Fatigue - Chronisches Erschöpfungssyndrom

1. Das Wichtigste in Kürze

Fatigue wird auch chronisches Erschöpfungssyndrom oder chronische Müdigkeit genannt. Erschöpfung und Müdigkeit gehen dann über das normale Maß hinaus, sind für den Betroffenen sehr unangenehm und verschwinden auch durch Schlaf und Erholung nicht.

2. Definition

Das chronische Erschöpfungssyndrom wird als ständige, belastende und niederdrückende Müdigkeit sowohl körperlich als auch seelisch erlebt. Selbst kleine Anstrengungen können die Erschöpfung verschlimmern und weder Schlaf noch Erholung bringen Besserung.

Fatigue tritt häufig bei Krebs oder chronischen Krankheiten auf. Betroffen sind z.B. fast alle Patienten mit Multipler Sklerose oder Frauen mit Brustkrebs.

In vielen Fällen bessern sich die Symptome nach einigen Wochen wieder. Bei einigen Patienten bestehen die Beschwerden jedoch über Monate bzw. Jahre oder treten später noch einmal auf. Die anhaltende Erschöpfung schränkt die Lebensqualität der Betroffenen stark ein.

3. Ursachen

Wie es zur Entstehung von Fatigue kommt ist noch nicht abschließend geklärt. Mögliche Ursachen sind der anhaltende seelische und körperliche Stress bei Krebs oder chronischen Erkrankungen, Veränderungen des Hormonhaushalts, Anämie (Blutarmut), Schlafstörungen oder die Krankheiten selbst.

4. Symptome

Fatigue ist sehr vielschichtig. Körperliche und psychosoziale Symptome können alleine oder zusammen auftreten.

Symptome sind z.B.

  • anhaltende Müdigkeit, nicht zu befriedigendes Schlafbedürfnis
  • eingeschränkte körperliche Leistung, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen
  • körperliche und seelische Erschöpfung, fehlende Motivation
  • Interesselosigkeit, Traurigkeit
  • zusätzliche Beschwerden wie Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen

5. Behandlung

Betroffene sollten Fatigue ernst nehmen und mit ihrem Arzt darüber sprechen.

Je nach Symptomen und Einschränkungen gibt es

  • ärztlich-therapeutische Behandlungsmöglichkeiten, z.B. Medikamente, Physiotherapie oder Psychotherapie,
  • unterstützende Maßnahmen, z.B. Beratung, Aromapflege, Motivation zu körperlichem Training oder
  • Tipps für den Alltag.

Studien zeigen, dass speziell auf die Patienten abgestimmte Bewegungstherapien am besten helfen, insbesondere Kraft- und Ausdauertraining. Dieses sollte idealerweise kombiniert an 2-3 Tagen in der Woche ausgeführt werden.

Doch auch Entspannungsverfahren, wie z.B. Yoga oder progressive Muskelentspannung können eine Verbesserung der Fatigue Symptome bewirken.

6. Tipps für den Alltag

Tagesablauf

  • Tagesablauf bewusst planen, genug Zeit nehmen, sodass kein Druck entsteht
  • Dinge, die nicht wichtig sind, weglassen
  • Zeit für Ruhepausen zwischendurch
  • Kühlung des Körpers, z.B. durch kaltes Duschen
  • Ausreichend trinken
  • Täglich Dinge einplanen, die Körper und Seele gut tun
  • Kleine Hilfen im Alltag schaffen, z.B. Waschen und Ankleiden im Sitzen erledigen
  • Unterstützung/Hilfe von Angehörigen und Freunden einfordern und annehmen
  • Professionelle Hilfe, z.B. von einem Psychologen, annehmen
  • Energietagebuch führen, um Stärken und Schwächen zu erkennen
  • Nicht von Rückschlägen entmutigen lassen

 

Schlafen

  • Ein schönes und ruhiges Zimmer als Ort zum Schlafen wählen
  • Für gut temperierten (16–18 °C) Raum sorgen
  • Vor dem Schlafengehen erholsame Zeit verbringen: ein Bad nehmen, Musik hören oder lesen
  • Alkohol und koffeinhaltige Getränke vor dem Schlafengehen meiden
  • Vor dem Schlafengehen an die frische Luft gehen

7. Praxistipps

8. Verwandte Links

Brustkrebs > Allgemeines

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Prostatakrebs > Allgemeines

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Psychoonkologie

Reha-Sport und Funktionstraining

Schlafhygiene

Alternative Heil- und Pflegemethoden (z.B. Physiotherapie)

Redakteurin: Janina Del Giudice

Letzte Bearbeitung: 17.07.2018

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