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1. Kurzinfo zur Krankheit

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch „Zuckerkrankheit“ genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die auf einem absoluten oder relativen Mangel an Insulin beruht und in deren Folge, meist erst nach längerer Krankheitsdauer, Blut- und Nervengefäße geschädigt werden können.

Man unterscheidet in 4 Diabetes-Hauptgruppen, wobei die häufigste Form der Diabetes Typ 2 ist (ca. 90 % der Patienten):

  • Typ 1 äußert sich durch einen absoluten Insulinmangel, weil die Insulin produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört sind. Die höchste Neuerkrankungsrate liegt bei Jugendlichen ab etwa 13 Jahren, deswegen wurde er früher auch als juveniler Diabetes bezeichnet.
  • Typ 2 beruht auf einer gestörten Insulinbildung und einer verminderten Insulinwirkung. Früher wurde er als Altersdiabetes bezeichnet, da er sich meist erst ab 40 Jahren manifestiert. Auslösende Faktoren sind fettreiche Kost, Übergewicht und Bewegungsmangel, aber es gibt auch Hinweise auf eine genetische Vorbelastung.
  • Gestationsdiabetes ist ein erstmals während der Schwangerschaft aufgetretener Diabetes, der nach der Schwangerschaft wieder verschwinden kann. Nach Gestationsdiabetes besteht ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten der Erkrankung.
  • Andere spezifische Diabetestypen
    • Genetische Defekte der Beta-Zellfunktion und andere seltene genetische Syndrome
    • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, z.B. Entzündung, Tumor
    • Endokrine Erkrankungen, z.B. Cushing-Syndrom
    • Medikamenteninduzierter Diabetes, z.B. durch Steroide
    • Infektionen, kongenitale Röteln

2. Vorbeugung

Gegen Diabetes Typ 1 gibt es bisher keine wirksamen Vorbeugungsmaßnahmen, allerdings laufen weltweit intensive Forschungsprogramme, um die Erkrankung in einer Frühphase zu unterdrücken.

Den Ausbruch des Typ 2 kann man durch verschiedene Faktoren beeinflussen, in der Frühphase gut behandeln und damit einer Verschlimmerung entgegenwirken. Vorbeugend wirken:

  • Gesunde Ernährung
  • Gewichtsabnahme (bei Übergewicht)
  • Verstärkte körperliche Aktivitäten
  • Raucherentwöhnung

Der Verlauf von Diabetes Typ 2 ist meist schleichend und wird oft erst lange Zeit nach Auftreten der Erkrankung diagnostiziert. Das hat zur Folge, dass sich bereits bei der Diagnoseerhebung Zeichen von Spätschäden finden. Eine rechtzeitige Behandlung mindert das Risiko diabetisch bedingter Begleitkrankheiten (z.B. Retinopathie) und Spätschäden. Deshalb ist es sinnvoll, ab dem 35. Geburtstag alle 2 Jahre die Früherkennungsuntersuchung wahrzunehmen. Die Untersuchung (Check up 35) wird von der Krankenkasse bezahlt.
Details unter Früherkennungen von Krankheiten.

Gegen Schwangerschaftsdiabetes gibt es noch keine wirksamen prophylaktischen Maßnahmen. Bei Vorliegen der Diabetes-Risikofaktoren kann in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche ein spezieller Blutzuckertest durchgeführt werden.

3. Ursachen

Diabetes entsteht durch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren. Sie unterscheiden sich je nach Diabetes-Typ.

Beim Diabetes Typ 1 sind das vor allem:

  • Virusinfektionen
  • Fehlsteuerung des Immunsystems

Faktoren beim Typ 2 Diabetes:

  • genetische Veranlagung
  • Übergewicht
  • Fehlernährung
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • höheres Lebensalter
  • Rauchen
  • Bestimmte hormonelle Erkrankungen
  • Medikamente, die den Zuckerstoffwechsel beeinträchtigten, z.B. Kortison
  • Diabetes in der Schwangerschaft erhöht das Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken

4. Symptome

Während die Symptome bei Typ 1 Diabetes sehr plötzlich auftreten, entwickelt sich Diabetes Typ 2 meist schleichend und macht sich häufig erst durch Folgeerkrankungen bemerkbar.

Durch den absoluten Insulinmangel treten die Symptome bei Diabetes Typ 1 meist sehr akut auf:

  • häufiges Wasserlassen
  • starker Durst
  • Gewichtsabnahme
  • Abgeschlagenheit
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Infektionsanfälligkeit
  • Juckreiz
  • Acetongeruch aus Atemluft

Mögliche Anzeichen für Diabetes Typ 2 sind:

  • häufiges Wasserlassen
  • starker Durst
  • Antriebsarmut, depressive Verstimmung
  • anhaltende Müdigkeit
  • schlechte Wundheilung
  • Infektionsanfälligkeit

5. Spätfolgen

Langfristig schädigt ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße und führt zu teils schwerwiegenden Folgeerkrankungen. Um dies zu vermeiden, ist eine gut abgestimmte Behandlung notwendig.

Mögliche Spätfolgen sind:

  • Durchblutungsstörungen an Beinen, Herz und Gehirn
  • Netzhautschädigung am Auge
  • Nierenschaden. Siehe auch Nierenerkrankungen > Allgemeines
  • Diabetische Nervenentzündung mit Schmerzen bis Verlust der Schmerzempfindung
  • Diabetischer Fuß
  • Depressionen

Zudem gilt mittlerweile als erwiesen, dass Diabetiker überdurchschnittlich oft eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse entwickeln, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt, weil zu wenig Verdauungsenzyme produziert werden (exokrine Pankreasinsuffizienz). Darauf sollte durch entsprechende Kontrolluntersuchungen geachtet werden.

6. Praxistipp Ratgeber

Kostenloser Download: Ratgeber Diabetes mit Informationen zu allen oben stehenden Themen und den Informationen in den nachfolgend verlinkten Artikeln.

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Redakteurin: Jutta Meier

Letzte Bearbeitung: 07.06.2018

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