Pflegegeld Unfallversicherung

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Unfallversicherung zahlt Pflegegeld zwischen 354 und 1.491 €, wenn ein Mensch infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit in erheblichem Maß Pflege und Unterstützung braucht. Auf Antrag kann der Unfallversicherungsträger anstelle des Pflegegelds eine Pflegekraft stellen oder die Kosten der Pflege in einem Heim übernehmen.

2. Voraussetzungen

Die Unfallversicherung zahlt Pflegegeld unter folgenden Voraussetzungen:

  • Vorliegen eines Versicherungsfalls, d.h.: Arbeitsunfall, Wegeunfall oder Berufskrankheit
  • Hilflosigkeit des Versicherten, d.h.: Der Versicherte braucht für zahlreiche gewöhnliche Verrichtungen des täglichen Lebens Pflege und Unterstützung anderer in erheblichem Umfang.

3. Höhe

Das Pflegegeld beträgt 2019/20 maximal 1.491/1.423 € (West/Ost) monatlich, mindestens 374/354 €. Die Höhe richtet sich nach den individuellen Verhältnissen des Versicherten und wird vom Unfallversicherungsträger beurteilt. Anhaltspunkte bieten die folgenden Einstufungen nach der Schwere der Beeinträchtigung:

  • Schwerste Beeinträchtigung
    in den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Kommunikation, Mobilität, hauswirtschafltiche Versorgung: 1.193/1.138 bis 1.491/1.423 € (West/Ost = 80-100 % des Höchstpflegegelds).
  • Erhebliche Beeinträchtigung
    in den oben genannten Bereichen: 895/854 € bis 1.193/1.138 € (West/Ost, = 60-80 % des Höchstpflegegelds).
  • Mittlere Beeinträchtigung
    in den oben genannten Bereichen. D.h. der Versicherte ist in wesentlichen Phasen der täglichen Verrichtungen häufiger auf fremde Hilfe angewiesen: 596/569 € bis 895/854 € (West/Ost, = 40-60 % des Höchstpflegegelds).
  • Leichtere Beeinträchtigung
    in den oben genannten Bereichen. D.h. der Versicherte ist in mehreren Phasen der täglichen Verrichtungen teilweise, aber regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen: 373/356 € bis 596/569 € (West/Ost, = 25-40 % des Höchstpflegegelds).

Darüber hinaus gibt es 28 Kategorien für Gesundheitsschäden, z.B. für Verletzte mit Lähmungen oder Verlust von Gliedmaßen, Hirnverletzte, Blinde, und 13 Berufskrankheiten mit Untergruppen. Die Details stehen in den "Anhaltspunkten zur Bemessung des Pflegegeldes" ab Seite 4, Download unter www.dguv.de > Rehabilitation/Leistungen > Geldleistungen/Entschädigungen > Pflege (-geld).

 

Das Pflegegeld wird zum 1. Juli eines jeden Jahres im Rahmen der Rentenanpassung entsprechend angeglichen.

4. Pflegekraft statt Pflegegeld

Auf Antrag des Versicherten kann anstelle des Pflegegelds eine Pflegekraft (Hauspflege) gestellt oder die erforderliche Hilfe mit Unterkunft und Verpflegung in einer geeigneten Einrichtung (Heimpflege) erbracht werden.

Maßgeblich hierfür sind die Umstände des Einzelfalls, z.B.:

  • der Grad der Hilflosigkeit und deren Dauer.
  • die Pflegemöglichkeiten seitens der Familie.
  • die häuslichen Gegebenheiten.
  • die Möglichkeiten des Versicherten, sich selbst eine Pflegekraft zu beschaffen.

5. Dauer

Das Pflegegeld wird so lange gewährt, wie der Versicherte infolge des Versicherungsfalls für zahlreiche Verrichtungen des täglichen Lebens in erheblichem Umfang auf Unterstützung anderer angewiesen ist. Es gibt keine Mindestdauer der Pflegebedürftigkeit, so wie in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

6. Wer hilft weiter?

Auskünfte erteilen die Unfallversicherungsträger.

7. Verwandte Links

Pflegegeld Pflegeversicherung

Pflegegeld Sozialhilfe

 

Gesetzesquellen: § 44 SGB VII, § 5 RWBestV 2019

Letzte Bearbeitung: 25.10.2019

{}Pflegegeld Unfallversicherung{/}{}{/}