Hepatitis C > Behandlung

1. Das Wichtigste in Kürze

Die akute und mittlerweile auch die chronische Hepatitis C können gut behandelt werden. Herkömmliche Therapien haben starke Nebenwirkungen. Neue Medikamente bekämpfen das HC-Virus direkt, wirken schneller und werden besser vertragen.

2. Akute Hepatitis C

Wenn eine akute Hepatitis C erkannt wird, kann die Entwicklung hin zur chronischen Hepatitis C verhindert werden. Hierfür wird Interferon gespritzt.

3. Chronische Hepatitis C

Chronische Hepatitis C kann bei Betroffenen nach Jahren zu Leberzirrhose und in der Folge zu Leberzellkrebs führen. Sie muss also unbedingt behandelt werden.

Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten. Die individuelle Medikamentenkombination und der Heilungserfolg hängen vom Genotyp des Virus ab. Detaillierte Behandlungsleitlinien für Ärzte stehen bei der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zum Download zur Verfügung: www.dgvs.de/leitlinien/hepatitis-c/ und aktuelle Ergänzungen unter www.dgvs.de/leitlinien/therapie-der-chronischen-hepatitis-c/.

3.1. Herkömmliche Behandlung mit Interferon

Zentrale Bedeutung hatten herkömmlich die Wirkstoffe Interferon und Ribavirin. Beim HCV-Genotyp-1 ist zusätzlich ein Proteasehemmer (Boceprevir oder Telaprevir) hilfreich, man spricht dann von einer Triple-Therapie (Dreifachbehandlung). Die Behandlung dauert 4 - 17 Monate.

Nachteil der Behandlungen mit Interferon sind die starken Nebenwirkungen, z.B. grippeähnliche Beschwerden, Veränderungen des Blutbilds und psychische Probleme. Die Nebenwirkungen können so stark sein, dass die Therapie abgebrochen werden muss.

3.2. Neue Medikamente

Seit Anfang 2014 wurden mehrere neue Medikamente zugelassen und haben die Heilungschancen verbessert. Die neuen Stoffe wirken direkt auf das Virus und machen es unschädlich. Die Behandlungszeit ist kürzer (2 - 6 Monate), die Nebenwirkungen sind weniger und statt Spritzen werden die Wirkstoffe als Tabletten eingenommen.

Nähere Patienteninformationen gibt die Deutsche Leberhilfe unter www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-c-hcv/.

Hemmend für die neuen Medikamente sind ihre enorm hohen Kosten mit bis zu über 100.000,- € pro Patient (Stand 2015). Dies kann zu Problemen für die verordnenden Ärzte führen. Hier gibt es keine abschließenden Empfehlungen.

3.3. Wechselwirkungen

Die Medikamentenbehandlung bei Hepatitis C ist einschneidend und oft komplex. Deshalb sollten Patienten andere Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel nur in Absprache mit ihrem Arzt einnehmen. Unbedingt zu meiden sind Alkohol und Drogen - dies gilt generell. Alkohol und Drogen schädigen die Leber und es gibt deutliche Hinweise, dass sie die Vermehrung der Viren fördern und damit die Zerstörung von Lebergewebe vorantreiben.

Bei jeglichen anderen Medikamenten ist darauf zu achten, dass diese die Leber nicht schädigen. Ärzte sind bei Verschreibungen über die Hepatitis-C-Infektion zu informieren.

4. Impfungen

Bei Hepatitis C empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine Impfung gegen Hepatits-A- und Hepatitis-B-Viren, um einer möglichen weiteren Schädigung der Leber durch andere Infektionen vorzubeugen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser empfohlenen Impfungen.

5. Verwandte Links

Hepatitis C 

Hepatitis C > Allgemeines 

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Hepatitis C > Medizinische Reha 

Transplantation 

Redakteurin: Andrea Nagl

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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