Berufsfindung und Arbeitserprobung

1. Das Wichtigste in Kürze

Berufsfindung und Arbeitserprobung dienen dazu, den geeignetsten Weg der beruflichen (Wieder-)Eingliederung zu finden. Sie zählen zu den Leistungen der beruflichen Rehabilitation (Berufliche Reha > Rahmenbedingungen). In der Regel geht es dabei um die Findung und Erprobung eines neuen beruflichen Umfelds. Die Maßnahmen werden meist in Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken durchgeführt.

2. Berufsfindung

Ziel der Berufsfindung ist es, gemeinsam mit dem Erkrankten ohne feststehendem Berufsziel ein geeignetes Berufsfeld zu finden. Dabei werden das Leistungsvermögen, die Eignung und Neigung sowie ggf. die Auswirkungen der Behinderung auf eine spätere berufliche Tätigkeit geklärt.

3. Arbeitserprobung

Die Arbeitserprobung soll nach weitgehender Klärung und Entscheidung für einen Beruf noch bestehende Fragen zu bestimmten Ausbildungs- und Arbeitsplatzanforderungen klären.

4. Kostenübernahme

Beim Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen übernehmen der Rentenversicherungsträger (§ 16 SGB VI) oder der Unfallversicherungsträger (§ 35 SGB VII) die Kosten. Die Krankenkasse zahlt nachrangig. Bei Geringverdienenden oder nicht Versicherten kommt unter Umständen das Sozialamt für die Kosten auf.

5. Praxistipps

  • Die Anmeldung erfolgt durch den Reha-Träger in Abstimmung mit den Fachdiensten der Agentur für Arbeit.
    Erforderliche Unterlagen:
    • Eingliederungsplan, der vom Reha-Träger zusammen mit der Agentur für Arbeit vor Ort und dem behinderten Menschen erstellt wird
    • Eignungsgutachten des Fachdienstes
    • ärztliche Gutachten mit Befundunterlagen
    • Kostenzusage des Reha-Trägers
  • Eine CD-ROM des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales enthält: Ratgeber für Menschen mit Behinderung (A712), Rat-Geber für Menschen mit Behinderung - Leichte Sprache (A749), Teilhabebericht 2013 (A125-13), Teilhabebericht 2013 - Leichte Sprache (A125-13L), Rehabilitation und Teilhabe (A990), Ich habe meinen Arbeitsplatz gefunden (A735), Rat-Geber Behinderung und Europa - Leichte Sprache (A812L), Sozialversicherung - Leichte Sprache (A999b), Gleichstellung Menschen mit Behinderung (A301), Publikationsverzeichnis - Leichte Sprache (A701L). Alle Broschüren sind im PDF- und Word-Format niedergelegt.
    Die CD kann unter www.bmas.de > Service > Publikationen > Suchtext "CD Behinderte Menschen" bestellt werden.
  • Adressen von Berufsbildungswerken finden Sie unter www.bagbbw.de/berufsbildungswerk-bbw-finden/anbietersuche-nach-beruf/.
  • Adressen von Berufsförderungswerken finden Sie unter www.bv-bfw.de.

6. Wer hilft weiter?

Der jeweils zuständige Sozialversicherungsträger: Unfallversicherungsträger, Agentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger, Krankenkassen, Sozialamt und die Servicestellen. Letztere haben im Zweifelsfall auch die Aufgabe abzuklären, welcher Träger für die Berufsfindung und Arbeitserprobung zuständig ist.

7. Verwandte Links

Behinderung

Berufliche Reha > Leistungen

Medizinische Rehabilitation

Stufenweise Wiedereingliederung

Gesetzesquellen: SGB IX

Redakteurin: Sabine Bayer

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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