Früherkennung von Krankheiten

Das Wichtigste in Kürze

Früherkennungsuntersuchungen dienen dazu, gesundheitliche Risiken und Krankheiten möglichst früh zu entdecken und rechtzeitig zu behandeln. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen z.B. allgemeine Gesundheitsuntersuchungen, verschiedene Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und bestimmte Schutzimpfungen.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsorge und Früherkennung?

Früherkennung und Gesundheitsvorsorge sind wichtig, um die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten effektiv zu behandeln.

  • Vorsorge umfasst Maßnahmen, die Krankheiten verhindern oder das Erkrankungsrisiko senken sollen. Dazu gehören z.B. Impfungen und gesunde Lebensweise.
  • Früherkennung soll gesundheitliche Risiken oder Krankheiten in einem sehr frühen Stadium zu entdecken, um die Behandlungschancen zu verbessern. Dies umfasst spezifische Untersuchungen wie den „Check-up” für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sowie Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.

Wann übernimmt die Krankenkasse eine Früherkennungsuntersuchung?

Eine Früherkennungsuntersuchung wird angeboten, wenn

  • eine Krankheit bereits vor Beschwerden zuverlässig erkannt werden kann,
  • die Untersuchung möglichst eindeutige und verlässliche Ergebnisse liefert,
  • eine frühe Behandlung die Erkrankung verhindern, heilen oder ihre Folgen verringern kann,
  • auffällige Befunde anschließend ärztlich abgeklärt und behandelt werden können.

Wichtig: Ein auffälliges Ergebnis bedeutet noch nicht, dass tatsächlich eine Krankheit vorliegt. Es bedeutet zunächst nur, dass weitere Untersuchungen notwendig sind.

Welche Gesundheitsuntersuchungen gibt es?

Die Krankenkasse übernimmt bei erwachsenen Versicherten alle anfallenden Kosten für sog. Gesundheitsuntersuchungen.

Bei Geringverdienenden oder nicht Krankenversicherten kommt unter Umständen das Sozialamt für die Kosten der Gesundheitsuntersuchungen auf. Näheres unter Gesundheitshilfe.

Folgende Gesundheitsuntersuchungen sollen gesundheitliche Risiken sowie häufige Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. KHK), Nierenerkrankungen und Diabetes, frühzeitig erkennen:

Alter Gesundheitsuntersuchung Häufigkeit
18 bis 34 Jahre Allgemeine Gesundheitsuntersuchung einmalig
ab 35 Jahren Gesundheits-Check-up alle 3 Jahre
ab 35 Jahren Screening auf Hepatitis B und C im Rahmen des Gesundheits-Check-ups einmalig
Männer ab 65 Jahren Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas einmalig

Praxistipp Hepatitis Screening

Informationen zum einmaligen Screening auf Hepatitis B und C finden Sie bei der Kassenärztliche Bundesvereinigung unter www.kbv.de > Suchbegriff: „Screening auf Hepatitis”.

Ergibt eine Untersuchung Hinweise auf eine Erkrankung, wird der Befund durch weitere Untersuchungen abgeklärt. Bestätigt sich der Verdacht, folgen die notwendigen weiteren Schritte, z.B. eine ärztliche Beratung und geeignete Behandlung.

Krebsvorsorge

Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) für Frauen:

Alter Untersuchung Häufigkeit
ab 20 Jahren Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Pap-Abstrich) einmal jährlich
bis 25 Jahren Test auf eine Chlamydieninfektion einmal jährlich
ab 30 Jahren Früherkennung von Brustkrebs einmal jährlich
ab 35 Jahren Kombinationsuntersuchung (Pap-Abstrich und HPV-Test) alle 3 Jahre
von 50 bis 75 Jahren Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs alle 2 Jahre

 

Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) für Männer:

Ab 45 Jahren Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und des äußeren Genitales (Prostatakarzinom) einmal jährlich.

