Teilhabechancengesetz

1. Schaffung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes

Das Teilhabechancengesetz soll zum 1.1.2019 in Kraft treten und führt die beiden neuen Fördermöglichkeiten „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ und „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ ins Sozialgesetzbuch (SGB) II ein. Langzeitarbeitslose sollen durch einen Lohnkostenzuschuss sowie individuelle Unterstützung und Betreuung wieder am Arbeitsleben teilhaben können.

2. Eingliederung von Langzeitarbeitslosen

Um länger andauernde Arbeitslosigkeit zu verhindern, werden sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse für Menschen gefördert, die seit mindestens 2 Jahren arbeitslos sind.

 

Die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen umfasst

  • 75 %-Zuschuss zum Arbeitsentgelt im 1. Jahr.
  • 50 %-Zuschuss zum Arbeitsentgelt im 2. Jahr.
  • einen pauschalierten Beitrag zur Sozialversicherung (ohne Arbeitslosenversicherung).
  • Betreuung/Coaching während der Förderdauer, in den ersten 6 Monaten muss der Arbeitnehmer in angemessenem Umfang für die Betreuung freigestellt werden.
  • ergänzende Qualifizierungsmaßnahmen bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen.

Für den Arbeitgeber besteht nach der 2-jährigen Förderdauer die Pflicht, den Arbeitnehmer für 6 Monate weiter zu beschäftigen.

3. Teilhabe am Arbeitsmarkt

Auch Menschen, die schon sehr lange Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen, sollen die Möglichkeit erhalten, eine Beschäftigung auf dem allgemeinen oder sozialen Arbeitsmarkt zu bekommen. Gefördert werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in der Wirtschaft, sozialen Einrichtungen oder Kommunen für eine Dauer von 5 Jahren.

 

Gefördert werden Menschen,

  • die das 25. Lebensjahr vollendet und
  • mindestens 7 innerhalb der letzten 8 Jahre Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten und
  • in dieser Zeit nicht oder nur kurz sozialversicherungspflichtig, geringfügig oder selbstständig gearbeitet haben.

 

Die Teilhabe am Arbeitsmarkt umfasst

  • 100 %-Zuschuss zum Mindestlohn (2019: 9,19 €/Stunde) im 1. und 2. Jahr,
  • 90 %-Zuschuss zum Mindestlohn im 3. Jahr,
  • 80 %-Zuschuss zum Mindestlohn im 4. Jahr,
  • 70 %-Zuschuss zum Mindestlohn im 5. Jahr.
  • einen pauschalierten Beitrag zur Sozialversicherung (ohne Arbeitslosenversicherung).
  • Betreuung/Coaching während der Förderdauer, im 1. Jahr muss der Arbeitnehmer in angemessenem Umfang für die Betreuung freigestellt werden.
  • erforderliche Weiterbildungen oder betriebliche Praktika.

Eine Nachbeschäftigungspflicht wie bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen besteht hier nicht.

4. Praxistipp

Fragen und Antworten zum Teilhabechancengesetz unter www.bmas.de > Schwerpunkte > Sozialer Arbeitsmarkt > Fragen und Antworten.

5. Wer hilft weiter?

Die zuständige Agentur für Arbeit.

6. Verwandte Links

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld II und Sozialgeld

Arbeitslosengeld II > Einkommen und Vermögen

 

Gesetzesquellen: 10. SGB II-Änderungsgesetz (§§ 16i, 16e SGB II)

Redakteurin: Janina Del Giudice

Letzte Bearbeitung: 16.11.2018

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