Long Covid - Post Covid > Langzeitfolgen Coronainfektion

Das Wichtigste in Kürze

Long-Covid bzw. Post-Covid heißen die Langzeitfolgen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS Cov-2, das Covid-19 auslöst. Die vielfältigen Symptome reichen von ausgeprägter Erschöpfung (Fatigue) über Husten und Luftnot bis hin zu neurologischen Symptomen (z.B. Gedächtnisstörungen, Geschmacks- und Geruchsverlust). Von den vor längerer Zeit Erkrankten sind die meisten wieder gesund geworden, aber bei manchen ist unklar ob und ggf. wann sich ihr Zustand verbessern wird. Bisher können nur die Symptome behandelt werden, nicht die Ursachen, aber die Forschung macht Fortschritte.

Ursachen von Long-Covid und Post-Covid

Ursache für Long-Covid bzw. Post-Covid ist eine Infektion mit SARS CoV-2. Wie viele andere Viruserkrankungen kann auch dieses Virus Langzeitfolgen verursachen. Auch wer in der Akutphase nicht ins Krankenhaus musste und vielleicht nur Anzeichen einer leichten Erkältung hatte, kann später an Langzeitfolgen leiden. Selbst Menschen, die zunächst gar keine Symptome hatten, können betroffen sein.

Langzeitfolgen können auch Menschen betreffen, die vor der Infektion mit SARS CoV-2 völlig gesund waren, auch junge Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Beispiele für in der Wissenschaft diskutierte mögliche Ursachen sind:

  • Corona-Viren (SARS CoV-2) oder Teile dieser Viren, die sich nach der akuten Phase immer noch im Körper befinden
  • durch den Infekt geschädigtes Körpergewebe, z.B. Schäden an den Blutgefäßen
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Stoffwechselstörungen
  • eine Überreaktion des Immunsystems (Hyperinflammation)
  • Angriffe des Immunsystems auf den eigenen Körper (Autoimmunreaktion)

Insgesamt sind aber die Ursachenzusammenhänge noch unklar und wahrscheinlich nicht bei jedem Menschen gleich. Darum gibt es derzeit noch keine klaren Merkmale (sog. Biomarker) oder Testverfahren für die Diagnose.

Häufigkeit von Long-Covid und Post-Covid

Das Robert Koch Institut bietet Informationen zu Studien zur Häufigkeit von Long-Covid bzw. Post-Covid unter www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z > COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) > Long COVID > Informationsportal des RKI zu Long COVID > Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ zu Long COVID > Wie häufig ist Long COVID?

Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich und die Häufigkeit lässt sich immer noch nicht klar abschätzen. Wie oft es zu Langzeitfolgen kommt, hängt vermutlich auch von der Virusvariante ab.

Diagnose

Derzeit wird den Leitlinien entsprechend bei Erwachsenen in den ersten 4 Wochen von akutem Covid-19 gesprochen, nach 4 Wochen bis zur 12. Woche von Long-Covid und danach von Post-Covid. Umfasst sind dabei alle Symptome, die über die akute Phase in den ersten 4 Wochen hinaus andauern oder auch neu entstehen. Bei Kindern und Jugendlichen heißt die Erkrankung hingegen schon ab dem 3. Monat Post-Covid.

Bei Erwachsenen  
Wochen 1–4 Akutes Covid-19
Wochen 5–12 Long-Covid
ab der 13. Woche Post-Covid
   
Bei Kindern und Jugendlichen  
Wochen 1–4 Akutes Covid-19
Woche 5 bis Ende des 2. Monats Long-Covid
ab dem 3. Monat Post-Covid

 

Andere Definitionen sind ebenfalls geläufig. So sprechen in der Forschung viele in den ersten drei Monaten von akutem Covid-19, danach zunächst von Post-Covid und erst ab 6 Monaten von Long-Covid.

Die Diagnose kann nicht einfach anhand bestimmter Laborwerte gestellt oder ausgeschlossen werden. Stattdessen gibt es entsprechend der Symptome viele verschiedene mögliche Untersuchungen, z.B. der Lunge oder des Herzens, neurologische Tests und Blutuntersuchungen. Dabei geht es darum, die Folgen soweit wie möglich objektiv festzustellen bzw. zu messen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

Für Betroffene ist es wichtig, eine Bestätigung bekommen, dass ihre eigene Wahrnehmung korrekt ist. Denn Viele erleben immer wieder eine Psychologisierung und/oder Vorwürfe, zu übertreiben, Symptome vorzutäuschen oder sich die Symptome nur einzubilden. Außerdem sind in der Regel objektive Nachweise notwendig für den Zugang zu passender Behandlung und zu nötigen Hilfen.

