Palliativmedizinischer Konsiliardienst

1. Das Wichtigste in Kürze

Der palliativmedizinische Konsiliardienst (PKD) kümmert sich um schwerstkranke Patienten, die in einer Klinik behandelt werden und nicht auf der Palliativstation liegen. Der PKD ist zusammengesetzt aus Ärzten, Pflegekräften und - nach Bedarf - anderen Spezialisten.

2. Allgemeines

Traditionell sind Konsiliardienste im stationären Bereich tätig. Im ambulanten Sektor gibt es erste Modellprojekte, auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) sieht in ihren Definitionen aus dem Jahr 2003 multiprofessionelle, sektorenübergreifende Konsiliardienste vor.

Der Konsiliardienst im stationären Bereich übernimmt die palliativmedizinische Mitbehandlung von schwerstkranken Patienten, die nicht auf einer Palliativstation aufgenommen werden (können). Der Konsiliardienst wird per Konsil von der Station angefordert, auf der der Patient liegt. Er bietet Ärzten und Fachgruppen im Krankenhaus sein Fachwissen bezüglich Palliativmedizin, Schmerztherapie, Symptomkontrolle und psychosozialer Begleitung mit der Zielsetzung an, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Vorrangig sind dabei die rasche Linderung belastender Beschwerden und die Entlassung des Patienten in seine vertraute Umgebung.

3. Zielgruppe

Einerseits erhält das behandelnde Team auf Station bei palliativmedizinischen und
-pflegerischen Problemstellungen Unterstützung durch den Konsiliardienst. Andererseits sind es die Menschen, die an einer schweren, unheilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, die von einem palliativmedizinischen Konsiliardienst im Rahmen des Krankenhausaufenthalts mitbetreut werden.

4. Teammitglieder und deren Aufgaben

Der palliativmedizinische Konsiliardienst setzt sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen zusammen. Die Mitglieder des Konsiliardienstes werden entsprechend ihrer Aufgaben und der Notwendigkeit in der aktuellen Situation des Patienten vom Stationsteam angefordert. Sie sind beratend tätig. Über die Umsetzungen der Vorschläge und Maßnahmen entscheidet das Stationsteam.

4.1. Ärzte

Der palliativmedizinische Konsiliardienst besteht hauptsächlich aus Ärzten, die besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Palliativmedizin haben. Die Ärzte suchen den Patienten auf ihrer jeweiligen Station auf, erheben die Anamnese, führen eine Untersuchung durch und überprüfen, ob der Patient auf die Palliativstation (falls vorhanden) übernommen werden soll. Der Arzt des Konsiliardienstes formuliert das Therapieziel gemeinsam mit Patienten und Angehörigen, übernimmt die medikamentöse Symptomkontrolle des Patienten und optimiert die Schmerztherapie.

4.2. Pflegekräfte

Weitere Teammitglieder im palliativmedizinischen Konsiliardienst sind Krankenpflegekräfte mit speziellen Kenntnissen in der Palliativpflege oder Mitarbeiter von Palliativstationen. Sie stehen dem Stationspersonal in palliativpflegerischen Fragen zur Verfügung.

4.3. Multiprofessionelles Team

Im Bedarfsfall können Mitarbeiter aus anderen Berufsgruppen, z.B. Physiotherapie, Psychologie, Seelsorge und Sozialdienst, zur Beratung und Behandlung des schwer kranken Patienten hinzugezogen werden. Näheres unter Multiprofessionelles Team.

5. Erstgespräch

Das Erstgespräch mit dem Patienten wird meistens durch einen Palliativmediziner und eine Palliativpflegekraft durchgeführt. Die Pflegekraft erhebt die Pflegeanamnese, schätzt den palliativpflegerischen Behandlungsbedarf ein und kann entsprechende pflegerische Maßnahmen empfehlen. Des weiteren berät die Pflegekraft den Patienten und seine Angehörigen bei palliativpflegerischen Fragen.

6. Stationsaufenthalt

Die Patienten werden regelmäßig vom Konsiliardienst besucht. Dabei wird das weitere Vorgehen besprochen. Endet die konsiliarische Betreuung, wird ein Abschlusskonsil geschrieben.

7. Verwandte Links

Ratgeber Palliativverorgung

Sterbebegleitung

Palliativstationen

Letzte Bearbeitung: 14.08.2019

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