 

Krebsvorsorgeuntersuchung (einschließlich der diesbezüglichen Beratung) geschlechtsunabhängig zur Früherkennung von :

ab 35 Jahren Hautkrebs: Ganzkörper‑Hautuntersuchung alle 2 Jahre
ab 50 Jahren

Darmkrebs: zweimal eine Darmspiegelung (Koloskopie)

oder alternativ: Stuhltest auf nicht sichtbares Blut im Stuhl

im Abstand von 10 Jahren

alle 2 Jahre

50–75 Jahre

Lungenkrebs: Niedrigdosis‑Computertomographie (NDCT) der Lunge

jährlich

Hinweis zur Darmkrebsvorsorge: Versicherte können zwischen einer Darmspiegelung und einem Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl wählen. Bei einem auffälligen Stuhltest wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung durchgeführt. Werden bei einer Darmspiegelung Polypen entfernt, legt die ärztliche Praxis fest, wann die nächste Kontrolluntersuchung nötig ist. Der Zeitraum bis zur Kontrolle hängt unter anderem von Anzahl, Größe und Art der Polypen ab. Diese Nachsorgeuntersuchungen sind von den regulären Vorsorgeuntersuchungen zur Darmkrebs-Früherkennung zu unterscheiden.

Hinweis zur Lungenkrebs-Früherkennung: Seit 1.4.2026 können gesetzlich Versicherte an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen.

Dafür müssen alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • mindestens 25 Jahre geraucht
  • aktuell rauchend oder Rauchstopp vor höchstens 10 Jahren
  • verpflichtende ärztliche Beratung
  • mindestens 15 Packungsjahre

Packungsjahre beschreiben die Rauchbelastung:
Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr (z.B. 1 Packung täglich x 15 Jahre = 15 Packungsjahre).

Richtlinien

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat zur Früherkennung von Krankheiten die sog. Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie, Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme erstellt. Diese Richtlinien können unter www.g-ba.de > Richtlinien heruntergeladen werden.

Schutzimpfungen

Versicherte haben Anspruch auf Schutzimpfungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) basierend auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der Richtlinie über Schutzimpfungen (Anlage 1) aufgenommen wurden. Dieser Anspruch umfasst auch bestimmte Bluttests, um den Impfschutz zu überprüfen.

Die Richtlinie über Schutzimpfungen kann beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de > Richtlinien > Schutzimpfungs-Richtlinie kostenlos heruntergeladen werden.

Praxistipp Impfkalender

Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) enthält die empfohlenen Standardimpfungen auf einen Blick. Den Impfkalender können Sie kostenlos beim Robert Koch‑Institut (RKI) in mehreren Sprachen herunterladen unter www.rki.de> Themen > Infektionskrankheiten > Impfen > Impfkalender.

Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Für Kinder gibt es Früherkennungsuntersuchungen von der Geburt bis ins Jugendalter. Nähere Informationen zu Untersuchungsinhalten unter U-Untersuchungen > Termine.

Sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung

Die sportmedizinische Gesundheitsuntersuchung dient dazu, mögliche gesundheitliche Risiken vor der Aufnahme oder Intensivierung sportlicher Aktivitäten zu erkennen. Dabei wird geprüft, ob körperliche Belastungen die Gesundheit gefährden könnten (z.B. plötzlich auftretende Herzrhythmusstörungen). Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser Untersuchung ganz oder teilweise.

Nähere Informationen sowie eine Liste von Ärzten, die von der DGSP (Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention) empfohlen werden, finden Sie unter www.dgsp.de > Für Patienten > Sportärztliche Untersuchung.

Praxistipp Bonusprogramm

Viele Krankenkassen bieten Bonusprogramme an, um ihre Versicherten zur regelmäßigen Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Wenn Sie diese Untersuchungen regelmäßig nachweisen, können Sie finanzielle Zuschüsse oder andere Boni erhalten. Näheres unter Prävention.

 

Wer hilft weiter?

Krankenkassen

Prävention

Gesundheitshilfe

Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren

 

Rechtsgrundlagen: § 25 SGB V

Letzte Bearbeitung: 31.07.2026

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