Auskunftsrecht und Entscheidungsfähigkeit von Ehepartnern im Krankheitsfall

1. Frage

Ein innig verbundenes Ehepaar fragt an, was passiert, wenn einer von beiden schwer erkrankt. Kann dann der Gatte/die Gattin entscheiden, was geschehen soll? Oder brauchen auch Eheleute eine Vollmacht, damit sie Auskunft über den Zustand des Partners bekommen und Entscheidungen fällen können?

2. Antwort

Der Arzt darf das, was ihm Patienten anvertraut haben, sowie die Daten aus seiner Diagnose und Behandlung ohne Erlaubnis des Patienten an keine andere Person weitergeben: weder an den Arbeitgeber noch an einen anderen Arzt, an die Krankenkasse, noch an den Ehepartner oder sonstige Angehörige. Auch die nichtärztlichen MitarbeiterInnen des Arztes (etwa ArzthelferInnen) unterliegen dieser Schweigepflicht.

Der Arzt kann vom Patienten von der Schweigepflicht entbunden werden. Falls diese Befreiung nicht vorliegt, darf der Arzt Dritten keine Auskunft erteilen. Den Fall, dass man als Patient nicht mehr in der Lage ist, eine Entbindung von der Schweigepflicht abzugeben, kann man vorsorglich regeln: Im Rahmen einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung.

In derselben Vollmacht oder Verfügung kann auch geregelt werden, wer Entscheidungen treffen soll, wenn man selbst dazu aus körperlichen, geistigen und/oder psychischen Gründen nicht mehr in der Lage ist.

Letzte Bearbeitung: 13.08.2019

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