Digitale Gesundheits-Apps

1. Das Wichtigste in Kürze

Digitale Gesundheits-Apps auf dem Handy können z.B. behandeln, lindern, motivieren, dokumentieren oder unterstützen. Sie werden vom Arzt oder Psychotherapeuten verschrieben. Die Krankenkasse bezahlt eine Gesundheits-App, wenn sie entweder vom BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zertifiziert ist oder wenn die Kasse auf Anfrage die Kosten genehmigt. Neben diesen offiziellen Apps auf Rezept (sog. Digitale Gesundheitsanwendungen, DiGA) gibt es zahlreiche weitere kostenlose oder kostenpflichtige Gesundheits-Apps.

2. Voraussetzungen für die Kostenübernahme von digitalen Gesundheits-Anwendungen (DiGA)

GesundheitsApps gibt es schon lange. Aber seit 19.12.2019 gibt es im Krankenversicherungsrecht (SGB V) den § 33a, der regelt, wann Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen. Offiziell heißen diese Apps „Digitale Gesundheitsanwendungen“, kurz DiGA.

Grundsätzlich muss eine solche Gesundheits-App dazu bestimmt sein, beim Patienten oder bei der Versorgung durch Leistungserbringer

  • Krankheiten zu erkennen, zu überwachen, zu behandeln oder zu lindern
    oder
  • Verletzungen oder Behinderungen zu erkennen, zu behandeln, zu lindern oder auszugleichen.

DiGA-Apps können z.B. an die Medikamenteneinnahme erinnern oder die digitale Dokumentationen bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, Migräne oder Epilepsie ermöglichen.

Gesundheits-Apps, die diesen Zwecken dienen, können vom jeweiligen Anbieter beim BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zertifiziert werden.

2.1. Apps auf Rezept

Gesundheits-Apps werden von der Krankenkasse finanziert, wenn

  • sie vom BfArM auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität geprüft worden sind,
  • eine ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung vorliegt und
  • eine begründete Diagnose vorliegt.

2.2. Zertifizierung von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Die Zertifizierung ist ein Verfahren beim BfArM. Es prüft die Apps und nimmt sie bei positiver Bewertung in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen auf. Dann können Ärzte die App verordnen und die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Entwickler neuer Apps müssen innerhalb 1 Jahres nachweisen, dass ihre Apps zu einer besseren medizinischen Versorgung der Nutzer beitragen und die Datenschutzvorgaben einhalten. Diese Regeln gelten nicht nur für neue, sondern auch für bereits vorher verfügbare Apps.

Das BfArM nimmt die Apps meist zunächst vorläufig zur Erprobung in die Liste auf. Die Krankenkassen übernehmen dann bereits die Kosten.

3. Praxistipps zur Kostenübernahme von Gesundheits-Apps

  • Eine Gesundheits-App kann auch ohne ärztliche Verordnung von der Krankenkasse genehmigt werden. Einige Krankenkassen übernehmen auch Kosten für ausgewählte Gesundheits-Apps, daher sollten Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über entsprechende Angebote informieren.
  • Das BfArM bietet unter https://diga.bfarm.de > DIGA-Verzeichnis öffnen ein Verzeichnis von Digitalen Gesundheits-Apps, die bewertet wurden und also von der Krankenkasse erstattet werden, und unter https://diga.bfarm.de > Informationen für DiGA-Nutzer viele Informationen zum Thema Digitale Gesundheitsanwendungen.

4. Digitale Gesundheits-Apps ohne offizielles Siegel

Tatsächlich gibt es aber mehrere 10.000 Gesundheits-Apps im Internet. Dazu gehören auch viele Apps, die sich auf Fitness, gesunde Ernährung und Wellness beziehen, also eher der Vorbeugung (Prävention) von Erkrankungen dienen.

4.1. Praxistipps zum Check von freien Gesundheits-Apps

5. Wer hilft weiter?

Krankenkassen

6. Verwandte Links

Elektronische Patientenakte

Elektronische Gesundheitskarte

E-Rezept

 

Gesetzesquelle: § 33a SGB V

Letzte Bearbeitung: 23.12.2021

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