Palliativstationen

1. Das Wichtigste in Kürze

Eine Palliativstation ist Teil eines Krankenhauses, auf die schwerstkranke Patienten aufgenommen werden, die nicht zu Hause oder im Heim behandelt werden können. Ziel ist, sowohl die körperlichen Beschwerden einer unheilbaren, fortgeschrittenen Erkrankung als auch die damit verbundenen psychosozialen Probleme so gut zu lindern, dass eine Entlassung möglich ist. Auch Angehörige werden so weit möglich mit eingebunden und betreut.

Maßgeblich für eine Palliativstation ist ein spezialisiertes Team aus verschiedenen Berufsgruppen. In Deutschland gibt es derzeit etwa 300 Palliativstationen.

2. Aufgaben

Ziele der Behandlung sind das Lindern akut aufgetretener Schmerzen und anderer Symptome sowie die Rückkehr des Patienten in das häusliche Umfeld (das kann auch das Pflegeheim sein) mit ausreichender Symptomkontrolle.

Das Team der Palliativstation hat die Aufgabe, Patienten und ihre Angehörigen ganzheitlich zu unterstützen. Um den ganzheitlichen Behandlungsansatz sicherzustellen, ist eine enge Kooperation aller Helfer notwendig. Angehörige sollen die Möglichkeit haben, den ganzen Tag beim Patienten zu sein.

Wenn die krankheits- und/oder therapiebedingten Beschwerden gelindert sind und die Betreuungssituation stabilisiert ist, wird der Patient wieder entlassen.

3. Aufnahmekriterien

Aufgenommen werden können nur Patienten, die an einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung und unter Symptomen leiden, die so stark oder so komplex sind, dass sie zu Hause oder im Heim nicht behandelt werden können, und die deshalb eine Krankenhausbehandlung brauchen.

Patienten werden entweder vom (Haus-)Arzt überwiesen oder sie kommen von einer anderen Station desselben oder eines anderen Krankenhauses auf die Palliativstation. Letztlich entscheidet die Palliativstation über die Aufnahme.

Das Einverständnis des Patienten ist erforderlich, er kennt und billigt das Konzept der palliativen Behandlung, d.h.: Er ist darüber informiert, dass es um eine lindernde Behandlung geht und dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Eine Notfallaufnahme auf einer Palliativstation ist nur selten möglich. Von der Notaufnahme kommen Palliativpatienten in der Regel auf die fachlich zuständige Station, wo zunächst die detaillierte Diagnose erstellt wird.

4. Besonderheiten von Palliativstationen

Palliativstationen sind im Vergleich zu anderen Krankenhausstationen wohnlicher eingerichtet, denn die Lebenqualität und das Wohlfühlen sind ein wichtiger Aspekt der Versorgung. 

Der Stellenschlüssel auf einer Palliativstation ist im Vergleich zu anderen Klinikstationen relativ hoch. Deshalb haben die Mitarbeiter mehr Zeit für die Patienten und deren Angehörige. Die Mitarbeiter haben meist eine palliative Zusatzqualifikation. Das Team besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Psychologen, Therapeuten und ehrenamtlichen Helfern.

5. Zuzahlung

Patienten ab Vollendung des 18. Lebensjahres müssen für die vollstationäre Behandlung auf einer Palliativstation eine Zuzahlung von 10 € pro Tag leisten. Diese Zuzahlung ist auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt.

Bereits im selben Jahr geleistete Zuzahlungen zu Krankenhaus- und Anschlussheilbehandlung werden angerechnet. Der Aufnahme- und Entlassungstag zählen jeweils als ganzer Tag. Weitere Kosten entstehen für den Patienten in der Regel nicht.

6. Entlassung

Da der Aufenthalt in einer Palliativstation nur begrenzt erfolgen kann, ist schon frühzeitig zu überlegen, ob die spätere Entlassung nach Hause oder in eine stationäre Pflegeeinrichtung erfolgen soll. Auf Palliativstationen beträgt die durchschnittliche Verweildauer zwischen 10 und 12 Tagen.

Bei diesen Überlegungen werden Patienten und Angehörige entweder von Sozialarbeitern der Palliativstation oder vom Sozialdienst des Krankenhauses beraten und unterstützt.

Wenn der Patient in das häusliche Umfeld entlassen werden soll, ist eine gute Vorbereitung notwendig. Dies umfasst folgende Bereiche:

  • Medizinische Betreuung: Welcher Arzt übernimmt die weitere Begleitung des Patienten?
  • Pflegerische Betreuung: Ist regelmäßige Pflege notwendig? Wer pflegt? Angehörige oder ist ein Pflegedienst notwendig? Haben die Pflegekräfte die notwendigen Kompetenzen? Ist ein Pflegeheim die bessere Lösung? Wo sind Plätze frei?
  • Pflegehilfsmittel: Ist z.B. ein Pflegebett notwendig? Bis wann ist es vor Ort?
  • Umfeld des Patienten: Wer kann den Patienten unterstützen?
  • Finanzierung: Wer bezahlt die notwendigen Leistungen?
  • Wohnsituation des Patienten: Kann der Patient dort weiter leben, wo er vor dem Aufenthalt in der Palliativstation gelebt hat? Hat z.B. ein Pflegebett Platz?

Gegebenenfalls ist die Versorgung mit Hilfe der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zu prüfen. Dis SAPV kann sowohl beraten oder koordinieren also auch teilweise oder komplett versorgen.

Wenn die Rückkehr in die häusliche Umgebung nicht möglich ist, gibt es folgende (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen:

Überblick über alle Formen der Hospiz- und Palliativversorgung unter Sterbebegleitung.

7. Wer hilft weiter?

Adressen von Palliativstationen finden Sie im Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/.

8. Verwandte Links

Sterbebegleitung

Multiprofessionelles Team

Palliativmedizinischer Konsiliardienst

Ambulante Palliativdienste

Redakteurinnen: Ines Grocki, Andrea Nagl

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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