Terminservicestellen

1. Das Wichtigste in Kürze

Seit 23.1.2016 müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) in ihren Bundesländern Terminservicestellen einrichten, die Patienten innerhalb von 1 Woche einen Termin bei einem Vertragsarzt vermitteln. Die Entfernung zum Arzt muss zumutbar sein. Zum 1.1.2020 soll das Angebot der Terminservicestellen weiter ausgebaut sein.

2. Terminservicestellen und ärztlicher Bereitschaftsdienst bis 31.12.2019

Bis zum Ausbau der Terminservicestellen vermitteln die Kassenärztlichen Vereinigungen der jeweiligen Bundesländer unter unterschiedlichen Rufnummern und zu unterschiedlichen Sprechzeiten Termine zur fachärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung. Die zuständige Stelle für das jeweilige Bundesland kann beim Bundesministerium für Gesundheit unter www.bundesgesundheitsministerium.de >Themen > Krankenversicherung > Terminservicestellen gefunden werden.

Unter der Rufnummer 116 117 ist bisher der ärztliche Bereitschaftsdienst zu erreichen. Diese Nummer ist bundesweit kostenlos und unterstützt bei gesundheitlichen Problemen, die außerhalb der Öffnungszeiten des Hausarztes auftreten. Je nach Gesundheitszustand wird man an wohnortnahe Bereitschaftspraxen (oftmals in Krankenhäusern angesiedelt) vermittelt, oder erhält Hilfe in Form eines Hausbesuchs. Bis zum 1.1.2020 ist die Verschmelzung vom ärztlichen Bereitschaftsdienst mit den Terminservicestellen geplant.

3. Neuerungen ab dem 1.1.2020

Die Weiterentwicklung der Terminservicestellen ist ein weiterer Baustein der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Die Kassenärztlichen Vereinigungen informieren dann auf ihren Websites bundesweit einheitlich über die Sprechzeiten der Vertragsärzte. Die neuen Terminservicestellen werden spätestens ab 1.1.2020 täglich 24 Stunden unter einer bundesweit einheitlichen Telefonnummer (116 117) erreichbar sein.

3.1. Aufgaben der Terminservicestellen

Die Terminservicestellen haben folgende Aufgaben:

  • Vermittlung von Arztterminen bei Vertragsärzten innerhalb von 1 Woche
  • Vermittlung von Facharztterminen innerhalb von 4 Wochen in zumutbarer Entfernung zum Wohnort, diese Frist gilt auch für die Vermittlung termingebundener Kindervorsorgeuntersuchungen
  • Terminvermittlung für eine psychotherapeutische Akutbehandlung innerhalb von 2 Wochen
  • Unterstützung bei der Hausarzt-Suche
  • Weitervermittlung bei Akutfällen im Rahmen eines bundesweit einheitlichen Verfahrens zur Ersteinschätzung

Zur Vermittlung von Facharzt-Terminen muss eine Überweisung vorliegen (Ausnahme: Akutfälle, Frauen- und Augenarzttermine).

Kann innerhalb von 4 Wochen kein Termin vermittelt werden, soll auf ambulante Behandlungstermine in Krankenhäusern zurückgegriffen werden. Dies gilt nicht für verschiebbare Routineuntersuchungen oder Bagatellerkrankungen wie z.B. Erkältungen.

4. Praxistipps

5. Verwandte Links

Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)

 

Gesetzesquelle: § 75 SGB V

Letzte Bearbeitung: 16.08.2019

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