Zunächst sollte in einer allgemeinmedizinischen Hausarztpraxis die dort mögliche Diagnostik gemacht werden. In vielen Fällen reicht es aus, in der Long-Covid-Phase einfach abzuwarten, ob die Symptome von selbst verschwinden.

Ansonsten sind ggf. Überweisungen für fachärztliche Diagnostik, z.B. in der Pneumologie (Lungenheilkunde), Kardiologie (Herzmedizin) oder Neurologie (Nervenheilkunde) oder zu einer Post-Covid-Ambulanz, nötig.

Eine Überweisung kommt z.B. in folgenden Fällen in Frage:

  • deutliche Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
  • unerklärliche oder neu aufgetretene neurologische Auffälligkeiten oder Schmerzen
  • starke unerklärliche Erschöpfung schon nach geringer Belastung (Fatigue)
  • schlechte, sich verschlechternde oder unerklärliche Befunde
  • deutliche Probleme, am normalen Alltagsleben teilzuhaben

Betroffene sollten ein Symptomtagebuch führen und zur Untersuchung mitbringen, das kann die Diagnostik erleichtern.

Besonders schwierig ist es zu erkennen bzw. abzugrenzen, was direkte Folgen der Infektion sind, was eine Verstärkung von schon vorher bestehenden Krankheiten ist, was Folgen der Belastung durch die Pandemie sind und was ganz andere Ursachen hat. Hier kann es leicht zu falschen Einschätzungen kommen, z.B. dass Menschen wegen vermeintlicher Depressionen oder Burnout behandelt werden, obwohl es sich in Wirklichkeit um direkte Infektionsfolgen handelt. Umgekehrt können auch andere Krankheiten (z.B. eine Koronare Herzkrankheit) übersehen werden, weil die Symptome für Langzeitfolgen der Coronainfektion gehalten werden.

Arten von Long-Covid und Post-Covid

Die wichtigsten Arten von Langzeitfolgen bei SARS CoV-2 sind:

  • Folgen einer intensivmedizinischen Behandlung von COVID-19
  • Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion die erst mit Verzögerung auftreten, z.B. Herz- und Kreislaufprobleme, Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit, psychische Störungen
  • Fatigue (starke Erschöpfung) und Belastungsintoleranz mit und ohne Atemnot bzw. Kurzatmigkeit und sog. Gehirnnebel (z.B. Wortfindungsstörungen, Konzentrationsprobleme, Sprachstörungen, Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis)
  • Verschlechterung einer anderen Krankheit

Symptome von Long-Covid und Post-Covid

Es können Symptome in verschiedenen Kategorien auftreten.

Beispiele:

Die Atmung betreffende Symptome

  • Atemnot
  • Husten

Herz-Kreislauf Symptome

  • Engegefühl in der Brust
  • Schmerzen in der Brust
  • Herzklopfen
  • Orthostatische Intoleranz: Der Körper kann den Kreislauf dabei nicht an eine aufrechte Position (Stehen oder Sitzen) anpassen. Setzen sich die Betroffenen hin oder stehen sie auf, kommt es z.B. zu Schwindel und Gleichgewichtsstörungen und die Symptome werden immer stärker. Erst beim Hinlegen bessert sich der Zustand wieder.
    Das kann einhergehen mit PoTS: Posturales orthostatisches Tachykardie Syndrom: Dabei ist das sog. autonome Nervensystem gestört, das die Herzfrequenz und den Blutfluss reguliert. Betroffene leiden im Stehen unter Schwindel und können dabei das Bewusstsein verlieren.

Generalisierte Symptome

  • Müdigkeit (Fatigue)
  • Belastungsintoleranz
  • Fieber
  • Schmerzen

Neurologische Symptome

  • Kognitive Beeinträchtigungen (sog. Hirnnebel, Konzentrationsschwäche oder Gedächtnisprobleme)
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Symptome der peripheren Neuropathie (Kribbeln, Schmerzen und Taubheitsgefühle)
  • Schwindel
  • Delirium (bei älteren Menschen)

Magen-Darm Symptome

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit und verminderter Appetit (bei älteren Menschen)

Symptome des Bewegungsapparats

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen

Psychologische/psychiatrische Symptome

  • Anzeichen von Depressionen
  • Anzeichen von Angst

Hals-Nasen-Ohren Symptome

  • Tinnitus
  • Ohrenschmerzen
  • Halsentzündung
  • Schwindel
  • Geschmacks- und/oder Geruchsverlust

Hautsymptome

  • Hautausschläge

Die Symptome können auch erst nach der Akutphase von Covid-19 neu auftreten und Menschen treffen, die zunächst den Eindruck haben, die Infektion ohne größere Probleme überstanden zu haben.

