Beitragsbemessungsgrenzen Beitragssätze

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Beitragssätze legen fest, welcher Prozentsatz vom Einkommen als Beitrag an die Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung geht. Die Beitragsbemessungsgrenzen sind wichtig für die maximale Beitragshöhe: Wer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt nicht mehr als den Höchstbetrag.

2. Grundlagen zu Beitragsbemessungsgrenzen und Beitragssätzen

Arbeitnehmende sind in der Regel sozialversicherungspflichtig. Ihre Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlt meist zur Hälfte der Betrieb.

Bei geringfügig Beschäftigten (520-€-Jobs, Minijobs) zahlen die Arbeitnehmenden nur einen Eigenanteil zur Rentenversicherung (Befreiung möglich) und der Betrieb eine Pauschale.

Arbeitnehmende im sog. Übergangsbereich von 520,01 bis 1.600 € (Midijobs) zahlen niedrigere, mit dem Einkommen ansteigende Beitragssätze zur Sozialversicherung – bei vollem Sozialversicherungsschutz und Pflichtbeiträgen.

Bei Gutverdienenden über der Beitragsbemessungsgrenze berechnen sich die Beiträge anhand der Beitragsbemessungsgrenzen. Bei Gutverdienenden über der Versicherungspflichtgrenze entfällt die Versicherungspflicht für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Eine freiwillige Versicherung ist in der Regel möglich oder alternativ eine private Kranken- und Pflegeversicherung.

3. Beitragsbemessungsgrenzen

Das Bundesarbeitsministerium setzt die Beitragsbemessungsgrenzen jährlich neu fest, in der sog. "Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung". Sie sind abhängig vom Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Einkommen über diesen Grenzen wird nicht für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge einbezogen.

Folgende Grenzen gelten 2022:

  • Kranken- und Pflegeversicherung: 58.050 € jährlich, 4.837,50 € monatlich.
  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: 84.600/81.000 € (West/Ost) jährlich, 7.050/6.750 € (West/Ost) monatlich.
  • Knappschaftliche Rentenversicherung: 103.800/100.200 € (West/Ost) jährlich, 8.650/8.350 € (West/Ost) monatlich.

4. Beitragssätze

Die monatlichen Beiträge zur Sozialversicherung werden meist je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Sie richten sich nach dem Arbeitseinkommen des Arbeitnehmenden – mit 3 Ausnahmen:

  • Geringfügig Beschäftigte (520-€-Jobs)
    Arbeitgeber zahlen im gewerblichen Bereich für geringfügig Beschäftigte (Minijob) eine Pauschale von max. 31,28 %.
    Arbeitnehmende zahlen 3,6 % als Aufstockung zur Rentenversicherung.
    Für Beschäftigte in privaten Haushalten gelten andere Regelungen.
    Näheres unter Minijob Geringfügige Beschäftigung.
  • Arbeitnehmende im Übergangsbereich (Midijobs)
    Arbeitgeber zahlen einen höheren Anteil zur gesetzlichen Sozialversicherung als bei "regulären" Arbeitnehmenden.
    Arbeitnehmende zahlen nur aus einem Teil ihres Bruttoeinkommens Sozialversicherungsbeiträge.
  • Gutverdienende
    Wer mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt Beiträge, die sich maximal aus dieser Grenze berechnen. Einkommensteile darüber bleiben unberücksichtigt.

In Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau gelten andere Regelungen für manche Angestellten, wenn diese in den speziellen landwirtschaftlichen Versicherungen versichert sind, der Alterskasse der Landwirte, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) und der Landwirtschaftlichen Pflegekasse.

4.1. Beitragssatz Krankenversicherung

Seit 2009 gibt es einen einheitlichen Beitragssatz für alle Versicherten. Seit 2011 beträgt dieser Beitragssatz 14,6 %. Davon übernehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmende je 7,3 %.

Bei Rentnern zahlt der Rentenversicherungsträger die Hälfte des Beitragssatzes.

Freiwillig Versicherte, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben, zahlen einen ermäßigten Beitrag in Höhe von 14,0 %.

Zusatzbeiträge

Die Krankenkassen können Zusatzbeiträge erheben. Einen Überblick bietet der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen unter www.gkv-spitzenverband.de > Service > Krankenkassenliste. Versicherte haben bei Erhebung und Veränderung des Zusatzbeitrags ein Sonderkündigungsrecht.

Der Zusatzbeitrag wird seit 1.1.2019 von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen bezahlt.

4.2. Beitragssatz Pflegeversicherung

Beitragssätze:

  • 3,05 % für Versicherte mit Kindern, für Kinder und Jugendliche unter 23 Jahren sowie für Personen, die vor dem 1.1.1940 geboren sind, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen und die Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst leisten.
  • 3,4 % = erhöhter Beitrag für Kinderlose (3,05 % plus 0,35 %).
  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte des Beitragssatzes.
    Nur in Sachsen zahlt der Arbeitnehmer 2,025 bzw. 2,375 %, der Arbeitgeber 1,025%.

4.3. Beitragssatz Rentenversicherung

Beitragssatz Deutsche Rentenversicherung: 18,6 %

Knappschaftliche Rentenversicherung: 24,7 % (9,3 % Arbeitnehmer-, 15,4 % Arbeitgeberanteil)

4.4. Beitragssatz Arbeitslosenversicherung

Beitragssatz: 2,4 %

5. Wer hilft weiter?

Informieren können in der Regel die Personalabteilungen des Arbeitgebers. Auskünfte erteilen zudem die jeweiligen Träger der Sozialversicherung: Krankenkassen oder die Rentenversicherungsträger.

6. Verwandte Links

Versicherungspflichtgrenzen

Krankenversicherung

Pflegeversicherung

Rentenversicherung

Rentnerkrankenversicherung

 

Gesetzesquellen: § 223 SGB V - § 159 SGB VI

Letzte Bearbeitung: 05.10.2022

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