HIV AIDS > Tests

1. Das Wichtigste in Kürze

Es gibt mehrere Testverfahren, die entweder nach HIV-Antikörpern im Blut oder direkt nach dem HI-Virus oder einem Bestandteil von HIV (Antigen) suchen. Von einem „positiven Testergebnis“ spricht man, wenn Antikörper im Blut nachgewiesen werden und eine HIV-Infektion vorliegt. Ein „negatives Testergebnis“ bedeutet, dass keine Infektion vorliegt oder die Ansteckung noch nicht lange zurückliegt und sich daher noch keine Antikörper gebildet haben.

Bei Verdacht auf HIV sollte man sich umgehend testen lassen, denn

  • je früher die Behandlung beginnt, desto höher ist die Chance, lange und symptomfrei mit HIV zu leben und den Ausbruch von AIDS zu verzögern oder zu verhindern.
  • wer über seine Infektion Bescheid weiß, kann andere vor einer Infektion schützen, weil er das Virus nicht unwissentlich weiter überträgt.

2. HIV-Labortest

Bei einem Labortest wird von einem Arzt Blut aus der Armbeuge entnommen und in ein Labor geschickt. Die Labortests suchen in der Regel sowohl nach Antikörpern als auch nach bestimmten Bestandteilen von HIV. Diese Bestandteile können aber erst bei einer großen HIV-Menge im Blut nachgewiesen werden. Das ist nur kurz nach der Ansteckung oder bei einem schlechten Immunsystem (z.B. im AIDS-Stadium) der Fall.
Um eine HIV-Infektion nachzuweisen, kann bereits ca. 2 Wochen nach einem HIV-Übertragungsrisiko ein Antigen-Antikörper-Test gemacht werden. Damit kann eine Infektion allerdings erst 6 Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausgeschlossen werden, weil erst dann genügend Antikörper gebildet wurden. Das heißt: Ein HIV-positiver Befund im Antigen-Antikörper-Test ist zu jedem Testzeitpunkt zutreffend. Ein negativer Befund ist erst 6 Wochen nach einem Risiko aussagekräftig.
Wenn der Labortest reagiert, wird direkt ein Bestätigungstest gemacht. Das Ergebnis eines Labortests hat man nach einigen Tagen.

3. Schnelltest

Beim Schnelltest wird Blut aus der Fingerkuppe entnommen und in einen Testapparat gegeben. Der Schnelltest kann schon nach wenigen Minuten ein Ergebnis liefern. Eine HIV-Infektion kann etwa 3 Wochen nach einer Ansteckung nachgewiesen werden. Da es beim Schnelltest aber zu einem falsch-positiven Ergebnis kommen kann, sollte ein HIV-Labortest nachgeschaltet werden, wenn das Ergebnis positiv ist. Ein HIV-negatives Ergebnis ist erst nach 12 Wochen aussagekräftig, da der Test nach Antikörpern sucht, die erst mit der Zeit gebildet werden.

3.1. Selbsttest

Selbsttests (auch Heimtests genannt) sind Schnelltests, die man selbst zu Hause durchführen kann. Sie können in Apotheken, Drogerien oder im Internet gekauft werden. Wichtig ist, dass der Test ein CE-Zeichen hat, denn nur diese Tests sind für Laien entwickelt worden und in Europa zugelassen. Das ist z.B. bei den Selbsttests „Autotest VIH“, „INSTI“ und „Exato“ der Fall. Die Kosten liegen zwischen 20 und 50 €.
Auch hier kann es zu einem positiven Ergebnis kommen, obwohl keine HIV-Infektion vorliegt. Daher muss bei einem positiven Ergebnis ein Labortest nachgeschaltet werden, um das Testergebnis zu bestätigen.
Ein Selbsttest bietet die Möglichkeit festzustellen, ob eine HIV-Infektion vorliegt, ohne in eine Arztpraxis oder Teststelle gehen zu müssen. Man sollte aber bedenken, dass man mit dem Testergebnis zunächst alleine ist und nicht direkt mit jemand sprechen kann. Es besteht aber die Möglichkeit sich bei der Deutschen Aidshilfe zeitnah persönlich, telefonisch oder online an einen Mitarbeiter zu wenden. Kontaktmöglichkeiten unter www.aidshilfe.de > Beratung.

3.2. Einsendetest

Beim Einsendetest handelt es sich um eine Sonderform des Selbsttests. Man entnimmt zu Hause selbstständig Blut aus der Fingerkuppe und gibt es in das Testgerät, schickt es dann aber zur Untersuchung in ein Labor. Das Ergebnis erhält man dann telefonisch oder online.
Einsendetests werden noch nicht in ganz Deutschland angeboten. Es gibt in einigen Städten Pilotprojekte, u.a. in München, Nürnberg und Regensburg.

4. PCR-Test

Der PCR-Test (PCR = Polymerasekettenreaktion) weist nicht die Antikörper, sondern das HI-Virus selbst nach. Der PCR-Test wird vor allem genutzt, um die Viruslast und damit den Erfolg einer HIV-Behandlung zu messen. Er kann auch als Bestätigungstest eines positiven Antikörper-Suchtest eingesetzt werden. Wenn er mehr als 1.000 HIV-Kopien pro Milliliter Blut misst, ist das Ergebnis bestätigt.
Auch bei Neugeborenen einer HIV-positiven Mutter wird der PCR-Test verwendet. Antikörper-Suchtests sind nämlich in den ersten 18 Monaten immer positiv, weil die Babys Antikörper ihrer Mutter im Blut haben. Das bedeutet aber nicht, dass sie mit HIV infiziert sind.
Der PCR-Test eignet sich jedoch nicht, um eine HIV-Infektion auszuschließen. Dafür sollten Labor- oder Schnelltests benutzt werden.

5. Teststellen

HIV-Tests kann man bei vielen Gesundheitsämtern, AIDS-Hilfestellen, Checkpoints und Präventionsprojekten anonym und meist kostenlos machen lassen. Erfolgt der Test beim Arzt, wird er namentlich durchgeführt und mit dem Ergebnis in die Patientenakte eingetragen.

Adressen von Teststellen können u.a. auf folgenden Seiten gefunden werden:

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Letzte Bearbeitung: 25.02.2020

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