Psychosen > Rehabilitation

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Rehabilitation von Menschen mit Psychosen zielt auf die Gesundung und/oder den Erhalt von wichtigen Alltagsfunktionen wie soziale Kontakte, eigene Lebensführung oder berufliche Aktivität ab.

Die Auswahl von Reha-Maßnahmen ist fallbezogen und muss sich immer am Patienten und dessen individuellen Bedürfnissen orientieren. Eine positive Prognose hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt eine geeignete Behandlung begonnen wird und in welchem Kontext diese stehen soll. Wichtig ist hier der Typ der Psychose, z.B. fordert eine organische Erkrankung ein anderes Reha-Konzept als eine psychische.

2. Medizinische Rehabilitation

Eine Medizinische Rehabilitation benötigt üblicherweise 4 bis 8 Wochen und umfasst etablierte psychiatrische Therapiemodule wie Psychoedukation, Psychotherapie, Ergotherapie, Soziotherapie und/oder Kreativtherapie, Näheres unter Psychosen > Behandlung. Diese Therapien können auch im Vorfeld der Rehamaßnahme beginnen, um die folgende psychische Rehabiliation zu stützen.

Die folgenden Links führen zu den sozialrechtlichen Bestimmungen rund um Medizinische Reha, die bei Psychosen infrage kommen können:

3. Berufliche Rehabilitation

Bei einer andauernden oder immer wiederkehrenden psychotischen Störung kann es zu Beeinträchtigungen kommen, die nicht selten zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Berufliche Reha-Maßnahmen, auch „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ (LTA) genannt, können die Erhaltung des Arbeitsplatzes erleichtern bzw. die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben fördern. Eine Berufliche Reha ist meist ein längerer Prozess und hat neben der Eignungsprüfung für einen Beruf die Reintegration des Psychose-Patienten in den ersten Arbeitsmarkt im Fokus.

4. Einrichtungen der Rehabilitation psychisch kranker Menschen (RPK)

Die „Rehabilitation psychisch kranker Menschen“, kurz RPK, ist ein spezieller Reha-Bereich, bei dem medizinische, berufliche und psychosoziale Hilfen aus der Hand eines interdisziplinären Reha-Teams angeboten und mit Elementen der stationären und ambulanten Reha kombiniert werden.

Die RPK ist besonders für jüngere Menschen geeignet, die an einer schweren Psychose leiden und hierdurch in ihrem sozialen und beruflichen Leben stark beeinträchtigt sind. Für den psychotischen Patienten wird, orientiert an seinem persönlichen Bedarf, ein Hilfeplan erstellt.

Besonders soziotherapeutische, berufsfördernde und stabilisierende Maßnahmen stehen neben einer medizinisch-psychiatrischen Therapie im Fokus. Durch die enge Verzahnung all dieser Leistungen kann auf die besonderen Bedürfnisse und die schwankende Leistungsfähigkeit sehr individuell eingegangen werden.

Eine wohnortnahe Reha-Einrichtung kann bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation psychisch kranker Menschen e.V. unter www.bagrpk.de > Standorte gesucht werden.

5. Verwandte Links

Psychosen

Psychosen > Behandlung

Redakteur: Max Glaser

Letzte Bearbeitung: 11.07.2018

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