Schwerbehindertenausweis

1. Das Wichtigste in Kürze

Der Schwerbehindertenausweis belegt Art und Schwere der Behinderung und muss vorgelegt werden, wenn Vergünstigungen für schwerbehinderte Menschen beantragt oder in Anspruch genommen werden. Schwerbehinderte Menschen können je nach Grad der Behinderung (GdB) und/oder Merkzeichen folgende Nachteilsausgleiche beanspruchen:

2. Antrag

Die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises erfolgt auf Antrag des schwerbehinderten Menschen. Antragsformulare sind beim Versorgungsamt erhältlich oder im Internet-Portal „einfach teilhaben“ für Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen, Verwaltungen und Unternehmen unter www.einfach-teilhaben.de > Themen > Schwerbehinderung > Schwerbehinderung und Ausweis.

2.1. Praxistipps

Folgende Tipps helfen bei der Antragstellung:

  • Nicht nur die Grunderkrankung, sondern auch alle zusätzlichen Beeinträchtigungen (z.B. Sehfehler) und Begleiterscheinungen angeben.
  • Kliniken und Ärzte benennen, die am besten über die angeführten Gesundheitsstörungen informiert sind. Dabei unbedingt die dem Antrag beiliegenden Schweigepflichtsentbindungen und Einverständniserklärungen ausfüllen, damit das Versorgungsamt bei den angegebenen Stellen die entsprechenden Auskünfte einholen kann.
  • Antragstellung mit dem behandelnden Arzt besprechen. Der Arzt sollte in den Befundberichten die einzelnen Auswirkungen der Erkrankung (z.B. körperliche Belastbarkeit) detailliert darstellen. Diese Kriterien, nicht allein die Diagnose, entscheiden über den GdB.
  • Bereits vorhandene ärztliche Unterlagen gleich bei Antragstellung mit einreichen, z.B. Krankenhausentlassungsberichte, Reha-Berichte und alle die Behinderung betreffenden Befunde in Kopie.
  • Passbild beilegen (erst ab Vollendung des 10. Lebensjahres notwendig).
    Wenn der schwerbehinderte Mensch niemals in der Lage ist, das Haus zu verlassen, ist es auf Antrag möglich, einen Schwerbehindertenausweis ohne Passbild zu bekommen.

Nach der Feststellung des GdB wird vom Versorgungsamt ein sog. Feststellungsbescheid zugesendet. Ab einem GdB von 50 besteht die Möglichkeit einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen.

3. Gültigkeitsdauer

Der Ausweis wird in der Regel für längstens 5 Jahre ausgestellt.

  • Ausnahme:
    Bei einer voraussichtlich lebenslangen Behinderung kann der Ausweis unbefristet ausgestellt werden.
  • Verlängerung:
    Die Gültigkeit kann auf Antrag höchstens zweimal verlängert werden. Danach muss ein neuer Ausweis beantragt werden.
  • Bei schwerbehinderten Kindern unter 10 Jahren ist der Ausweis bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres befristet. Danach werden die Voraussetzungen der Schwerbehinderung neu überprüft.
  • Bei schwerbehinderten Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren ist der Ausweis bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres befristet. Danach werden die Voraussetzungen der Schwerbehinderung neu überprüft.
  • Bei nichtdeutschen schwerbehinderten Menschen ist der Ausweis maximal bis zum Ablauf des Aufenthaltstitels, der Arbeitserlaubnis oder der Aufenthaltsgestattung gültig.

3.1. Ausweis im Scheckkartenformat

Seit 1.1.2013 kann der Schwerbehindertenausweis als Identifikationskarte im Bankkartenformat ausgestellt werden. Über den genauen Zeitpunkt der Umstellung entscheidet jedes Bundesland selbstständig. Seit 1.1.2015 wird er nur noch in dieser Form ausgestellt. Alle alten Ausweise im Papierformat, die bis 31.12.2014 ausgestellt wurden, gelten noch solange, wie ihre Gültigkeitsdauer eingetragen ist.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet ein Faltblatt zum neuen Ausweis. Es kann unter www.bmas.de > Service > Publikationen kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden.

4. Merkzeichen

Verschiedene Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis kennzeichnen die Behinderung und signalisieren, welche Vergünstigungen der schwerbehinderte Mensch erhält. Es gibt folgende Merkzeichen:

Detaillierte Informationen unter den einzelnen Merkzeichen.

5. Landespflegegeld für schwerbehinderte Menschen

Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten schwerbehinderte Menschen in folgenden Bundesländern Landespflegegeld:

6. Wer hilft weiter?

  • Das zuständige Versorgungsamt
  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales über sein Bürgertelefon zum Thema Behinderung 030 22191100-6, Mo–Do 8–20 Uhr

7. Verwandte Links

Merkzeichen

Nachteilsausgleiche

Grad der Behinderung

Versorgungsamt

Behinderung

 

Gesetzesquellen: § 152 SGB IX - Schwerbehindertenausweisverordnung SchwbAV

Letzte Bearbeitung: 16.08.2019

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