Bei den meisten, die sich vor längerer Zeit infiziert haben, sind die Symptome inzwischen wieder verschwunden, aber bei manchen ist unklar, ob und ggf. wann es zu einer Besserung kommen wird.

Post-Covid und Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS)

Post-Covid zeigt sich in verschiedener Weise. Ein beträchtlicher Teil der Betroffenen zeigt dabei Symptome, die an eine schon viel länger bekannte Erkrankung erinnern: Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Leider ist diese Erkrankung noch unzureichend erforscht, obwohl das Auftreten von Covid-19 dazu geführt hat, dass nun mehr Forschung in dem Bereich möglich ist. Weil so wenig darüber bekannt ist, können zur Zeit nur die Symptome behandelt werden. Einige Betroffene sind stark pflegebedürftig. Näheres zu dieser Erkrankung unter Fatigue.

Dabei tritt als Langzeitfolge der Infektion eine Belastungsintorleranz auf, das heißt geistige und/oder körperliche Anstrengung führt dazu, dass es den Betroffenen danach für einige Zeit oder sogar dauerhaft schlechter geht. Betroffene sind müde und kraftlos, obwohl ihr innerer Antrieb – anders als bei Depressionen – oft nicht beeinträchtigt ist. Das heißt, diese Menschen wollen gerne wieder aktiv am Leben teilnehmen, schaffen dies aber nicht. Das kann dazu führen, dass sie aktiver sind, als ihnen gut tut, und die Symptome sich verschlechtern.

Behandlung

Die Behandlung von Long-Covid und Post-Covid setzt an den jeweiligen Symptomen an und ist daher sehr unterschiedlich. Bei psychischen/psychiatrischen Beschwerden kann z.B. eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein und auch eine Behandlung mit Medikamenten gegen Depressionen und Ängste, während bei Riechstörungen ein Riechtraining hilfreich ist und bei Problemen mit der Lungenfunktion eine physiotherapeutische Atemtherapie helfen kann.

Bei Fatigue (Erschöpfung) mit Belastungsintoleranz wird in der Regel sog. Pacing empfohlen. Pacing bedeutet Schritthalten mit den Energiereserven. Das heißt, Betroffene sollen sich weder überfordern noch ihre Aktivitäten mehr als nötig einschränken.

Die Behandlung sollte hausärztlich oder bei schweren und besonders langanhaltenden Symptomen durch eine auf Long-Covid und Post-Covid spezialisierte Ambulanz koordiniert werden. Je nach Symptomatik sollten fachärztliche Untersuchungen und Behandlungen erfolgen.

Bei Bedarf können Heilmittel wie z.B. Physiotherapie oder Logopädie bzw. Hilfsmittel wie z.B. ein Rollstuhl verschrieben werden. Auch eine Reha kann helfen.

Ist bei akutem Covid-19 zunächst eine Intensivbehandlung im Krankenhaus erforderlich, so ist häufig, insbesondere nach einer Langzeitbeatmung, die sog. Frührehabilitation Teil der Krankenhausbehandlung. Diese beinhaltet oft neurologische Rehabilitation und eine verlängerte Beatmungsentwöhnung.

Wer danach klinisch stabil ist, keine Krankenhausbehandlung mehr braucht und bei den Alltagsverrichtungen wie der Körperpflege, dem Aufstehen und der Mobilität nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen ist, kann sog. Anschlussrehabilitation bekommen. Je nach Symptomen kommen pneumologische (die Lunge betreffend), kardiologische (das Herz betreffend), neurologische (das Nervensystem betreffende) und psychosomatische Rehabilitation in Betracht.

Nach einer stationären Rehabilitation kann der Wechsel in eine Tagesklinik, bei der die Behandlung nur tagsüber in der Klinik stattfindet, sinnvoll sein. Ansonsten sind ambulante Rehabilitation und Nachsorge möglich. Bei der hausärztlichen Langzeitbehandlung kann, wenn nötig, später erneut eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in einer Tagesklinik verschrieben werden.

