Brustkrebs > Familie

1. Das Wichtigste in Kürze

Wenn bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert wird, wirkt sich dies stark auf Familie und Partnerschaft aus. Paare sollten miteinander über ihre Ängste, Unsicherheiten und Gefühle reden. Ist die Brustkrebs-Erkrankung überstanden, sprechen in der Regel keine medizinischen Gründe gegen eine Schwangerschaft. Für die Betreuung von Kindern in schweren Krankheitsphasen gibt es verschiedene Hilfen.

2. Kinderwunsch und Schwangerschaft

Eine überstandene Brustkrebs-Erkrankung spricht nicht gegen eine Schwangerschaft. Die Entscheidung für oder gegen ein Kind sollten Brustkrebs-Patientinnen aus persönlichen und weniger aus medizinischen Gründen treffen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Hormonumstellung während einer Schwangerschaft negative Auswirkungen auf das Langzeitüberleben hat. Es ist jedoch ratsam, nach der abgeschlossenen Brustkrebsbehandlung mindestens 6 Monate mit der Familienplanung zu warten. Auch sollte das persönliche Rückfall-Risiko in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Da eine Chemotherapie Eizellen schädigen kann, sollte darüber nachgedacht werden, Eizellen vor Beginn der Therapie einfrieren zu lassen. Möchte eine Patientin nach der Brustkrebs-Therapie verhüten, sollte dies nicht hormonell (z.B. Pille, Hormonspirale, Drei-Monats-Spritze) erfolgen.

Sehr selten wird auch während einer Schwangerschaft Brustkrebs diagnostiziert. Die Erkrankung selbst scheint keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes zu haben. In der Regel wird der Tumor noch während der Schwangerschaft operiert und nach der 12. Schwangerschaftswoche kommt eine Chemotherapie in Frage. Eine Bestrahlung wird aufgrund möglicher Gefahren für das Kind nicht durchgeführt. Die individuellen Behandlungsmöglichkeiten sollten schwangere Frauen jedoch mit ihrem behandelnden Arzt abklären.

Informationen über Kinderwunsch bei Krebs bietet die Deutsche Krebsgesellschaft unter www.krebsgesellschaft.de > Aktuelle Themen > Service > Broschüren > Broschüren Übergreifende Krebs-Themen > Kinderwunsch und Krebs.

3. Betreuung von Kindern betroffener Mütter

Unter den folgenden Links finden Sie allgemeine Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung:

Schwierig ist für viele Eltern die Frage, ob und wie sie die Kinder über die Erkrankung informieren. Nähere Informationen unter Kinder krebskranker Eltern.

4. Rehamaßnahme "Gemeinsam gesund werden"

"Gemeinsam gesund werden" ist ein Projekt, das die Rexrodt von Fircks Stiftung mit Unterstützung der Krankenkassen seit Oktober 2006 in der Klinik Ostseedeich in Grömitz durchführt. Das Projekt richtet sich an Mütter kleiner Kinder, die erstmals an Brustkrebs erkrankt sind und sieht vor, dass die Frauen direkt nach ihrer akuten Krebstherapie gemeinsam mit ihrem Nachwuchs eine Reha-Behandlung erhalten. Diese Rehabilitation ist eine "Mutter-Kind-Kur" und bezieht die Kinder in die Behandlung mit ein.

Informationen zu diesem und ähnlichen Angeboten sowie Hilfe bei der Beantragung dieser Maßnahmen bietet das Mutter-Kind-Hilfswerk unter: Telefon 0800 2255100 (gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz), Internet www.mutter-kind-hilfswerk.de > Schwerpunktkuren > Von A - Z > Krebsnachsorge oder per E-Mail: rvfs@mutter-kind-hilfswerk.de.

5. Partnerschaft und Sexualität

Nach der Diagnose und während der Behandlung von Brustkrebs haben wahrscheinlich weder die Patientin noch ihr Partner das Bedürfnis nach Sexualität, da Zukunftsängste kaum Lust aufkommen lassen. Körpernähe und Verbundenheit sind aber sehr wichtig für die psychische Verfassung und helfen, schneller gesund zu werden.

5.1. Miteinander reden

Die körperlichen und psychischen Veränderungen während und nach einer Operation können große Ängste hervorrufen und auch das Bedürfnis nach körperlicher Nähe beeinflussen. Wichtig ist hier, miteinander zu reden, die eigenen Befürchtungen und Sehnsüchte offen anzusprechen. Gegenseitiges Verständnis ist am besten möglich, wenn die Partner wissen, was im Anderen vorgeht. Beispielsweise kann eine antihormonelle Behandlung auch schon bei jungen Frauen Wechseljahresbeschwerden wie trockene Scheidenschleimhäute hervorrufen. Dann ist es sinnvoll, sich seinem Partner anzuvertrauen, damit dieser Bescheid weiß. Auch der Frauenarzt sollte informiert werden, da diese Beschwerden in der Regel gut behandelt werden können. Oft ist es zudem hilfreich, sich Zeit zu nehmen und sich nicht zu überfordern. Wenn man seinen Körper und seine Gefühle ernst nimmt und diese mit dem Partner teilt, wird sich mit der Zeit wieder Normalität und Erfüllung beim Sex einstellen.

5.2. Belastung und Chancen

Manchmal gewinnen infolge der schweren Erkrankung Gefühle füreinander (wieder) an Bedeutung, die vorher verschüttet waren. Manches vertraute, aber oberflächliche Nebeneinanderleben wird aufgebrochen, und Paare entdecken den Kern ihrer Liebe wieder. Eine Brustkrebserkrankung kann die Partnerschaft stark belasten und sie kann auch daran zerbrechen. Aber sie birgt auch die Chance, den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu schärfen, einander wieder nahe zu kommen und füreinander da zu  sein.

Wenn körperliche oder psychische Probleme die Freude an der Sexualität dauerhaft nehmen, kann man sich an eine Beratungsstelle von Pro Familia wenden, Adressen unter www.profamilia.de/angebote-vor-ort.html.

5.3. Buchtipps

Stefan Zettl und Joachim Hartlapp: Krebs und Sexualität - ein Ratgeber für Krebspatienten und ihre Partner. 3. Aufl. Berlin, Weingärtner, 2008. 18,90 €.

Buch zur Paarbeziehung: Hans Jellouschek: Bis zuletzt die Liebe : als Paar von einer schweren Krankheit herausgefordert. Freiburg, Herder, 2004. 8,90 €.

6. Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige

Psychosoziale Hilfen für Betroffene und Angehörige, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für Brustkrebs finden Sie bei Brustkrebs > Adressen.

7. Autofahren

Brustkrebs und Brustkrebstherapie können zu Einschränkungen beim Autofahren führen. Allgemeine Informationen finden Sie unter:

8. Verwandte Links

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Redakteurin: Janina Del Giudice

Letzte Bearbeitung: 17.07.2018

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