Assistenzleistungen

1. Das Wichtigste in Kürze

Assistenzleistungen unterstützen Menschen mit Behinderungen darin, den Alltag selbstbestimmt zu bewältigen. Sie beinhalten die Begleitung und die teilweise oder vollständige Übernahme von Handlungen des Menschen mit Behinderung im Alltag. Assistenzleistungen müssen beantragt werden. 

2. Rechtsanspruch auf Assistenzleistungen

Seit 1.1.18 haben Menschen mit Behinderungen im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) Anspruch auf Assistenzleistungen. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Leistung der sozialen Rehabilitation (sozialen Teilhabe).

3. Welche Assistenzleistungen sind möglich

Um Menschen mit Behinderungen im sozialen Bereich zu fördern, stehen diesen gemäß der Eingliederungshilfe folgende Leistungen zur Verfügung:

  • Anleitung und Übung von allgemeinen Erledigungen des Alltags
  • Elternassistenz
  • Unterstützung bei der Haushaltsführung
  • Tagesstrukturierung
  • Lebensplanung
  • Freizeitgestaltung
  • Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben 
  • Gestaltung sozialer Beziehungen und sportlicher Aktivitäten
  • Unterstützung bei der Gesundheitssorge, z.B. Assistenz bei der Einnahme notwendiger Medikamente
  • Leistungen zur Erreichbarkeit eines Ansprechpartners, z.B. Rufbereitschaft in Krisensituationen oder Herbeiholung einer persönlichen Ansprechperson, werden erbracht, wenn dies im Einzelfall erforderlich ist

4. Inanspruchnahme der Assistenzleistungen

Leistungsberechtigte Menschen mit Behinderungen wählen im Teilhabeplanverfahren eine individuelle Gestaltung der Leistungen hinsichtlich Ablauf, Ort und Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Assistenzleistungen. 

Sind Fahrkosten oder andere Aufwendungen in Verbindung mit den Assistenzleistungen notwendig, greifen je nach der Besonderheit des Einzelfalls ergänzende Leistungen

Ehrenamtlich tätige Leistungsberechtigte können sich angemessene Ausgaben für die nötige Unterstützung durch Familie, Freunde oder Nachbarn erstatten lassen.

5. Praxistipp

Die Assistenzleistungen können gegen den Willen des Leistungsberechtigten "gepoolt" werden, d.h.: Die Leistungen müssen mit anderen Betroffenen geteilt werden, wenn der Träger das für zumutbar hält und der Betroffene in einer Betreuungseinrichtung lebt. In einer eigenen Wohnung ist man vom Poolen der Leistungen befreit.  

6. Wer hilft weiter?

Der zuständige Kostenträger oder die Unabhängige Teilhabeberatung.

7. Verwandte Links

Arbeitsassistenz

Elternassistenz

Soziale Rehabilitation 

Rehabilitation

Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Gesetzesquelle: § 78 SGB IX

Redakteur: Max Glaser

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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