Pflegegeld Pflegeversicherung

1. Das Wichtigste in Kürze

Pflegegeld erhält ein Pflegebedürftiger ab Pflegegrad 2 von der Pflegekasse, damit er die Person, die ihn zu Hause pflegt, bezahlen kann. Es gehört im Rahmen der Pflegeversicherung zur Häuslichen Pflege und stellt die erforderlichen Pflegeleistungen durch eine Person in geeigneter Weise sicher. Das Pflegegeld beträgt je nach Pflegegrad zwischen 316 und 901 €.

2. Leistungsempfänger

Anspruchsberechtigt ist der Pflegebedürftige. Er bekommt Pflegegeld anstelle der Pflegesachleistung für die Pflege durch eine selbst beschaffte Pflegeperson (z.B. Angehörige, ehrenamtliche Pflegepersonen, erwerbsmäßige Pflegekräfte oder eine vom Pflegebedürftigen angestellte Pflegeperson).

Pflegegeld ist kein Einkommen des Pflegebedürftigen. Wenn der Pflegebedürftige das Pflegegeld an die Pflegeperson weiterleitet, gilt dies ebenfalls nicht als Einkommen, außer die Pflegeperson wird im Rahmen eines Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnisses für den Pflegebedürftigen tätig.

3. Voraussetzungen

  • Keine Entschädigungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung (Pflegegeld Unfallversicherung).
  • Pflege im häuslichen Bereich, d.h. im eigenen Haushalt, in einem anderen Haushalt, in welchem der Pflegebedürftige aufgenommen wurde, oder in einem Altenwohnheim oder Altenheim, auf jeden Fall nicht in einem Pflegeheim.
  • Prinzipiell müssen die Vorversicherungszeit erfüllt, die Pflegebedürftigkeit festgestellt und die Pflegeleistung bei der Pflegekasse beantragt werden.

4. Verhältnis zu anderen Leistungen der Pflegeversicherung

  • Das Pflegegeld und die Pflegesachleistung schließen sich in der Regel aus; möglich ist allerdings eine Kombinationsleistung aus beiden.
  • Neben dem Pflegegeld kann in jedem Fall der Bezug von Pflegehilfsmitteln beansprucht werden.
  • Es ist trotz Bezug von Pflegegeld möglich, dass der Pflegebedürftigen in einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege betreut wird.
  • Bei Kurzzeitpflege wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegelds bis zu 8 Wochen fortbezahlt, bei Ersatzpflege bis zu 6 Wochen.

5. Höhe

Die Pflegekasse bezahlt für eine selbst beschaffte Pflegeperson monatliches Pflegegeld in folgender Höhe:

Pflegegrad

Pflegegeld

1

0 €

2

316 €

3

545 €

4

728 €

5

901 €

 

Pflegegeld wird immer im Voraus am 1. eines Monats für diesen Monat geleistet.

5.1. Besonderheiten

  • Tritt die Pflegebedürftigkeit erst im Laufe eines Monats ein, wird das Pflegegeld anteilig nach Tagen gezahlt.
  • Das Pflegegeld ist steuerfrei.
  • Bei vollstationärer Krankenhausbehandlung, einer stationären medizinischen Reha-Maßnahme oder einer Häuslichen Krankenpflege zur Vermeidung oder Verkürzung eines Krankenhausaufenthalts wird das Pflegegeld bis zu 4 Wochen weiterbezahlt (§ 34 Abs. 2 SGB XI).
  • Wird der Pflegebedürftige dauerhaft in einem Pflegeheim untergebracht (§ 71 Abs. 2 SGB XI), erhält er kein Pflegegeld.
  • Stirbt der Pflegebedürftige, wird das Pflegegeld für den Restmonat nicht zurückgefordert.

6. Auslandsaufenthalt

Pflegegeld kann auch bei Wohnsitz oder längerem Aufenthalt in Ländern der EU bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) bezogen werden.

Handelt es sich bei dem Aufenthalt oder Wohnsitz um Länder, die nicht zur EU bzw. zum EWR zählen, wird Pflegegeld nur bei vorübergehendem Auslandsaufenthalt bis zu einer Dauer von 6 Wochen bezahlt.

Voraussetzung in beiden Fällen ist, dass der Pflegebedürftige trotz des Auslandsaufenthalts bzw. -wohnsitzes weiterhin in Deutschland versichert bleibt.

7. Verpflichtender Beratungseinsatz

Bei Bezug von Pflegegeld ist eine Pflegeberatung im häuslichen Umfeld Pflicht:

  • bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich,
  • bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich.

 

Termine für diese sog. Beratungseinsätze muss der Pflegebedürftige oder ein Angehöriger eigenständig vereinbaren. Bei Versäumnis oder Verweigerung der Beratung drohen Kürzungen oder Streichungen von Leistungen.

 

Bei Pflegegrad 1 können Beratungseinsätze vereinbart werden, sind aber nicht verpflichtend.

8. Praxistipp

Für Nichtmitglieder der Pflegeversicherung tritt unter bestimmten Voraussetzungen das Sozialamt ein. Näheres unter Pflegegeld Sozialhilfe.

9. Wer hilft weiter?

Pflegekassen, Pflegestützpunkte sowie das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit, Telefon 030 3406066-02, Mo-Do 8-18 Uhr und Fr 8-12 Uhr.

10. Verwandte Links

Pflegeversicherung

Pflegegrade

Häusliche Pflege Pflegeversicherung

Pflegegeld Sozialhilfe

Pflegegeld Unfallversicherung

Pflegesachleistung

Landespflegegeld Bayern

 

Gesetzesquelle: § 37 SGB XI

Redakteurin: Jutta Meier

Letzte Bearbeitung: 21.11.2018

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