Unterstützte Beschäftigung

1. Das Wichtigste in Kürze

Unterstützte Beschäftigung ist eine Möglichkeit für Menschen mit Behinderungen, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt aufzunehmen. Dabei findet zunächst eine höchstens 2-jährige, ausnahmsweise 3-jährige individuelle Qualifizierung direkt im Betrieb statt und anschließend ggf. auch eine langfristige Berufsbegleitung.

2. Zielgruppen und Ziele der unterstützten Beschäftigung

Die unterstützte Beschäftigung ist besonders gedacht für

  • Menschen mit Behinderungen, die nach dem Besuch einer Förderschule keinen Ausbildungsplatz gefunden haben
  • Menschen mit Behinderungen, die aus einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln wollen
  • Menschen, die erst als Erwachsene eine Behinderung bekommen haben, wegen der sie in einer WfbM arbeiten könnten, die aber einen Wechsel in eine WfbM vermeiden wollen

Die Ziele der unterstützten Beschäftigung liegen in der Ermöglichung und Erhaltung einer angemessenen, geeigneten und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

3. Umfang der unterstützten Beschäftigung

  • individuelle betriebliche Qualifizierung
  • bei Bedarf Berufsbegleitung

4. Individuelle betriebliche Qualifizierung

4.1. Aufgaben der individuellen betrieblichen Qualifizierung

Bei der individuellen betrieblichen Qualifizierung sollen Menschen mit Behinderungen insbesondere

  • geeignete betriebliche Tätigkeiten erproben,
  • sich auf ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vorbereiten,
  • bei der Einarbeitung und Qualifizierung auf einem betrieblichen Arbeitsplatz unterstützt werden,
  • berufsübergreifende Lerninhalte und Schlüsselqualifikationen vermittelt bekommen
  • sowie ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.

4.2. Dauer der individuellen betrieblichen Qualifizierung

Der zuständige Rehabilitationsträger finanziert die unterstützte Beschäftigung für bis zu 2 Jahre. Voraussetzung ist, dass dies wegen der Art oder Schwere der Behinderung erforderlich ist.

Eine Verlängerung um 1 Jahr ist ausnahmsweise unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Wegen der Art oder Schwere der Behinderung kann der gewünschte nachhaltige Qualifizierungserfolg im Einzelfall nicht anders erreicht werden.
  • Es ist hinreichend gewährleistet, dass eine weitere Qualifizierung zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung führt.

4.3. Phasen der individuellen betrieblichen Qualifizierung

Einstiegsphase:

  • Allgemeine Berufsorientierung
  • Probearbeiten
  • Feststellung, welche und wieviel Unterstützung nötig ist
  • Suche geeigneter Qualifizierungsplätze nach Eignungsdiagnostik

Qualifizierungsphase:

  • Vertiefte Berufsorientierung
  • Unterstützung bei der Einarbeitung und Befähigung am Qualifizierungsplatz
  • Unterstützung, falls der Qualifizierungsplatz gewechselt wird
  • Jobcoaching mind. 1 mal pro Woche

Stabilisierungsphase:

  • Festigung des Erlernten im Alltag im Betrieb an einem Arbeitsplatz, um danach dauerhaft dort arbeiten zu können.
  • Projekttage

5. Berufsbegleitung

Die Berufsbegleitung steht den Menschen mit unterstützter Beschäftigung so lange zu, wie sie wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung nötig ist, damit der Arbeitsplatz gesichert ist. Das heißt diese Hilfe kann bei Bedarf ein ganzes Arbeitsleben lang gewährt werden.

Insbesondere soll die Berufsbegleitung Unterstützung und Krisenintervention bieten.

Die Finanzierung übernimmt der jeweils zuständige Reha-Träger und/oder das Integrationsamt bzw. Inklusionsamt.

Berufsbegleitung ist eine pädagogische Leistung, keine Arbeitsassistenz.

6. Praxistipps

7. Wer hilft weiter?

Beratung zur unterstützten Beschäftigung bieten

8. Verwandte Links

Alternativen zu Werkstätten für behinderte Menschen

Arbeitsassistenz

Budget für Arbeit

Budget für Ausbildung

Behinderung > Berufsleben

Behinderung > Ausbildung und Studium

Berufliche Reha > Leistungen

Berufliche Reha > Rahmenbedingungen

Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen

Leistungen für Menschen mit Behinderungen

Eignungsabklärung und Arbeitserprobung

Psychosen > Arbeit

Depressionen > Arbeit

Downsyndrom > Berufsleben

 

Rechtsgrundlage: § 55 SGB IX

Letzte Bearbeitung: 12.05.2022

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