Das Wichtigste in Kürze
Parkinson ist eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems. Typische Parkinson-Symptome wie Bewegungsstörungen, Sprech- und Schluckbeschwerden werden unter anderem medikamentös sowie mit Physio-, Ergo- oder Logopädie behandelt. Eine medizinische Reha kann dabei helfen, die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.
Ablauf der Reha
Eine medizinische Reha kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.
Bei Parkinson erfolgt die Reha häufig stationär. Die Behandlung umfasst meist verschiedene medizinische und therapeutische Fachbereiche, die sich in einer spezialisierten Einrichtung leichter koordinieren lassen.
Die Reha kann aber auch ambulant erfolgen. Das hat den Vorteil, dass die erlernten Strategien zur Krankheitsbewältigung direkt im häuslichen Umfeld erprobt und ggf. individueller an die Bedürfnisse der erkrankten Person angepasst werden können.
Inhalt der Reha kann z.B. sein:
- Physiotherapie und Ergotherapie: Verbesserung der Motorik und Koordination, Gangschulung, Sturzprophylaxe
- Logopädie: Behandlung von Sprech- und Schluckbeschwerden
- Psychotherapeutische Betreuung: Förderung der Krankheitsakzeptanz und -verarbeitung
- Schulung und Beratung im Umgang mit den Einschränkungen durch Parkinson
Praxistipp
Während einer medizinischen Reha besteht meist die Möglichkeit einer Sozialberatung. Sie unterstützt z.B. bei Anträgen auf Sozialleistungen. Bei Parkinson kann beispielsweise je nach Schwere der Symptome und Einschränkungen ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt und ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt werden. Menschen mit Behinderungen können als Ausgleich für die behinderungsbedingten Nachteile sog. Nachteilsausgleiche für sich in Anspruch nehmen. Näheres unter Parkinson > Schwerbehinderung.
Reha-Ziele
Die Ziele der medizinischen Reha sind je nach Person unterschiedlich und werden individuell festgelegt:
- Steigerung der Lebensqualität, z.B. Erhaltung oder Wiedererlangen der Fähigkeit, selbstständig Treppen zu steigen
- Förderung der Selbstständigkeit im Alltag, z.B. selbstständiges An- und Ausziehen
- Verhinderung von Pflegebedürftigkeit
- Verhinderung der Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands
Reha- und Fach-Kliniken für Parkinson
Adressen von Reha-Kliniken finden Sie über Internet-Suchmaschinen mit Suchbegriffen wie „Reha-Klinik bei Parkinson“.Ein vollständiges Verzeichnis aller Reha-Kliniken in Deutschland gibt es nicht. Viele Klinikportale finanzieren sich teilweise über Werbung oder kostenpflichtige Einträge. Die Reihenfolge oder Auswahl der aufgeführten Kliniken muss daher nicht unbedingt objektiven Qualitätskriterien entsprechen.
Die Deutsche Parkinson-Vereinigung e.V. listet zertifizierte Fachkliniken in Deutschland auf unter www.dpv-bundesverband.de > Suchbegriff Fachkliniken > dPV-zertifizierte Kliniken.
Praxistipps
- Fragen Sie Menschen mit Parkinson, die bereits auf Reha waren, nach ihren Erfahrungen.
- Therapeuten und Ärzte können ggf. bei der Klinikwahl beraten.
- Kundenbewertungen in Klinikportalen können zusätzliche Hinweise geben.
Reha bei Parkinson: Welche Leistungen gibt es?
Die nachfolgenden Links führen zu den sozialrechtlichen Bestimmungen rund um medizinische Reha, die bei Parkinson infrage kommen können:
- Allgemeines zu Leistungen der medizinischen Rehabilitation, vor allem ambulante und stationäre medizinische Reha
- Anschlussrehabilitation an den Akutklinik-Aufenthalt
- Stufenweise Wiedereingliederung
- Geriatrische Rehabilitation
- Begleitperson bei stationärer Rehabilitation
- Ergänzende Leistungen zur Reha, insbesondere Patientenschulungen und Reha-Sport und Funktionstraining (bei schwerer Beeinträchtigung 120 Übungseinheiten innerhalb von 36 Monaten)
Verwandte Links
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