Betreuungsgeld Bayern

1. Das Wichtigste in Kürze

Betreuungsgeld erhalten nur in Bayern Eltern von Ein- oder Zweijährigen, die ihr Kind nicht in eine öffentlich geförderte Kinderbetreuung (z.B. Kinderkrippe, Tagesmutter) geben.

Das bundesweite Betreuungsgeld war eine Leistung, die zum 1. August 2013 eingeführt und durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 21. Juli 2015 gekippt wurde. Bereits genehmigtes Betreuungsgeld wird weiter bezahlt.

2. Voraussetzungen

Anspruch auf Betreuungsgeld hat, wer

  • seinen Hauptwohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern hat
    und
  • die Einkommensgrenze (250.000 € bei Alleinerziehenden, 500.000 € bei Elternpaaren) nicht überschreitet
    und
  • mit seinem Kind in einem Haushalt lebt
    und
  • für dieses Kind die nötigen Früherkennungsuntersuchungen gemäß dem gelben U-Heft vorweisen kann
    und
  • das Kind nicht von einer öffentlich geförderten Kindertagesbetreuung (z.B. Kinderkrippe, Tagesmutter) betreuen lässt.

2.1. Antrag

Betreuungsgeld muss beantragt werden. Wer Elterngeld erhalten hat, bekommt den Antrag automatisch zugeschickt, etwa 6 Wochen vor Beginn des Betreuungsgeldanspruchs.

Ansonsten kann man sich an die zuständige Regionalstelle wenden: www.zbfs.bayern.de/behoerde/regionalstellen/index.php

3. Beginn und Dauer

Betreuungsgeld gibt es in der Regel erst ab dem 15. Lebensmonat des Kindes für maximal 22 Monate, längstens bis zum 3. Geburtstag.

Ausnahmsweise früher gibt es das Betreuungsgeld, wenn die Eltern die ihnen zustehenden Monatsbeträge des Elterngelds vollständig in Anspruch genommen haben, z.B. wenn Mutter und Vater zeitgleich 7 Monate Elterngeld bezogen haben. Auch hier gibt es längstens 22 Monate Betreuungsgeld.

Ab dem 15. Lebensmonat kann das Betreuungsgeld parallel zum ElterngeldPlus bezogen werden. Auch das bayerische Landeserziehungsgeld kann zeitgleich und unabhängig vom Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden.

Wenn sich während des Bezugs von Betreuungsgeld die Voraussetzungen ändern, also z.B. das Kind in eine öffentliche Kita kommt, muss dies der Betreuungsgeldstelle unverzüglich mitgeteilt werden und der Bezug von Betreuungsgeld endet.

4. Höhe

Die Höhe des Betreuungsgeldes ist unabhängig vom Einkommen und der wöchentlichen Arbeitszeit der Eltern. Es beträgt 150 € monatlich.

Bei Zwillingen, Mehrlingen und Geschwistern gibt es Betreuungsgeld in voller Höhe für jedes Kind.

4.1. Anrechnung auf andere Sozialleistungen

Das Betreuungsgeld wird auf das Arbeitslosengeld II, die Sozialhilfe und den Kinderzuschlag (Kindergeld) angerechnet. Bei allen anderen Sozialleistungen, z.B. Arbeitslosengeld und BAföG, wird das Betreuungsgeld (wie das Elterngeld) bis zu 300 € monatlich nicht als Einkommen berücksichtigt.

5. Praxistipp

Ab September 2018 soll das sog. Familiengeld das bisherige bayerische Betreuungs- und Landeserziehungsgeld ablösen. Geplant ist, das alle Eltern von ein- und zweijährigen Kindern 250 € monatlich pro Kind (ab dem dritten Kind 300 € monatlich) erhalten.

6. Wer hilft weiter?

Das Zentrum Bayern Familie und Soziales beantwortet über das Servicetelefon 0931 32090929 (Mo-Fr 8-12 Uhr) Fragen zum Betreuungsgeld und bietet unter www.betreuungsgeld.bayern.de ein Faltblatt mit weiterführenden Informationen.

7. Verwandte Links

Landeserziehungsgeld

Elterngeld

Kindertagesstätten

Tagespflege von Kindern

Gesetzesquellen: §§ 4a - 4d BEEG - BayBtGG

Redakteurin: Andrea Nagl

Letzte Bearbeitung: 06.06.2018

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