Behandlung im Rahmen von Studien

Im Rahmen wissenschaftlicher Studien zur Behandlung von Long-Covid und Post-Covid können Betroffene Behandlungsmethoden ausprobieren, bei denen noch unbekannt ist, ob sie helfen. In der Regel müssen sie dabei nichts bezahlen, sondern erhalten im Gegenteil sogar eine Aufwandsentschädigung.

Wer an einer Studie teilnimmt, hilft dabei, mehr über die Erkrankung herauszufinden und so die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Im Gegenzug besteht eine gewisse Chance, dass die Behandlung helfen könnte.

Die Teilnahme einer Studie kann den Gesundheitszustand nicht nur dann verbessern, wenn die Teilnehmenden das Glück haben, dass an ihnen zufällig eine wirksame Therapie getestet wird, sondern auch dann, wenn sie sich letztlich als unwirksam herausstellt: Der sog. Placebo-Effekt hat nämlich deutliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit eines Menschen. Das ist der Effekt, dass auch Medikamente ohne Wirkstoff und Therapien ohne eigentliche Wirkung die Gesundheit verbessern können. Dabei handelt es sich nicht um Einbildung, sondern es werden offenbar Selbstheilungsmechanismen des Körpers unterstützt und/oder angeregt.

Umgekehrt besteht bei einer Studienteilnahme das Risiko unerwünschter Wirkungen bzw. Nebenwirkungen unterschiedlicher Schwere.

Behandlung mit Methoden ohne Wirksamkeitsnachweis außerhalb von Studien

Manche Menschen mit Long-Covid und insbesondere mit Post-Covid möchten auch außerhalb von Studien Therapien ausprobieren, deren Wirksamkeit bisher (noch) nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist. Sie sollten dabei bedenken:

  • Es ist unbekannt, ob die Therapie den Gesundheitszustand verbessern oder verschlechtern wird.
  • Die Kosten werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Auch andere Sozialleistungsträger zahlen dafür in der Regel nicht. Grund dafür ist, dass der Wirksamkeitsnachweis Voraussetzung für die Finanzierung ist.
  • Hat eine Therapie schon einigen Menschen geholfen, heißt das nicht unbedingt, dass sie auch wirksam ist. Denn andere Gründe wie z.B. schlichter Zufall oder der Placebo-Effekt können dafür verantwortlich sein.

Impfung gegen SARS CoV-2

Wie sich die Impfung auf Menschen mit Long-Covid auswirkt, wird derzeit wissenschaftlich untersucht: Erste Studienergebnisse lassen vermuten, dass die Impfung die Symptome von Long-Covid nicht verschlechtert. Auch deuten Studien darauf hin, dass die Impfung sogar die Gesundheit von Menschen mit Long-Covid verbessern könnte und dazu beitragen könnte, dass die Symptome schwächer bzw. weniger werden. Allerdings ist hier noch weitere Forschung nötig, bevor zuverlässige Aussagen dazu möglich sind.

Eine Impfung kann das Risiko für Log-Covid bzw. Post-Covid senken, aber es kann eine Erkrankung daran nicht verhindern.

Wer sich nach vollständiger Impfung ansteckt (Impfdurchbruch) kann ebenfalls Langzeitfolgen bekommen. Wahrscheinlich senkt die vorherige Impfung aber das Risiko für Langzeitfolgen deutlich, auch wenn eine Infektion nicht vermieden werden konnte.

Auch die Impfung(en) selbst können zu Langzeitfolgen führen, dem sog. Post-Vac-Syndrom. Sie sind vergleichbar mit den Langzeitfolgen einer Infektion. Insgesamt ist das Risiko für Langzeitfolgen nach einer Impfung allerdings viel geringer, als das Risiko von Langzeitfolgen nach einer Infektion.

Aktuelle Informationen zu Covid-19 und Impfen können nachgelesen werden unter www.rki.de > A-Z > Impfungen A-Z > COVID-19.

Forschung

Derzeit wird viel zum Thema Long-Covid und Post-Covid geforscht und immer wieder kommt es zu neuen Erkenntnissen. Der derzeitige Stand der Wissenschaft lässt noch nicht viele klare Aussagen zu, auch wenn es einige gute Ansätze und erste Erkenntnisse gibt. Klar ist allerdings bereits jetzt, dass Long-Covid und Post-Covid real sind und sich die betroffenen Menschen ihre Erkrankung nicht nur einbilden. Viele Betroffene erleben dennoch Psychologisierung und Stigmatisierung und leiden darunter.

