehabilitation sind eine Form der Kinderrehabilitation und müssen vom Arzt veordnet werden. Näheres unter Medizinische Rehabilitation > Antrag. Zuständig sind gleichrangig die Krankenversicherung und die Rentenversicherung.

Der Reha-Antrag ist schriftlich zu stellen und enthält, neben der ärztlichen Verordnung, ein Gutachten des behandelnden Arztes und ggf. des psychosozialen Dienstes, mit Begründung der Notwendigkeit der Familienorientierten Rehabilitation.

Geht bei einem der beiden Kostenträger ein Antrag ein, koordiniert dieser das Antragsverfahren, unabhängig von seiner Zuständigkeit. Zuständig ist der Kostenträger, der die Hauptleistung im Sinne der medizinischen Rehabilitation für das schwerst chronisch kranke Kind erbringt.

Die Bewilligung einer Familienorientierten Rehabilitation steht im Ermessen der o.g. Versicherungsträger. Es handelt sich um eine Kann-Leistung.

4. Praxistipp

Die Kinderkrebsstiftung bietet Adressen, Informationen über Angebote der familienorientierten Rehabilitation und Klinikprofile unter www.kinderkrebsstiftung.de/nachsorge/rehabilitation.html. Berichtet wird dort auch über Geschwisterangebote und Projekte junger Erwachsener.

5. Wer hilft weiter?

Krankenkassen und Rentenversicherungsträger, bei Menschen mit Behinderungen auch die Unabhängige Teilhabeberatung.

6. Verwandte Links

Medizinische Rehabilitation

Medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter

Kinderheilbehandlung

Betreuung kranker Kinder

 

Gesetzesquellen: § 40 Abs. 2 SGB V - § 31 SGB VI

Redakteurin: Maria Kästle

Letzte Bearbeitung: 01.02.2019

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