Osteoporose > Ernährung

1. Das Wichtigste in Kürze

Bei der Behandlung von Osteoporose spielt die Ernährung eine große Rolle. Auch vorbeugend kann man mit einer gesunden, kalzium- und Vitamin D-reichen Ernährung viel erreichen. Knochen brauchen Kalzium und Vitamin D hilft dem Körper, das Kalzium zu nutzen. Daneben wirkt eine ausreichende Folsäure-Versorgung vorbeugend.

2. Kalzium

Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist für gesunde Knochen absolut unverzichtbar. Die größten Kalziumlieferanten sind Milch und Milchprodukte, kalziumreiches Mineralwasser und kalziumreiche Gemüsesorten wie Grünkohl, Lauch und Brokkoli.

Der Tagesbedarf hängt vom Lebensalter ab. Ein Erwachsener sollte im Durchschnitt 1.000 mg Kalzium täglich aufnehmen. Wenn die empfohlene Kalziumzufuhr durch die tägliche Nahrung nicht gewährleistet ist, sollten zusätzlich Kalziumpräparate (z.B. in Form von Brause- oder Kautabletten) eingenommen werden. Überschüssiges Kalzium wird über die Nieren und das Harnsystem ausgeschieden.

Um die Aufnahme von Kalzium zu gewährleisten, sollte auf Nikotin verzichtet und phosphatreiche Lebensmittel wie Cola, stark zuckerhaltige Limonaden, Schmelzkäse, Wurst- und Fleischwaren vermieden werden. Alkohol und Kaffee sollten nur in Maßen getrunken werden. Ebenso negativ wirken sich oxalatreiche Lebensmittel, z.B. Rhabarber, Spinat und Schokolade aus. Durch Erhitzen werden die Oxalsäuren aber in der Regel inaktiv.

Eine Liste des Kalziumgehalts verschiedener Lebensmittel bietet das Deutsche Ernährungsberatungs- und -informtionsnetz (DEBInet) unter www.ernaehrung.de/tipps/osteoporose.

3. Vitamin D

Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme aus dem Darm sowie die Einlagerung des Mineralstoffs in den Knochen. Nur wenige Nahrungsmittel, zum Beispiel fetter Fisch, enthalten Vitamin D. Durch den Einfluss von UV-Licht kann der Körper aber einen Großteil des Bedarfs selbst bilden. Je nach Hauttyp und Jahreszeit reichen 5-25 Minuten Aufenthalt im Freien aus, um den Tagesbedarf zu decken. Bei zu geringer Sonnenbestrahlung, vor allem im Winter und bei bettlägerigen Patienten, ist es sinnvoll, Vitamin-D-Präparate einzunehmen (empfohlen werden 800-1.000 IE Vitamin D3 täglich).

Wichtig: Bei einer medikamentösen Therapie der Osteoporose können die Empfehlungen für die Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr abweichen! Besprechen Sie daher mit Ihrem Arzt auf was Sie achten müssen.

4. Vitamin B12

Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B 12 senkt das Risiko für Osteoporose. Vitamin B 12 ist besonders in Hülsenfrüchten und tierischen Produkten wie Fleisch, Meeresfrüchten, Milch und Eiern enthalten.

5. Folsäure

Bei Folsäure handelt es sich um ein Vitamin, das vor allem in Spinat, Grünkohl, Endiviensalat, Gurken, Tomaten, Spargel, Zitrusfrüchten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fleisch und Innereien sowie in Hefe enthalten ist. Ein Folsäuremangel erhöht das Risiko für Osteoporose, daher sollte genügend Folsäure aufgenommen werden. Empfohlen wird ein Tagesbedarf von 300 µg.

6. Praxistipps

  • Viele Krankenkassen übernehmen bei Osteoporose die Kosten für eine Ernährungsberatung.
  • Das Netzwerk-Osteoporose e.V. hat u.a. die Broschüren „Ernährung, Bewegung und Balance“ und „Meine täglichen Vitamin- und Kalziumquellen“ herausgegeben, die unter www.netzwerk-osteoporose.de > Infobereich > Info-Material > Broschüren kostenlos heruntergeladen werden können.

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Redakteurin: Jutta Meier

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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