Knochendichtemessung

1. Das Wichtigste in Kürze

Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) ist ein medizinisch-technisches Verfahren zur Bestimmung der Dichte bzw. des Kalksalzgehalts des Knochens. Dadurch kann das Risiko für Knochenbrüche bei bestehendem Knochenschwund (Osteoporose) eingeschätzt werden. In der Regel erfolgt die Knochendichtemessung als Röntgenuntersuchung durch die Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (DXA). Krankenkassen übernehmen die Kosten der DXA unter bestimmten Voraussetzungen.

2. Messverfahren

Es gibt verschiedene Methoden der Knochendichtemessung. Sie unterscheiden sich v.a. in Kosten, Aufwand und Aussagekraft.

2.1. Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie

Die Zwei-Spektren-Absorptiometrie (DXA) ist eine Röntgenmethode mit zwei energetisch unterschiedlichen Röntgenstrahlen. Geröntgt werden meistens die Lendenwirbelsäule oder der Oberschenkelknochen bzw. das Hüftgelenk. Die DXA-Messung ist eine strahlungsarme Röntgenmethode, die nur wenige Minuten dauert. Bei der Knochendichtemessung wird nicht die absolute Knochendichte ermittelt, sondern die Abweichung vom Normalen durch den sog. T-Wert. Eine Osteoporose liegt vor, wenn der Messwert mit einem bestimmten Abstand unter dem Durchschnitt der gleichgeschlechtigen 30-jährigen Gesunden (sog. „peak bone mass“) liegt.
Mit dem Alter nimmt die Knochendichte natürlicherweise ab und das Risiko für Knochenbrüche steigt auch bei gesunden Menschen. Daher wird zusätzlich zum T-Wert ein Vergleichswert bestimmt, der sich auf gesunde Frauen und Männer im gleichen Alter bezieht. Wenn der Vergleichswert normal ist, gilt die Knochendichte als alterstypisch.

Die DXA ist das einzige von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Deutschen Gesellschaft Osteologie (DGO) anerkannte Verfahren zur Diagnosestellung der Osteoporose.

Nähere Informationen unter www.osd-ev.org > Osteoporose > Knochendichtemessung.

2.2. Quantitative Computertomographie

Das quantitative Computertomogramm (QCT) sowie die periphere quantitative Computertomographie (pQCT) sind Spezialformen der Computertomographie. Sie liefern ein dreidimensionales Bild der Knochenstruktur und können die physikalische Dichte sehr genau bestimmen. Im Unterschied zum quantitativen Computertomogramm, bei dem in der Regel die Messung auf den ganzen Körper ausgerichtet ist, beschränkt sich das pQCT-Verfahren auf bestimmte Körperteile, v.a. Arme oder Beine. Die Strahlenbelastung und der Aufwand sind bei dieser Methode im Vergleich zur DXA deutlich höher.

2.3. Quantitative Ultraschallverfahren

Das quantitative Ultraschallverfahren (QUS) misst, wie schnell Ultraschallwellen den Knochen durchqueren und wie stark sie dabei abgeschwächt werden. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Knochendichte ziehen. Gemessen wird meist an Ferse und Fingern. Diese Methode führt zu keiner Strahlenbelastung. Allerdings gibt es kaum nutzbare Vergleichswerte für diese Methode, so dass sie zur Diagnostik von Osteoporose nur eine untergeordnete Rolle spielt.

3. Kosten

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Knochendichtemessung mit dem DXA-Verfahren, wenn aufgrund konkreter Befunde eine gezielte medikamentöse Behandlungsabsicht besteht. Dies kann z.B. bei folgenden Erkrankungen der Fall sein:

Asthma

Brustkrebs

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Osteoporose

Rheuma

Ausführliche Informationen zur Knochendichtemenssung als Kassenleistung unter www.osd-ev.org > Osteoporose > Knochendichtemessung > Knochendichtemessung als Kassenleistung.

Die Kosten für die quantitative Computertomographie (QCT/pQCT) und für das quantitative Ultraschallverfahren (QUS) werden von den Krankenkassen nicht übernommen und müssen vom Patienten selbst bezahlt werden.

4. Wer hilft weiter?

Krankenkassen

Letzte Bearbeitung: 15.08.2019

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