Eignungsabklärung und Arbeitserprobung

1. Das Wichtigste in Kürze

Eignungsabklärung (früher Berufsfindung) und Arbeitserprobung sollen Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Menschen helfen, einen für sie geeigneten Beruf zu finden. In der Regel dauern die Maßnahmen insgesamt nicht länger als 3 Monate. Sie werden meist in Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken durchgeführt und zählen zu den Leistungen der beruflichen Rehabilitation (Berufliche Reha > Rahmenbedingungen).

2. Eignungsabklärung

Ziel der Berufsfindung ist es, gemeinsam mit dem Teilnehmer ohne feststehendem Berufsziel ein geeignetes Berufsfeld zu finden. Dabei werden das Leistungsvermögen, die Eignung und Neigung sowie gegebenenfalls die Auswirkungen einer Behinderung auf eine spätere berufliche Tätigkeit geklärt.

3. Arbeitserprobung

Die Arbeitserprobung soll nach weitgehender Klärung und Entscheidung für einen Beruf noch bestehende Fragen zu bestimmten Ausbildungs- und Arbeitsplatzanforderungen klären.

4. Kostenübernahme

Beim Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen übernehmen der Rentenversicherungsträger (§ 16 SGB VI) oder der Unfallversicherungsträger (§ 35 SGB VII) die Kosten. Die Krankenkasse zahlt nachrangig. Bei Geringverdienenden oder nicht Versicherten kommt unter Umständen das Sozialamt für die Kosten auf.

5. Praxistipps

  • Die Anmeldung erfolgt durch den Reha-Träger in Abstimmung mit den Fachdiensten der Agentur für Arbeit.
    Erforderliche Unterlagen:
    • Eingliederungsplan, der vom Reha-Träger zusammen mit der Agentur für Arbeit vor Ort und dem Menschen mit Behinderungen bzw. von Behinderungen bedrohtem Menschen erstellt wird
    • Eignungsgutachten des Fachdienstes
    • ärztliche Gutachten mit Befundunterlagen
    • Kostenzusage des Reha-Trägers
  • Adressen von Berufsbildungswerken finden Sie bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke unter www.bagbbw.de/bbw-anbietersuche.
  • Adressen von Berufsförderungswerken finden Sie beim Berufsverband Deutscher Berufsförderungswerke unter www.bv-bfw.de > Wir vor Ort > Standorte der BFW.

6. Wer hilft weiter?

Der jeweils zuständige Sozialversicherungsträger: Unfallversicherungsträger, Agentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger, Krankenkassen, Sozialamt.

Beratung und Unterstützung bieten die unabhängige Teilhabeberatung sowie die Servicestellen.

7. Verwandte Links

Behinderung

Berufliche Reha > Leistungen

Medizinische Rehabilitation

Stufenweise Wiedereingliederung

 

Gesetzesquellen: SGB IX

Redakteurin: Janina Del Giudice

Letzte Bearbeitung: 07.12.2018

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