Behinderung > Ausbildungsgeld

1. Das Wichtigste in Kürze

Mit dem Ausbildungsgeld fördert die Agentur für Arbeit die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderungen. Es dient dem Lebensunterhalt des Menschen mit Behinderungen, der wegen einer Leistung zur Beruflichen Reha keine bzw. keine ganztägige Erwerbstätigkeit ausüben kann. Es beträgt maximal 425 € und ist abhängig von der Art der Ausbildung, von der Wohnsituation, vom Alter, vom Familienstand und vom Einkommen des Antragstellers. Das Ausbildungsgeld wird in der Regel nur für die erste Berufsausbildung geleistet.

2. Voraussetzungen

Wenn kein Übergangsgeld gewährt werden kann, erhalten Menschen mit Behinderungen Ausbildungsgeld während folgender Maßnahmen:

  • berufliche Ausbildung oder berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme einschließlich einer Grundausbildung,
  • individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen der Unterstützten Beschäftigen (§ 55 SGB IX)  oder
  • Maßnahme im Eingangsverfahren oder Berufsbildungsbereich einer anerkannten Werkstätte für behinderte Menschen (WfbM) oder anderen Leistungsanbietern nach §§ 57, 60 und 62 SGB IX.

3. Antrag

Gezahlt wird das Ausbildungsgeld nur auf Antrag bei der Agentur für Arbeit. Der Antrag kann auch nach Beginn der Ausbildungsmaßnahme gestellt werden. Es ist allerdings empfehlenswert, sich so früh wie möglich mit dem zuständigen Reha-Berater der Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen. Die erste Zahlung richtet sich nach dem Datum des Antragseingangs bzw. nach dem Beginn der Maßnahme.

4. Dauer 

Ausbildungsgeld wird in der Regel nur für die Dauer der Teilnahme an einer behindertenspezifischen Bildungsmaßnahme gezahlt. Bei einer Unterbrechung der Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen wird das Ausbildungsgeld weiterbezahlt:

  • bis zum Ende des dritten vollen Kalendermonats
  • längstens bis zum planmäßigen Ende der Teilnahme

5. Höhe bei beruflicher Ausbildung

5.1. Unterbringung im elterlichen Haushalt

  • Das Ausbildungsgeld beträgt 425 € monatlich.
  • Menschen mit Behinderungen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ledig sind, erhalten 338 € monatlich.

5.2. Unterbringung im Wohnheim etc.

Bei Unterbringung im Wohnheim, im Internat, beim Ausbildenden, in einer besonderen Behinderteneinrichtung: Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung erstatten, beträgt das Ausbildungsgeld unabhängig von Alter und Familienstand 111 € monatlich.

5.3. Unterbringung in anderen Einrichtungen

Bei Unterbringung in anderen Einrichtungen als den eben genannten:

  • Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung erstatten
    • beträgt das Ausbildungsgeld 284 € monatlich.
    • Menschen mit Behinderungen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ledig sind, erhalten 246 € monatlich.
  • Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung nicht erstatten
    • beträgt das Ausbildungsgeld 372 € monatlich.
    • für Miete und Nebenkosten werden 166 € monatlich gezahlt; fallen diese Kosten höher aus, erhält man zusätzlichen einen Zuschuss von maximal 84 € monatlich.
    • Menschen mit Behinderungen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die die Ausbildungsstätte von der elterlichen Wohnung in angemessener Zeit erreichen können oder die über Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht werden, erhalten 338 € monatlich.

5.4. Freibeträge

Folgende Freibeträge bleiben anrechnungsfrei:

  • Einkommen während einer Maßnahme in einer anerkannten Werkstätte für behinderte Menschen.
  • Einkommen des Menschen mit Behinderungen aus Waisenrenten, Waisengeld, Unterhaltsleistungen bis 259 € monatlich,
  • Einkommen der Eltern des Menschen mit Behinderungen bis 3.113 € netto monatlich, beim verwitweten oder getrennt lebenden Elternteil bis 1.940 € netto monatlich und/oder
  • Einkommen des Ehepartners bis 1.940 € netto monatlich.

Einkommen, das hier nicht aufgeführt wurde, wird auf das Ausbildungsgeld angerechnet.

6. Höhe bei berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, unterstützter Beschäftigung und Grundausbildung

6.1. Unterbringung im elterlichen Haushalt

Das Ausbildungsgeld beträgt 231 € monatlich.

6.2. Unterbringung im Wohnheim etc.

Bei Unterbringung im Wohnheim, im Internat, beim Ausbildenden, in einer besonderen Behinderteneinrichtung: Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung erstatten, beträgt das Ausbildungsgeld unabhängig von Alter und Familienstand 111 € monatlich.

6.3. Unterbringung in anderen Einrichtungen

Bei Unterbringung in anderen Einrichtungen als den eben genannten:

  • Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung erstatten, beträgt das Ausbildungsgeld 184 € monatlich.
  • Wenn die Agentur für Arbeit oder ein anderer Leistungsträger die Kosten für Unterbringung und Verpflegung nicht erstatten
    • beträgt das Ausbildungsgeld 418 € monatlich.
    • wenn Mietkosten für Unterkunft und Nebenkosten nachweislich 65 € monatlich übersteigen, erhöht sich dieser Bedarf um bis zu 83 € monatlich.
    • Menschen mit Behinderungen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die die Ausbildungsstätte von der elterlichen Wohnung in angemessener Zeit erreichen können oder denen Leistungen zur Unterbringung der Kinder- und Jugendhilfe gewährt werden, erhalten 218 € monatlich.

6.4. Freibeträge

Folgende Freibeträge bleiben anrechnungsfrei:

  • Einkommen während einer Maßnahme in einer anerkannten Werkstätte für behinderte Menschen.
  • Einkommen des Menchen mit Behinderungen aus Waisenrenten, Waisengeld, Unterhaltsleistungen bis 259 € monatlich,
  • Einkommen der Eltern des Menschen mit Behinderungen bis 3.113 € monatlich, beim verwitweten oder getrennt lebenden Elternteil bis 1.940 € monatlich und/oder
  • Einkommen des Ehepartners bis 1.940 € monatlich.

Einkommen, das hier nicht aufgeführt wurde, wird auf das Ausbildungsgeld angerechnet.

7. Höhe bei Maßnahmen in Werkstätten für behinderte Menschen

Das Ausbildungsgeld beträgt unabhängig von Wohnsituation, Alter, Familienstand und Einkommen des Menschen mit Behinderungen, dessen Eltern oder Ehepartners:

  • im ersten Jahr 67 € monatlich
  • danach 80 € monatlich

Es wird keinerlei Einkommen auf das Ausbildungsgeld angerechnet.

Das Ausbildungsgeld, das während dem Eingangsverfahren oder im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen bezahlt wird, darf nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden.

8. Wer hilft weiter?

Agentur für Arbeit, Integrationsamt sowie Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Thema Behinderung, Telefon 030 221911-006, Mo-Do, 8-20 Uhr.

9. Verwandte Links

Berufliche Reha > Leistungen

Übergangsgeld

Behinderung

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen

Gesetzesquellen:  §§ 122 ff. SGB III,  § 12 Abs.1 Nr.1 BAföG. SGB IX

Redakteurin: Anna Yankers, Janina Del Giudice

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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