Praxistipp: Informationen über Forschungsergebnisse

Auf einer Informationsplattform der BAG SELBSTHILFE finden Sie unter www.long-covid-plattform.de > News aktuelle Informationen über die Forschungsergebnisse.

Long-Covid und Post-Covid als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall

Long-Covid und Post-Covid sind als Berufskrankheit anerkannt. Eine Corona-Infektion kann als Arbeitsunfall zählen. In diesen Fällen erbringt die Unfallversicherung Leistungen. Sie finanziert dann nicht nur Behandlung und Rehabilitation, sondern erbringt z.B. auch ggf. Pflegeleistungen (Näheres unter Pflegegeld Unfallversicherung), Verletztengeld oder Übergangsgeld.

Für die Einstufung als Berufskrankheit muss deutlich mehr für als gegen eine berufsbedingte Infektion sprechen. Für die Einstufung als Arbeitsunfall muss sogar unwahrscheinlich sein, dass die Ansteckung außerhalb der Arbeit erfolgt ist. Das Virus ist aber in unserer Gesellschaft so weit verbreitet, dass eine Ansteckung im privaten Bereich sehr leicht möglich ist. Nur in der Pandemiephase konnten sich einige Menschen außer bei der Arbeit immer schützen und entsprechend isolieren.

Voraussetzungen für die Einstufung als Berufskrankheit ist eine Tätigkeit bei einem Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege, in einem Labor oder bei einer Tätigkeit mit ähnlichen Infektionsgefahren.

Außerdem muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Nachweis mit PCR-Test und Symptome von Covid-19
  • bestätigter direkter Kontakt zu einer infizierten Person und Symptome in der Inkubationszeit

Sind die Voraussetzungen für eine Berufskrankheit nicht erfüllt, kommt eine Anerkennung als Arbeitsunfall in Betracht, wenn die Infektion bei einer unfallversicherten Tätigkeit aufgetreten ist. Dafür muss mindestens eine der folgenden Voraussetzungen im für die Infektion relevanten Zeitraum nachgewiesen sein:

  • intensiver Kontakt mit einer ansteckenden Person bei der versicherten Tätigkeit
  • mehrere, ansteckende Personen im Umfeld der betroffenen Person bei der versicherten Tätigkeit und infektionsbegünstigende Bedingungen

Pädiatrisches hyperinflammatorisches Syndrom mit Multiorganbeteiligung – PIMS

Neben Long-Covid/Post-Covid gibt es bei Kindern und Jugendlichen noch eine sehr seltene, aber schwere Folgeerkrankung einer Infektion mit SARS CoV-2: PIMS (Pädiatrisches hyperinflammatorisches Syndrom mit Multiorganbeteiligung). Symptome sind z.B. hohes Fieber, Hautausschlag, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden und starke Bauchschmerzen. Die betroffenen Kinder müssen ins Krankenhaus und dort in der Regel auf die Intensivstation.

Knapp die Hälfte der Betroffenen wird wieder vollständig gesund, während der Rest Folgeschäden behält (Herz- und Kreislaufprobleme). Die Erkrankung ist gut behandelbar, so dass die Kinder nur sehr selten daran sterben. Als MIS (Multisystem Inflammatory Syndrome) kann die Erkrankung auch bei Erwachsenen auftreten.

Praxistipps

  • Eine Datei mit Kontaktdaten von Selbsthilfegruppen finden Sie bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NAKOS) unter www.nakos.de > Themen > Selbsthilfe und Corona zum Download.
  • Bei der Initiative Long COVID Deutschland finden Sie Informationen, Adressen von Post-Covid-Ambulanzen und Reha-Einrichtungen sowie eine digitale Selbsthilfegruppe unter https://longcoviddeutschland.org.
  • Hier können Sie ein Symptomtagebuch zum Ausdrucken und Ausfüllen herunterladen.
  • Die Patientenleitlinie „Post-COVID/Long-COVID“ mit ausführlichen Informationen zu Diagnose und Behandlung können Sie beim Portal der wissenschaftlichen Medizin herunterladen unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html.

Wer hilft weiter?

  • Post-Covid-19-Ambulanzen
  • Hausärzte und Ärzte mit speziellen Post-Covid-19-Sprechstunden
  • Selbsthilfegruppen

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Letzte Bearbeitung: 13.08.2026

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