Häusliche Pflege Pflegeversicherung

1. Das Wichtigste in Kürze

Zur häuslichen Pflege im Sinne der Pflegeversicherung zählen alle Leistungen, die ein pflegebedürftiger Patient zu Hause erhält. Sie ist abzugrenzen von der vollstationären Pflege im Heim. Menschen mit Behinderungen können Leistungen der häuslichen Pflege und Leistungen der Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen.

2. Überblick über die Leistungen

Zu den Leistungen und Möglichkeiten der Häuslichen Pflege zählen:

  • Pflegegeld Pflegeversicherung
    Die Pflege wird nur von (einem) Angehörigen übernommen.
  • Pflegesachleistung
    Die Pflege wird nur von einem ambulanten Pflege- und/oder Betreuungsdienst übernommen.
  • Kombinationsleistung
    Die Pflege wird sowohl von (einem) Angehörigen als auch von einem ambulanten Pflege- und/oder Betreuungsdienst übernommen.
  • Pflegehilfsmittel
    Dazu zählen auch technische Hilfen wie Hausnotrufsysteme und Wohnumfeldverbesserungen.
  • Ersatzpflege
    Zu Hause übernimmt vorübergehend eine andere als die übliche Person die Pflege.
  • Entlastungsbetrag zur Entlastung Angehöriger und Förderung der Selbstständigkeit Pflegebedürftiger.
  • DiPA - Digitale Pflegeanwendungen
    Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) sind Programme, die auf digitalem Weg helfen sollen, die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen zu fördern und einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit entgegenzuwirken.
  • Pflegezeit
    Berufstätiger lässt sich für die Pflege eines nahen Angehörigen für maximal 6 Monate von der Arbeit freistellen und erhält dafür Leistungen der Pflegekasse oder ein zinsloses Darlehen.
  • Familienpflegezeit
    Berufstätiger reduziert für die Pflege eines Angehörigen seine Arbeitszeit, erhält ein reduziertes Gehalt und auf Antrag ein zinsloses Darlehen.
  • Sozialversicherungsbeiträge für die Pflegeperson
    Näheres unter Pflegende Angehörige > Sozialversicherung

 

Bei Häuslicher Pflege können zeitweise auch folgende teilstationäre oder stationäre Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden:

  • Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege)
    Der Pflegebedürftige wird stundenweise in einer Pflegeeinrichtung betreut.
  • Kurzzeitpflege
    Vorübergehende Pflege (max. 8 Wochen) in einem Heim, weil die häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.
  • Ersatzpflege
    Vorübergehende Pflege (max. 6 Wochen), notfalls in einem Heim, wenn die Pflegeperson verhindert ist.

3. Praxistipps

  • Die Pflegekassen sind bei einem erstmaligen Pflegeantrag verpflichtet, innerhalb von 2 Wochen konkrete Pflegeberatungstermine anzubieten.
  • Pflegekurse können Angehörigen helfen, dass sie sich bei der Pflege nicht überlasten.

4. Häusliche Pflege und Eingliederungshilfe

Wenn Menschen mit Behinderungen zu Hause gepflegt werden, ergeben sich häufig Abgrenzungsprobleme zur Eingliederungshilfe. Ein Beeinträchtigung im Sinne einer Behinderung liegt vor, wenn der Körper- und Geisteszustand von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht.
Näheres unter Eingliederungshilfe > Abgrenzung zur Pflege.

Bei der Abgrenzung kommt es auf die Zielsetzung an: Dient die Pflege dazu den Hilfebedarf des Pflegebedürftigen zu kompensieren und ihn bei der Wiedergewinnung oder Erhaltung seiner Fähigkeiten zu unterstützen, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten.
Steht vornehmlich oder ausschließlich die Milderung der Behinderung oder die Befähigung zu einer eigenständigen Alltagsbewältigung im Vordergrund, ist der Träger der Eingliederungshilfe zuständig.

Stellen Menschen mit Behinderungen, neben Leistungen der Pflegeversicherung, einen Antrag auf Eingliederungshilfe, wird ein Gesamtplanverfahren beim Träger der Eingliederungshilfe ausgelöst. Dies soll ermöglichen, mehrere Leistungen "wie aus einer Hand" zu gewähren. Näheres unter Teilhabeplanverfahren.

Für die Leistungen der Pflegeversicherung gibt es pauschale (Geld-)Leistungen. Die Eingliederungshilfe leistet bis zur Bedarfsdeckung, das heißt sie übernimmt alle Leistungen die notwendig sind, um dem Betroffenen die volle Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Für Leistungen der Eingliederungshilfe muss ab einem bestimmten Einkommen ein Beitrag geleistet werden, siehe Eingliederungshilfe > Einkommen und Vermögen.

5. Wer hilft weiter?

Pflegekassen, Pflegestützpunkte sowie das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit, Telefon 030 3406066-02, Mo-Do 8-18 Uhr und Fr 8-12 Uhr.

6. Verwandte Links

Häusliche Pflege Sozialhilfe

Vollstationäre Pflege

Pflege > Leistungen

Pflegende Angehörige > Entlastung

Landespflegegeld

Ratgeber Pflege

 

Rechtsgrundlagen: §§ 36-40, 45 SGB XI, §103 SGB IX

Letzte Bearbeitung: 13.06.2022

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