Onkologische Nachsorgeleistung

1. Das Wichtigste in Kürze

Als Onkologische Nachsorgeleistung gelten sog. Nach- und Festigungskuren bei Krebserkrankungen. Sie zählen zur Medizinischen Rehabilitation und müssen beantragt werden. Eine Onkologische Nachsorgeleistung dauert meist 3 Wochen und findet in der Regel im ersten Jahr nach der Krebsbehandlung statt. Patienten zahlen 10 € pro Tag zu.

2. Voraussetzungen

(§ 31 Abs. 2 SGB VI i.V.m. § 2,3 Ca-Richtlinien)

Damit der Rentenversicherungsträger die Kosten übernimmt, muss eine der folgenden versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren
    oder
  • 6 Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten 2 Jahren vor Antragstellung
    oder
  • innerhalb von 2 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung wird durchgehend (kein Kalendermonat Unterbrechung) eine versicherte oder selbstständige Beschäftigung bis zur Antragstellung ausgeübt oder nach einer solchen Beschäftigung liegt Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit bis zur Antragstellung vor
    oder
  • Bezug einer Rente der Rentenversicherung
    oder
  • nicht rentenversichert, aber Ehegatte, Lebenspartner oder Kind eines Versicherten oder Rentners der Rentenversicherung

 

Zudem müssen folgende persönliche Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Eine Diagnose im Sinne einer malignen (= bösartigen) Geschwulst- und Systemerkrankung muss vorliegen, Vorstadien und Früherkrankungen reichen nicht.
  • Eine operative oder Strahlen-Behandlung muss abgeschlossen sein. Eine laufende Chemotherapie ist während der onkologischen Reha jedoch möglich.
  • Die durch die Tumorerkrankung oder deren Therapie erlittenen beruflichen, körperlichen, seelischen und/oder sozialen Beeinträchtigungen müssen therapierbar und positiv zu beeinflussen sein.
  • Die Belastbarkeit für eine Nachsorgebehandlung muss gegeben sein. Der Arzt gibt eine entsprechende Einschätzung ab.

3. Zuzahlung

Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, zahlen bei stationären Reha-Leistungen 10 € täglich zu, für maximal 42 Tage im Kalenderjahr.

Findet die onkologische Nachsorgeleistung als Anschlussheilbehandlung statt, ist die Zuzahlung auf 14 Tage begrenzt. Im Kalenderjahr bereits geleistete Zuzahlungen für eine Krankenhausbehandlung oder Anschlussheilbehandlung werden angerechnet.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Befreiung von der Zuzahlung möglich, Näheres unter Zuzahlungen Rentenversicherung.

4. Dauer

Onkologische Nachsorgeleistungen dauern bis zu 3 Wochen, wenn erforderlich, auch länger.

Onkologische Nachsorgeleistungen können grundsätzlich nur innerhalb eines Jahres nach einer beendeten Primärbehandlung erbracht werden, innerhalb von 2 Jahren nur im Einzelfall, wenn erhebliche Funktionsstörungen entweder durch die Tumorerkrankung selbst oder durch Komplikationen bzw. Therapiefolgen vorliegen.

Die Nachsorgeleistung kann auch als Anschlussheilbehandlung erbracht werden.

5. Praxistipps

  • Während einer onkologischen Nachsorgeleistung kann unter bestimmten Voraussetzungen Übergangsgeld bezogen werden. Damit die Rentenversicherung den Anspruch prüfen kann, ist es sinnvoll, dem Reha-Antrag eine Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers beizulegen.
  • Nimmt ein Elternteil, der zu Hause Kinder unter 12 Jahren betreut, an einer onkologischen Nachsorgeleistung teil, so kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Haushaltshilfe zur Betreuung der Kinder beantragt werden.
    Seit 1.1.2016 können von der Krankenkasse Haushaltshilfen für maximal 4 Wochen auch genehmigt werden, wenn kein Kinder unter 12 Jahren im Haushalt lebt, Näheres unter Haushaltshilfe.
  • Reisekosten können auf Antrag beim Rentenversicherungsträger geltend gemacht werden.
  • Die Broschüre "Rehabilitation nach Tumorerkrankungen" der Deutschen Rentenversicherung kann unter www.deutsche-rentenversicherung.de > Service > Broschüren & mehr > Rehabilitation > Rehabilitation nach Tumorerkrankungen kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

6. Wer hilft weiter?

Auskünfte und Beratungsstellen vor Ort vermitteln die Rentenversicherungsträger und die Reha-Servicestellen.

7. Verwandte Links

Krebs

Brustkrebs

Prostatakarzinom

Anschlussheilbehandlung

Medizinische Rehabilitation

Psychoonkologie

 

Gesetzesquelle: § 31 SGB VI

Redakteurin: Sabine Bayer

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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