HIV AIDS > Beruf und Rente

1. Das Wichtigste in Kürze

Zwei Drittel der Menschen mit HIV sind erwerbstätig. Es gibt fast keine Berufe, die HIV-Infizierte nicht ausüben dürfen. Diskriminierung und Vorurteile können die Berufsausübung jedoch erschweren. Die Folgen der Infektion und der Ausbruch von AIDS können dazu führen, dass der Betroffene nicht mehr (voll) erwerbsfähig ist. Dann kann eine Rente beantragt werden.

2. Erwerbsfähigkeit

Die modernen Behandlungsmöglichkeiten haben dazu geführt, dass sich die Arbeitsfähigkeit HIV-Infizierter in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. In den meisten Fällen kann der Beruf nach einer HIV-Infektion weiter ausgeübt werden. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen allein die Infektion dazu führen kann, dass der Beruf aufgegeben werden muss.

Das ist z.B. bei Chirurgen oder Zahnärzten der Fall, bei denen die Viruslast nicht unter die Nachweisgrenze gesenkt werden kann, da die Ansteckungsgefahr im Falle einer Verletzung durch die invasive Arbeit an offenen Wunden besonders hoch ist. Andere Berufe im Gesundheitswesen, z.B. im Bereich der Pflege, können hingegen weiterhin ausgeübt werden, da die Gefahr einer Übertragung des HI-Virus bereits durch die standardisierten Schutzmaßnahmen vermieden wird. Dies gilt auch für Berufe im Lebensmittel- und Gastronomiebereich.

Im Bereich der Luftfahrt hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Neue europäische Vorschriften besagen, dass eine HIV-Infektion kein Ausschlusskriterium mehr ist, um als Flugbegleiter oder Pilot arbeiten zu können. Entscheidend ist lediglich der persönliche Gesundheitszustand des Betroffenen, der bei einer bekannten HIV-Infektion engmaschig kontrolliert werden muss. Es gibt jedoch Länder mit Einreise- oder Aufenthaltsbeschränkungen für HIV-Positive. Wenn die Tätigkeit in solchen Ländern Bestandteil des Berufs ist, dürfen Arbeitgeber Bewerber aufgrund der Infektion ausschließen.

2.1. Bewerbung und Einstellung

Im Bewerbungs- und Einstellungsverfahren spielt die HIV-Infektion keine Rolle, sofern die Infektion die Eignung des Bewerbers für die Tätigkeit nicht einschränkt oder eine erhöhte Infektionsgefahr für andere Menschen besteht. Auf Fragen nach einer HIV-Infektion muss dann nicht wahrheitsgemäß geantwortet werden und bei einer Einstellungsuntersuchung kann ein HIV-Test verweigert werden. Zudem gilt auch bei Einstellungsuntersuchungen die ärztliche Schweigepflicht, weshalb der Arbeitgeber von einer Infektion nicht in Kenntnis gesetzt werden darf.

2.2. Kündigung

Für eine Kündigung ist entscheidend, in welchem Krankheitsstadium sich der Betroffene befindet. Eine HIV-Infektion allein ist kein Kündigungsgrund.

Anders sieht es aus, wenn AIDS ausbricht und es dadurch zu vermehrten Arbeitsausfällen kommt. Allerdings muss eine Kündigung die Kriterien der sozialen Rechtfertigung einer krankheitsbedingten Kündigung erfüllen, Näheres unter Krankheitsbedingte Kündigung.

Bei einer anerkannten Schwerbehinderung oder Gleichstellung gibt es einen besonderen Kündigungsschutz. In diesem Fall darf der Arbeitgeber nur mit Zustimmung des Integrationsamts kündigen. Näheres unter Behinderung > Berufsleben.

3. Offenlegung der Infektion

Es ist für die meisten HIV-Infizierten eine schwere Entscheidung, ob sie am Arbeitsplatz ihre Infektion offenlegen oder nicht. Die Angst vor einer Ansteckung bringt das Umfeld häufig dazu, sich vom Betroffenen zu distanzieren. Zudem kann es zu Diskriminierungen und Mobbing kommen. Aus diesem Grund ist eine Aufklärung über die Übertragungswege von HIV sehr wichtig, um Kollegen unbegründete Ängste zu nehmen.


Es kann hilfreich sein, mit der Diagnose nicht alleine zu bleiben und sich am Arbeitsplatz zu offenbaren. Unter Umständen kann dann besser auf die speziellen Belange der Infizierten eingegangen werden.
Jeder Betroffene sollte aber für sich überlegen, ob eine Offenlegung der Infektion am Arbeitsplatz Entlastung bietet oder eher für weitere Probleme sorgt. Grundsätzlich steht es dem Betroffenen frei, selbst zu entscheiden wen er informiert, sofern er nicht wissentlich die Gefahr eingeht, andere anzustecken.

4. Praxistipps

5. Rente

Falls ein Patient aufgrund der Infektionsfolgen oder des Ausbruchs von AIDS nicht mehr erwerbsfähig ist, kommen verschiedene Rentenarten für ihn in Frage. Nachfolgend eine Linkliste mit grundsätzlichen Informationen zu möglicherweise relevanten Stichworten:

Rente

Erwerbsminderungsrente

Altersrente für schwerbehinderte Menschen mit vorgezogenem Rentenbeginn

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Individuelle Auskünfte geben die Rentenversicherungsträger

6. Wer hilft weiter?

Die Deutsche Aidshilfe unter www.aidshilfe.de > Beratung.

7. Verwandte Links

Ratgeber HIV und AIDS

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Letzte Bearbeitung: 25.02.2020

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